Wo und wie Kinder richtig krankenversichert sind

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(verpd) Werdende Eltern sollten sich, insbesondere wenn ein Elternteil privat krankenversichert ist, bereits vor der Geburt über den Krankenversicherungs-Schutz ihres Kindes informieren. Unter anderem ist es wichtig zu wissen, ob das Kind nach der Geburt automatisch privat oder gesetzlich krankenversichert ist oder ob ein eigener Vertrag notwendig wird.

Zudem gilt es zu beachten, wie lange ein Kind als mitversichert gilt oder auch inwieweit eine Änderung der beruflichen Tätigkeit eines Elternteils Änderungen bei der Krankenversicherung für das Kind nach sich zieht.

Damit ein Kind in der gesetzlichen Krankenversicherung (GKV) kostenfrei mitversichert werden kann, müssen beide Elternteile in der GKV pflichtversichert oder einer pflichtversichert und der andere nicht berufstätig beziehungsweise geringfügig beschäftigt sein.

Bei dieser sogenannten Familienmitversicherung zahlt nur der Pflichtversicherte, bei dem das Kind oder auch der Ehepartner in der GKV mitversichert ist, eine Prämie entsprechend dem Beitragssatz der GKV und seinem Einkommen.

Familienversicherung in der gesetzlichen Krankenversicherung

Die GKV-Familienmitversicherung ist in Paragraf 10 SGB V (Fünftes Sozialgesetzbuch) geregelt und gilt unter anderem für alle minderjährigen leiblichen oder auch adoptierten Kinder beider Ehegatten oder auch beider gleichgeschlechtlichen Partner einer eingetragenen Lebenspartnerschaft. Ebenfalls kostenfrei in der GKV mitversichert sind Kinder bis zum 23. Lebensjahr, solange sie nicht erwerbstätig sind.

Auch eine Mitversicherung bis zum 25. Lebensjahr ist möglich, solange das Kind sich in einer Schul- oder Berufsausbildung wie beispielsweise einem Studium befindet oder ein freiwilliges soziales oder ökologisches Jahr ableistet. Auch über das 25. Lebensjahr hinaus kann die Familienversicherung in einigen Fällen bestehen bleiben.

Sie verlängert sich nämlich um den Zeitraum, für den die Schul- oder Berufsausbildung für folgende Verrichtungen unterbrochen oder verzögert wurde, längstens jedoch um maximal zwölf Monate: bei freiwilligem Wehrdienst, Freiwilligendienst wie Bundesfreiwilligen-Dienst, Jugendfreiwilligen-Dienst oder einem vergleichbaren anerkannten Freiwilligendienst oder der Tätigkeit als Entwicklungshelfer. Keine Altersgrenzen gibt es für behinderte Kinder, die sich finanziell nicht selbst unterhalten können, sofern die Behinderung während der Zeit der bestehenden Familienversicherung eingetreten ist.

Wenn Kinder ein Einkommen haben

Prinzipiell ist eine kostenlose Familienmitversicherung nur möglich, wenn das Gesamteinkommen des mitversicherten Kindes nicht über 395 € auf den Monat gerechnet liegt.

Zum Gesamteinkommen zählen unter anderem regelmäßige Einkünfte aus Miet- oder Zinserträgen, aus einer selbstständigen Tätigkeit sowie Renteneinkünfte. BAföG-Leistungen werden bei der Ermittlung des Gesamteinkommens nicht berücksichtigt.

Bei Kindern, die eine geringfügige Beschäftigung (Minijob) ausübten, ist die Verdienstgrenze für eine kostenlose GKV-Mitversicherung höher – sie liegt bei monatlich 450 € im Jahr 2014.

Ältere Studenten oder Studenten im dualen Studium

Studenten über 25 Jahre, die nicht mehr der Familienversicherung unterliegen, zahlen zur gesetzlichen Kranken- und Pflegeversicherung einen festgelegten Beitrag. Dieser beträgt monatlich 64,77 € für die Kranken- und 12,24 € beziehungsweise 13,73 € bei Kinderlosen ab dem 23. Lebensjahr für die Pflegeversicherung. Sie können aber auch eine private Krankenvollversicherung abschließen. Auch hier gibt es für Studenten günstige Tarife.

Wer einen dualen Studiengang absolviert, gilt als Auszubildender, wenn er ein Arbeitsentgelt (Gehalt), Studienbeihilfe oder ein Stipendium erhält, und ist daher gesetzlich pflichtversichert.

Die Beiträge zur GKV werden in der Regel automatisch vom Einkommen durch den Arbeitgeber abgezogen und an die Krankenkasse weitergegeben.

Gesetzlich oder privat krankenversichert

Die Frage, wo und über wen ein Kind versichert ist, wenn ein Elternteil einer gesetzlichen und der andere einer privaten Krankenversicherung angehört, hängt von diversen Kriterien ab. Wichtig ist dabei unter anderem die jeweilige Einkommenshöhe der Elternteile. Sind beide Elternteile über eine private Krankenversicherung (PKV) abgesichert, ist das Kind privat abzusichern.

Ein Wahlrecht besteht, wenn ein Elternteil über die PKV abgesichert ist, sein Einkommen über der Versicherungs-Pflichtgrenze für die GKV – diese beträgt in 21.453.550 € im Jahr – liegt und er mehr verdient als der Elternteil, der Mitglied einer gesetzlichen Krankenkasse ist.

In diesem Fall kann das Kind entweder in der PKV oder auch als freiwillig versichertes Mitglied gegen einen eigenen Beitrag in der GKV versichert werden. Eine beitragsfreie Familienversicherung in der gesetzlichen Krankenversicherung ist in diesem Fall ausgeschlossen.

Von Wahlfreiheit bis hin zum optimalen Versicherungsschutz

Wenn ein Elternteil zwar der PKV angehört, dessen Einkommen aber niedriger ist als das des anderen Elternteils, der über die gesetzliche Krankenversicherung abgesichert ist, kann das Kind entweder kostenlos in der GKV oder kostenpflichtig über die PKV krankenversichert werden.

Das Gleiche gilt, wenn ein Elternteil, beispielsweise ein Selbstständiger, in der PKV versichert ist, sein Einkommen aber unterhalb der GKV-Versicherungspflicht-Grenze liegt und der andere Elternteil Mitglied der gesetzlichen Krankenversicherung ist.

Übrigens: Um sicherzugehen, dass ein Kind eine optimale medizinische Versorgung bekommt, kann auch für jedes Kind, das gesetzlich krankenversichert ist, eine private Krankenzusatz-Versicherung abgeschlossen werden. Damit können je nach Vertragsvereinbarung Leistungen in Anspruch genommen werden, die über die gesetzliche Absicherung hinausgehen, beispielsweise im Bereich Zahnersatz und Kieferorthopädie, beim Heilpraktiker oder bei einem Krankenhausaufenthalt.

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