Zuzahlungen vermeiden: Fragen Sie in Ihrer Apotheke nach preiswerteren Arzneimitteln

 - 

Nur noch rund 5.500 der insgesamt rund 30.300 verschreibungspflichtigen Medikamente sind ohne Zuzahlung zu haben. Voriges Jahr waren es noch fast doppelt so viele. Was Sie jetzt beachten sollten.

Für rezeptpflichtige Arzneimittel müssen Patientinnen und Patienten meist Zuzahlungen leisten. Die Zuzahlung beträgt 10 Prozent des Medikamentenpreises, mindestens 5 Euro und höchstens 10 Euro.

So viel zahlen Patienten für Medikamente
Preis des Medikaments Zuzahlung
bis 4,99 Euro den vollen Preis
5 Euro – 50,04 Euro 5 Euro
50,05 – 99,94 Euro 10 Prozent
ab 99,95 Euro 10 Euro

Preisgünstige Medikamente sind zuzahlungsfrei

Nutzen Sie die Möglichkeiten, ohne Zuzahlungen auszukommen: Wenn sich Arzt und Patient für ein Arzneimittel entscheiden, das 30 Prozent weniger als der Festbetrag kostet, entfällt die Zuzahlung. Festbeträge sind Beträge, bis zu deren Höhe Arzneimittelpreise von den gesetzlichen Krankenkassen übernommen werden. Das bedeutet: Die Krankenkassen zahlen nicht automatisch jeden Preis, sondern nur bis zur Höhe des Festbetrags. Diese werden in Gruppen für medizinisch vergleichbare Arzneimittel festgesetzt.

Die Zuzahlungsbefreiung ist ein Anreiz, auf preisgünstige Arzneien zurückzugreifen, wenn medizinischen Gründe nicht dagegen sprechen.

Umgekehrt gilt: Verschreibt der Arzt ein teures Medikament über dem Festbetrag, muss er den Versicherten darauf hinweisen. Denn der Patient zahlt den über dem Festbetrag liegenden Preis plus normaler Zuzahlung selbst.

Tipp
Sprechen Sie Ihren Arzt gezielt auf zuzahlungsfreie Präparate an.

Mit Rabattverträgen von Zuzahlung befreit

Zusätzlich können die Krankenkassen mit Arzneimittelherstellern Rabattverträge abschließen. Rabattverträge lohnen sich für die Kassen besonders für häufig verordnete Medikamente. Denn mit Rabattverträgen sparen die Kassen Arzneimittelkosten. Diese Einsparungen können sie an die Versicherten weitergeben: durch teilweise oder vollständige Zuzahlungsbefreiungen für rabattierte Medikamente.

Weitere Möglichkeit zum Geldsparen: Fragen Sie in Ihrer Apotheke nach preiswerteren Arzneimitteln. Apotheken sind verpflichtet, wirkungsgleiche, aber preisgünstigere Arzneimittel – sogenannte Generika – auszuhändigen. Und zwar dann, wenn der Arzt nur einen Wirkstoff verschrieben hat.
Das Gleiche gilt, wenn der Arzt nicht ausdrücklich ausschließt, das verordnete Arzneimittel durch ein anderes zu ersetzen. Vorteil für Versicherte: Sie erhalten dann ein gleich wirksames Medikament, müssen aber weniger dazuzahlen, da sich die Zuzahlung nach dem Preis des Arzneimittels richtet.
Kinder unter 18 Jahren sind von allen Arzneimittel-Zuzahlungen befreit. Für Kinder unter 12 Jahren sowie Jugendliche mit Entwicklungsstörungen bis zum vollendeten 18. Lebensjahr übernimmt die Kasse auch nicht rezeptpflichtige Medikamente.

Ausnahme bei schwerwiegenden Erkrankungen

Wer an schwerwiegenden Erkrankungen leidet und nicht verschreibungspflichtige Arzneimittel und Naturheilmittel benötigt, kann diese auf Kosten der Krankenkasse erhalten. Voraussetzung: Die Medikamente müssen nach medizinischen Gesichtspunkten Therapiestandard sein.

Wer trotz Rabattvertrag lieber ein teureres Medikament haben möchte, kann das seit dem 1.1.2011 wählen. Seit diesem Jahr können sich Versicherte für ein anderes als das rabattierte Medikament ihrer Kasse entscheiden. Der Versicherte zahlt dann seine Wahlarznei in der Apotheke selbst und reicht danach eine Rezeptkopie bei seiner Krankenkasse ein. Erstattet wird der Betrag bis zum Listenpreis des rabattbegünstigten Mittels.

Nur bis zur Belastungsgrenze

Kein Versicherter muss mehr als 2 Prozent seines Bruttoeinkommens für Gesundheit ausgeben. Chronisch Kranke sogar nur 1 Prozent vom Brutto. In diese Rechnung fließen auch die Zuzahlungen für Heilmittel, stationäre Behandlungen, häusliche Krankenpflege und die Praxisgebühr ein.
Ist die Belastungsgrenze im laufenden Jahr erreicht, bescheinigt das die Krankenkasse. Die Versicherten sind dann für den Rest des Jahres von allen Zuzahlungen befreit.

Tipp
Wenn Sie sich ohne Rezept ein Medikament aus der Apotheke besorgen, lohnt es sich, die Preise zu vergleichen. Die Preise für nicht verschreibungspflichtige Arzneimittel sind nicht festgeschrieben. Jeder Apotheker entscheidet selbst, wie viel diese Produkte kosten. Oft wird ein bestimmter Wirkstoff wie der eines Kopfschmerzmittels von mehreren Herstellern angeboten. Hier lohnt sich die Frage nach einem preisgünstigeren Präparat.

Weitere News zum Thema

  • Zecken: Eine tödliche Gefahr in Wald und Wiesen

    [] (verpd) Bereits im Februar und März dieses Jahres war es schon wieder so warm, dass die kleinen Blutsauger aktiv wurden. Wer glaubt, dass Zecken dabei nur im Wald lauern, der irrt, denn der Lebensraum beginnt, wie eine Studie der Universität Hohenheim zeigt, im wahrsten Sinne des Wortes direkt vor der eigenen Haustüre, nämlich im eigenen Garten – und das sogar in Gärten, die in städtischem Umfeld liegen. Grund genug, sich zu schützen. mehr

  • Für Männer ab 65: Bauchaorten-Aneurysma-Check

    [] Albert Einstein, Thomas Mann, Charles de Gaulle – sie alle sollen an einem Riss ihres Bauchaorta-Aneurysmas gestorben sein. Eine neue Vorsorgeuntersuchung für Männer ab 65 soll diese tödliche Gefahr eindämmen. mehr

  • Worauf Eltern achten sollten, damit ihr Kind gesund bleibt

    [] (verpd) Ein Internetangebot der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA) liefert umfassende Informationen und Tipps für die gesunde Entwicklung von Kindern. Zielgruppe dieser Informationen sind alle Eltern, aber auch Personen, die mit Kindern im Alter bis zu sechs Jahren zu tun haben. mehr

  • Zu müde zum Erholen: Wenn die Grenze überschritten ist

    [] (verpd) Ein Acht-Stunden-Arbeitstag ist eine gesunde Basis. Wer länger arbeitet, muss um die zehnte Stunde herum mit einem Leistungsknick rechnen. Eine angestaute Ermüdung nach zu langer Arbeit verhindert den Erholungseffekt der Freizeit. Wer jahrelang 50 Stunden oder länger pro Woche arbeitet, setzt seine physische und psychische Gesundheit aufs Spiel. Zu diesen Ergebnissen kommt eine neue Studie der Medizinischen Universität Wien. mehr

  • Welche Leiden am häufigsten zum Klinikaufenthalt führen

    [] (verpd) Wie einer Statistik zu entnehmen ist, gibt es einige Leiden, die besonders oft im Krankenhaus behandelt werden. So ist 2015 fast jeder siebte Krankenhauspatient wegen einer Herz-Kreislauf-Erkrankung ins Krankenhaus gekommen. Auch Verletzungen und Vergiftungen sowie Erkrankungen am Verdauungssystem zählen zu den anteilig häufigsten Diagnosen, die zu einem Krankenhausaufenthalt führten. mehr

Weitere News zum Thema

schließen

Link empfehlen

Mit der Inanspruchnahme des Services willigen Sie in folgende Vorgehensweise ein:

Ihre eigene E-Mail-Adresse und die des Empfängers werden nur zu Übertragungszwecken verwendet - um den Adressaten über den Absender zu informieren, bzw. bei einem Übertragungsfehler eine Benachrichtigung zu übermitteln. Um einen Missbrauch dieses Services zu vermeiden, wird Geldtipps.de die Identifikationsdaten (IP-Adresse) jedes Nutzers der versandten E-Mail in Form eines E-Mail-Header-Record (X-Sent-by-IP) beifügen und für einen Zeitraum von zwei Monaten speichern. Sofern Dritte glaubhaft machen, dass sie durch die Versendung eines Artikels im Rahmen dieses Services in ihren Rechten verletzt wurden, wird Geldtipps.de die Identifikationsdaten zur Rechtsverfolgung herausgeben.