Wie die Deutschen ihre Gesundheit und Lebenserwartung einschätzen

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(verpd) Die meisten Bürger in Deutschland fühlen sich gesund, wie eine umfangreiche Befragung ergeben hat. Das Wohlbefinden ist insgesamt höher als noch in den Neunzigern. Allerdings gibt es bei der Lebensweise noch Verbesserungsbedarf.

Seit 1984 führt das Robert-Koch-Institut (RKI) Untersuchungen zur gesundheitlichen Lage der Bevölkerung durch. Die aktuelle Studie „Gesundheit Erwachsener in Deutschland“ (DEGS) der RKI analysiert die gesundheitliche Situation von Männern und Frauen zwischen 18 und 79 Jahren. Dazu wurden von 2008 bis 2011 rund 8.000 Personen bundesweit befragt und auch körperliche Untersuchungen, Tests und Laboranalysen durchgeführt.

Die vor Kurzem veröffentlichte Studie zeigt, dass die Mehrheit der Bürger sich gesund fühlt. Bei der Befragung bewerteten insgesamt 76,6 Prozent aller Männer und 72,9 Prozent aller Frauen ihre Gesundheit als gut oder sehr gut. Selbst bei den ab 70-Jährigen beurteilten 53 Prozent, also über die Hälfte der Befragten, den eigenen Gesundheitszustand entsprechend positiv. Damit geht es statistisch gesehen den Bürgern heute besser als noch in den Neunzigern.

Sportlich aktiver

Die Befragung ergab, dass Männer und Frauen im Durchschnitt sportlich aktiver geworden sind als noch vor mehr als zehn Jahren. Rund 51 Prozent der Erwachsenen treibt mindestens eine Stunde pro Woche Sport.

Die Empfehlungen der Weltgesundheits-Organisation, dass sich Erwachsene zweieinhalb Stunden pro Woche körperlich bewegen sollen, um das Risiko bedeutender chronischer Erkrankungen, wie Herzleiden, Diabetes, Dickdarm- und Brustkrebs zu senken, erreichen jedoch noch zu wenige. Nur jeder vierte Mann und jede sechste Frau gaben an, entsprechend sportlich aktiv zu sein.

Wie die Daten der DEGS zeigen, rauchen derzeit 26,9 Prozent der Frauen und 32,6 Prozent der Männer. Zwar greifen immer noch rund 24 Prozent der Erwachsenen regelmäßig und sechs Prozent gelegentlich zur Zigarette, allerdings hat die Anzahl insbesondere der starken Raucher bei Männer und Frauen im Vergleich zu 2003 abgenommen.

Zu viel Alkohol und zu viel Gewicht

Erschreckend ist das Umfrageergebnis beim Alkoholkonsum: Laut Befragung trinken 26 Prozent der Frauen und 42 Prozent der Männer gefährlich viel Alkohol. Nach eigenen Aussagen hat sogar fast jeder zweite Mann im Alter zwischen 18 und 29 Jahren mindestens einmal im Monat einen Rausch. Zu viel Alkohol auf Dauer kann nach Angaben der Gesundheitsexperten zu Folgeerkrankungen wie etwa Leberschäden oder Krebs sowie einem erhöhten Abhängigkeitspotenzial führen.

Untersucht wurde zudem das Gewicht. Starkes Übergewicht (Adipositas) begünstigt nämlich nach Angaben von Gesundheitsexperten die Entstehung von Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Diabetes und bestimmten Krebsarten. Die Studie zeigt, dass die Mehrheit der Bürger schon seit Jahren zu viel auf die Waage bringt.

Wie bereits Ende der Neunziger gelten auch derzeit 53 Prozent der Frauen und 67,1 Prozent der Männer als übergewichtig. Zugenommen hat jedoch der Anteil der stark Übergewichtigen. Aktuell sind 23,9 Prozent der Frauen und 23,3 Prozent der Männer adipös. Auffallend viele junge Männer sind heute häufiger stark übergewichtig als noch in den Neunzigerjahren – der Anteil beträgt bei den 30- bis 39-Jährigen bereits 22,0 Prozent.

Weitersteigende Lebenserwartung

Die Umfrage ergab, dass 97 Prozent aller Erwachsenen mindestens einmal jährlich zum Arzt gehen. Gut die Hälfte der anspruchsberechtigten Erwachsenen nimmt die regelmäßigen Krebsvorsorge-Untersuchungen wahr, Frauen jedoch häufiger als Männer. Insgesamt rechnen Experten nicht zuletzt aufgrund der immer besser werdenden Gesundheit der Bevölkerung, der verbesserten Vorsorgeuntersuchungen und Behandlungsmethoden sowie der gesünderen Lebensweise mit einer weitersteigenden Lebenserwartung. Was bedeutet dies für den Einzelnen?

Wer länger lebt, braucht auch länger Geld, um den eigenen Ruhestand sorgenfrei genießen zu können. Allerdings nimmt mit steigendem Alter auch die Wahrscheinlichkeit zu, ein Pflegefall zu werden. Deshalb ist es für den Einzelnen wichtig, schon frühzeitig an eine finanzielle Absicherung für das Alter sowie gegen die Risiken Pflegefall und Berufsunfähigkeit zu denken.

Da bereits heute die gesetzliche Altersrente im Vergleich zum letzten Einkommen im Durchschnitt nicht einmal mehr 50 Prozent beträgt und sich künftig sogar noch vermindert, wird eine frühzeitige, individuell optimierte Altersvorsorge immer wichtiger.

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