Zusatzbeiträge: So wird der Sozialausgleich berechnet

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Seit dem 1.1.2011 können die Zusatzbeiträge, die einige Krankenkassen bereits erheben, deutlich erhöht werden. Dann entfallen die Begrenzung auf maximal ein Prozent der Beitragsbemessungsgrenze und die pauschale Obergrenze von höchstens 8 Euro pro Monat ohne Einkommensprüfung.

Eine Deckelung für den Zusatzbeitrag gibt es künftig nicht mehr, weder prozentual noch in absoluten Beträgen. Der Einzug des Zusatzbeitrags erfolgt seit Jahresbeginn 2011 über den Arbeitgeber bzw. bei Rentnern über die Rentenversicherung.

Tipp
Wenn Ihre Kasse demnächst einen Zusatzbeitrag einführt oder anhebt, sollte Sie das nicht zu einem voreiligen Kassenwechsel veranlassen. Erstens ist mehr denn je auch das Leistungsspektrum einer Kasse und ihre Servicefreundlichkeit von Bedeutung: Was nützen Ihnen einige gesparte Euro im Monat bei einer kleinen Betriebskrankenkasse, wenn diese die gesetzlich gegebenen Möglichkeiten für freiwillige Leistungen an die Versicherten nicht ausschöpft oder wenn bei Abrechnungsfragen kein Berater greifbar ist? In diesem Jahr empfiehlt es sich, die Entwicklung im Bereich der Krankenkassen zu beobachten. Nach einem Kassenwechsel sind Sie 18 Monate (Ausnahme: Sonderkündigungsrecht) an Ihre neue Kasse gebunden.

Sozialausgleich für Zusatzbeiträge

Bei den Zusatzbeiträgen gibt es künftig einen Sozialausgleich (Überforderungsklausel). Übersteigt der durchschnittliche Zusatzbeitrag aller Kassen zwei Prozent des individuellen sozialversicherungspflichtigen Bruttoverdiensts, wird der Versicherte von der Beitragszahlung freigestellt. Diesen Teil übernimmt der Staat in Form eines steuerfreien Zuschusses.

Beispiel: Der sozialversicherungspflichtige Bruttoverdienst eines Arbeitnehmers beträgt 1500 Euro, der Zusatzbeitrag der eigenen Krankenkasse 45 Euro und der durchschnittliche Zusatzbeitrag aller Kassen 32 Euro. Der Arbeitgeber belastet seinem Arbeitnehmer in der monatlichen Gehaltsabrechnung 32 Euro, führt aber an die Krankenkasse 45 Euro ab. Die Differenz von 13 Euro erhält der Arbeitgeber im Wege des Sozialausgleichs aus Steuermitteln vom Staat.

Das Bundesversicherungsamt BVA hat ausgerechnet, dass bis 2014 der Zusatzbeitrag aller Kassen im Durchschnitt 16 Euro monatlich nicht übersteigt. Dann würde für einen Monatsverdienst unter 800 Euro der Sozialausgleich greifen. Versicherte mit einem Einkommen in dieser Höhe oder weniger bräuchten keinen Zusatzbeitrag zu bezahlen.

Tipp
Das System des Sozialausgleichs ist einfach gedacht, aber kompliziert gemacht. Warten Sie deshalb die Entwicklung in Ruhe ab und wägen Sie vor einem Kassenwechsel sorgfältig ab.

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