Wie Sie hohe Zuzahlungen vermeiden

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Für viele Leistungen müssen Kassenmitglieder eine Eigenbeteiligung entrichten. Diese Zuzahlungen können sich übers Jahr gerechnet zu happigen Beträgen summieren. Wer Bescheid weiß, kann seine Belastung begrenzen.

Im Jahr 2006 waren von den gesetzlich Versicherten Zuzahlungen in Höhe von insgesamt 5,3 Mrd. Euro zu leisten. Das entspricht einem zusätzlichen Jahresbetrag in Höhe von 105,73 Euro pro Mitglied in der gesetzlichen Krankenversicherung. Hinzuzurechnen sind außerdem die Praxisgebühren für Besuche beim Arzt und Zahnarzt in Höhe von bis zu 160 Euro im Jahr. Diese Mehrkosten fallen für Privatpatienten nicht an.

Die Belastung ist begrenzt


Doch nicht jeder muss zuzahlen und die Belastung ist begrenzt. Befreit von Zuzahlungen sind Kinder und Jugendliche unter 18 Jahren sowie Bezieher von BAföG, ALG II oder Sozialhilfe. Die Belastungsgrenze liegt bei 2 Prozent aller jährlichen Bruttoeinnahmen zum Lebensunterhalt, bei chronisch Kranken bei 1 Prozent, sofern vorgeschriebene Vorsorgeuntersuchungen in Anspruch genommen wurden.

Diese Chroniker-Regelung wurde zum 1.1.2008 verschärft. Seit Jahresbeginn profitieren nur diejenigen von der halbierten Belastungsgrenze bei Zuzahlungen, die nachweisen können, dass sie sich im Vorfeld bei den vorgeschriebenen Vorsorgeuntersuchungen haben beraten lassen.

Richtige Therapie vorausgesetzt


Neu ist ebenfalls, dass die jährliche Chroniker-Bescheinigung nur dann ausgestellt werden darf, wenn der Arzt ein therapiegerechtes Verhalten des Versicherten bescheinigt. Das liegt z.B. bei Teilnahme an einem strukturierten Behandlungsprogramm vor. Die Krankenkassen sind verpflichtet, ihre Versicherten auf die maßgeblichen Gesundheitsuntersuchungen hinzuweisen.

Tipp
Die Belastungsgrenze ist jedes Jahr neu zu ermitteln. Sammeln Sie Quittungen der Zuzahlungen und prüfen Sie, ob die Belastungsgrenze erreicht ist. Wird sie im Laufe des Jahres erreicht, bekommen Sie von Ihrer Kasse eine Befreiungskarte und brauchen nichts mehr zuzuzahlen. Die Krankenkassen sind außerdem dazu verpflichtet, ihre Versicherten zu Beginn des Kalenderjahres auf die für Chroniker maßgeblichen Gesundheits- und Früherkennungsuntersuchungen hinzuweisen.
Zuzahlungen können Sie als außergewöhnliche Belastungen in Ihrer Steuererklärung angeben. Der abzugsfähige Betrag mindert sich jedoch um die zumutbare Belastung. Größere Arztrechnungen sollten Sie deshalb nach Möglich in ein Kalenderjahr platzieren. Das hilft, die Hürde der zumutbaren Belastung zu überwinden.

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