Zu späte Entscheidung der Krankenkasse bringt Leistungsanspruch

 - 

Die Rechte von gesetzlich Krankenversicherten wurden 2013 erheblich ausgeweitet. So wurden damals die Möglichkeiten der Krankenkassen, Entscheidungen von Versicherten auf die lange Bank zu schieben, deutlich verringert.

§ 13 Abs. 3 a SGB V bestimmt nun: Die Krankenkasse hat über einen Antrag auf Leistungen zügig, spätestens bis zum Ablauf von drei Wochen nach Antragseingang oder in Fällen, in denen eine gutachtliche Stellungnahme, insbesondere des Medizinischen Dienstes der Krankenversicherung (Medizinischer Dienst), eingeholt wird, innerhalb von fünf Wochen nach Antragseingang zu entscheiden.

Und geregelt ist hier auch, was passiert, wenn eine Kasse diese Regeln nicht einhält: Erfolgt keine Mitteilung eines hinreichenden Grundes, gilt die Leistung nach Ablauf der Frist als genehmigt. Nun hat sich, nach einer Reihe unterinstanzlicher Gerichte erstmals das Bundessozialgericht (BSG) mit dieser Regelung befasst (Az. B 1 KR 25 / 15 R).

Es ging um den Antrag eines Versicherten der Knappschaft auf Übernahme der Kosten für 25 Sitzungen psychotherapeutischer Leistungen als Langzeittherapie. Die Kasse reagierte zwar auf diesen Antrag, aber erst nach sechs Wochen – und mit einer Ablehnung. Der Betroffene schloss darauf selbst einen Vertrag mit einem Psychotherapeuten, trat in Vorleistung und verlangte nun die von ihm vorgestreckten 2.200,00 € von der Versicherung. Das BSG gab dem Betroffenen genau wie die Vorinstanzen recht. Die Knappschaft muss ihm also das Geld erstatten. Wichtig dabei ist allerdings: Die beantragte Leistung muss im Leistungskatalog der gesetzlichen Krankenversicherung stehen, was im nun entschiedenen Fall zutraf.

Bei Anträgen auf Zahnersatz gelten etwas andere Regelungen. Falls hier ein Gutachter eingeschaltet wird, hat die Krankenkasse ab Antragseingang innerhalb von sechs Wochen zu entscheiden.

Weitere News zum Thema

  • Seit 1.1.2017: Höhere Arbeitgeberzuschüsse für privat Krankenversicherte

    [] (verpd) Durch die Änderung der Beitragsbemessungsgrenzen der gesetzlichen Kranken- und Pflegeversicherung zum 1. Januar 2017 hat sich auch die Zuschusshöhe, die ein Arbeitgeber seinem privat krankenversicherten Arbeitnehmer zahlen muss, erhöht. Auch der Anstieg des Beitragssatzes der gesetzlichen Pflegeversicherung führte zu der Erhöhung des Arbeitgeberzuschusses. mehr

  • Viele Bundesbürger fühlen sich gesundheitlich eingeschränkt

    [] (verpd) Im europäischen Durchschnitt gibt rund jeder Vierte, in Deutschland jeder Fünfte an, mit lang andauernden gesundheitlichen Einschränkungen bei alltäglichen Verrichtungen konfrontiert zu sein. Wie die Daten der europäischen Statistik zeigen, sinkt im Allgemeinen der Anteil der Betroffenen mit steigendem Einkommen. mehr

  • Damit die Hausapotheke nicht zum Risiko wird

    [] (verpd) Besonders in der Winterzeit kämpfen viele mit Schnupfen, Husten oder sonstigen Leiden. Wer hier entsprechende Arzneimittel zu Hause hat, kann schnell dagegen vorgehen. Wichtig ist jedoch nicht nur, dass die Medikamente im heimischen Medizinschrank lagern, sondern auch, dass sie nicht veraltet sind. Denn abgelaufene Arznei wirkt häufig nur noch bedingt oder gar nicht mehr und kann im schlimmsten Fall sogar gesundheitsschädlich sein. mehr

  • Damit Silvester nicht auf die Ohren geht

    [] Etwa 8.000 Menschen in Deutschland erleiden jährlich an Silvester ein Knalltrauma, weil ein Feuerwerkskörper zu dicht an ihren Ohren explodiert ist. Um Hörschäden zu vermeiden, ist Vorsicht angesagt. mehr

  • Digitaler Stress für die Augen

    [] (verpd) Das stundenlange Starren auf einem Bildschirm hat Folgen: Die Augen sind trocken, brennen oder tränen. Das Deutsche Grüne Kreuz (DGK) warnt in diesem Zusammenhang vor dem Büroaugen-Syndrom. Im Extremfall ist sogar das Sehvermögen gefährdet. mehr

Weitere News zum Thema

schließen

Link empfehlen

Mit der Inanspruchnahme des Services willigen Sie in folgende Vorgehensweise ein:

Ihre eigene E-Mail-Adresse und die des Empfängers werden nur zu Übertragungszwecken verwendet - um den Adressaten über den Absender zu informieren, bzw. bei einem Übertragungsfehler eine Benachrichtigung zu übermitteln. Um einen Missbrauch dieses Services zu vermeiden, wird Geldtipps.de die Identifikationsdaten (IP-Adresse) jedes Nutzers der versandten E-Mail in Form eines E-Mail-Header-Record (X-Sent-by-IP) beifügen und für einen Zeitraum von zwei Monaten speichern. Sofern Dritte glaubhaft machen, dass sie durch die Versendung eines Artikels im Rahmen dieses Services in ihren Rechten verletzt wurden, wird Geldtipps.de die Identifikationsdaten zur Rechtsverfolgung herausgeben.