Zecken: Eine tödliche Gefahr in Wald und Wiesen

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(verpd) Bereits im Februar und März dieses Jahres war es schon wieder so warm, dass die kleinen Blutsauger aktiv wurden. Wer glaubt, dass Zecken dabei nur im Wald lauern, der irrt, denn der Lebensraum beginnt, wie eine Studie der Universität Hohenheim zeigt, im wahrsten Sinne des Wortes direkt vor der eigenen Haustüre, nämlich im eigenen Garten – und das sogar in Gärten, die in städtischem Umfeld liegen. Grund genug, sich zu schützen.

Zecken finden sich auf Gräsern, in Stauden oder Büschen. Dabei können die kleinen Spinnentiere zwar weder fliegen noch wie ein Floh springen, aber sie klettern bis zu 1,50 Meter hoch und warten geduldig auf einen potenziellen Wirt. Wenn man nur leicht an dem Grashalm oder Busch streift, genügt das, damit die Zecken blitzschnell überwechseln. Außerdem können sie sich durchaus auch auf einen zubewegen, wenn man längere Zeit stillsteht oder sitzt.

Sobald das Tier einen Wirt erreicht hat, sucht es eine geeignete Einstichstelle. Der Stich bleibt dabei zumeist unbemerkt, denn von der Zecke werden schmerzstillende Stoffe in die Wunde abgegeben. Wird das Tier nicht entfernt, bleibt die Zecke mehrere Tage und saugt Blut. Dabei kann sie einerseits Erreger aufnehmen, aber auch Krankheitserreger abgeben. Bei den so übertragenen Krankheiten sind vor allem die Frühsommer-Meningoenzephalitis (FSME) und die Borreliose für Menschen gefährlich. Zumindest vor der lebensgefährlichen FSME kann man sich durch eine Impfung schützen.

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Eine tödliche Gefahr

FSME wird durch Viren verursacht. Eine Infektion geht mit Fieber, Kopfschmerzen, Halsschmerzen, Magenbeschwerden und/oder Durchfall einher, wobei diese grippeähnlichen Symptome meist ein bis zwei Wochen nach der Übertragung auftreten. Nach einer kurzen beschwerdefreien Zeit kann es dann durch diese Viren zu einer Hirnhaut- oder Gehirnentzündung kommen. Dies wird häufig von hohem Fieber, Kopfschmerzen, Sprach- und Schluckbeschwerden und/oder Nackensteife begleitet – und kann sogar bis zum Tode führen.

Betroffen von FSME sind ganze Regionen, vor allem in Süddeutschland. In Baden-Württemberg liegt beispielsweise jeder und in Bayern nahezu jeder Landkreis im FSME-Risikogebiet, wie eine Karte des Robert-Koch-Institutes (RKI) zeigt. In diesen Risikogebieten sind rund zwei Prozent der Zecken mit dem FSME-Virus infiziert. Auch im Ausland wie in Teilen von Österreich, Polen, Ungarn, Tschechien und Dänemark bestehen laut RKI diverse FSME-Risikogebiete.

Gegen das Virus und die möglichen Folgen kann man sich durch eine Impfung schützen. Impfen lassen sollten sich nach Angaben des Deutschen Grünen Kreuzes für Gesundheit e.V. Personen, die sich in FSME-Risikogebieten vorrübergehend oder dauerhaft aufhalten. Die Ständige Impfkommission empfiehlt eine Impfung zudem allen, die beruflich gefährdet sind, also zum Beispiel Forstarbeitern und Landwirten. Detaillierte Informationen liefert das RKI auf einer eigenen Webseite.

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Zeckenstich mit Spätfolgen

Zecken sind auch Überträger der Lyme-Borrelien, wobei zwischen zehn und bis 40 Prozent der Blutsauger diese Bakterien in sich tragen, die der Auslöser für die Lyme-Borreliose oder Lyme-Krankheit sind. Es handelt sich hierbei um die häufigste durch Zecken übertragene Infektionskrankheit in Europa. Allein in Deutschland erkranken daran rund 100.000 Menschen pro Jahr. Betroffen sein können von dieser Krankheit, die zum Teil chronisch verläuft und sich auch erst nach Jahren bemerkbar machen kann, jedes Organ, das Nervensystem, die Gelenke oder das Körpergewebe.

Bekannt sind grippeähnliche Verläufe der Krankheit mit Fieber und Kopfschmerzen, aber auch Schweißausbrüche, Entzündungen der Nerven und der Gelenke sowie Störungen des Tastsinns und des Sehens. Diese Bakterien können aber auch die Ursache für Herzrasen, einen hohen Blutdruck, Erschöpfung und chronische Müdigkeit sein. Viele Betroffene weisen außerdem einen zu niedrigen Serotonin-Spiegel auf, und wenn dieses Glückshormon fehlt, führt dies oft zu depressiven Verstimmungen.

Da eine Zecke für die Übertragung dieser Bakterien normalerweise zwischen sechs und 48 Stunden braucht, sollte sie stets so schnell wie möglich fachmännisch entfernt werden. Wenn Borrelien übertragen wurden, zeigt sich dies häufig nach Tagen oder Wochen und zwar durch grippale Anzeichen und eine ringförmige rötliche Hautveränderung rund um die Bissstelle. Dann hilft nur noch ein spezielles Antibiotikum, das vom Arzt verabreicht wird und das die Borrelien-Bakterien bekämpfen kann.

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Der beste Schutz: Gar nicht gestochen werden

Es gibt noch eine ganze Reihe an weiteren Bakterien, Viren und Krankheiten, die von den kleinen Blutsaugern übertragen werden können. Deshalb sollte man dafür sorgen, dass man gar nicht erst gestochen wird. Hier hilft eine geschlossene Kleidung: also feste Schuhe, lange Hosen und eine Oberbekleidung mit langen Ärmeln. Das Risiko mit einer Zecke in Kontakt zu kommen, ist größer, wenn man vorhandene Wege verlässt und querfeldein läuft. Außerdem sollte man nach einem Aufenthalt im Freien den Körper und die Kleidung nach den Plagegeistern absuchen.

Hat eine Zecke bereits gestochen, sollte diese umgehend entfernt werden. Verwenden kann man hierfür eine Pinzette, eine Zeckenzange, eine Zeckenkarte oder ein Zecken-Kuhfuß. Nach dem Entfernen sollte die Einstichstelle desinfiziert werden, wobei man mit der Lupe nachkontrollieren kann, ob das Tier auch vollständig entfernt wurde. Tipp: Durch regelmäßige Fotos der Einstichstelle, beispielsweise mit dem Handy, lassen sich Hautveränderungen leichter erkennen und dokumentieren.

Wurde beim Entfernen beispielsweise der Kopf des Tieres abgerissen oder kommt es zu Hautveränderungen rund um die Bissstelle beziehungsweise zu anderen Krankheitssymptomen, sollte der Arzt konsultiert werden. Wurde man von einer Zecke in einem Gebiet mit einem erhöhten FSME-Aufkommen gestochen, empfiehlt sich stets der Gang zum Arzt.

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