Wer Blutverdünner benötigt, sollte vorsichtig sein

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(verpd) Nach Angaben der Experten der Unabhängigen Patientenberatung Deutschland (UPD) werden in Deutschland jährlich rund 19 Millionen Rezepte für blutverdünnende Arzneimittel verschrieben. Allerdings sollten Betroffene bei der Einnahme einiges beachten, damit es nicht zu unerwünschten Nebenwirkungen kommt.

Wie der Arzneiverordnungsreport 2013 zeigt, können Patienten, die blutverdünnende Medikamente einnehmen müssen, die Wirkung dieser Mittel durch die Einnahme von bestimmten Nahrungsmitteln und/oder anderen teils frei verkäuflichen Arzneien unwissentlich verstärken oder abschwächen.

„Die Folgen reichen von einer erhöhten Gefahr für einen Schlaganfall oder Herzinfarkt bis hin zu inneren Blutungen“, erklärt Dr. Lisa Goltz vom Arzneimittelberatungs-Dienst der Unabhängigen Patientenberatung Deutschland (UPD). Die UPD berät per Gesetz neutral und kostenlos zu allen Gesundheitsfragen – in 21 regionalen Beratungsstellen vor Ort , aber auch in Form einer kostenfreien bundesweiten Servicenummer (Telefonnummer 0800 0117722) sowie einer ebenfalls kostenlosen Onlineberatung.

ASS und Vitamin-K-Hemmer

Die Gesundheitsexperten des UPD raten diesbezüglich, zum Beispiel Arzneimittel mit dem klassischen blutverdünnenden Wirkstoff Acetylsalicylsäure (ASS), der unter anderem in Aspirin enthalten ist, nicht gleichzeitig mit dem Schmerzmittel Ibuprofen einzunehmen, da dies die Wirkung von ASS reduziert.

Wer Medikamente, die die Aufnahme von Vitamin K hemmen, um so die Bildung von Blutgerinnseln zu verhindern, verabreicht bekommt, sollte auf Johanniskrautpräparate und Gemüse wie Blattsalat, Spinat, Brokkoli und einige Kohlsorten, die selbst viel Vitamin K enthalten, verzichten. Anderenfalls wirkt das Medikament zur Verhinderung von Blutgerinnseln nur noch bedingt.

Vielen Patienten, die ASS und Vitamin-K-Hemmer benötigen, ist dieses Risiko laut UPD nur wenig bewusst. „Viele Menschen, die bei uns anrufen, nehmen diese Mittel ein – aber Fragen dazu sind eher selten“, so Dr. Goltz.

Experten klären kostenlos über Wechselwirkungen auf

Anders sieht es jedoch bei Patienten aus, die neuere Arzneimittel zur Gerinnungshemmung verschrieben bekommen. Laut Dr. Goltz rufen hier viele gezielt wegen derartiger Mittel an. Doch insbesondere bei den genannten neueren Präparaten sind gemäß den Gesundheitsexperten der UPD bislang keine Wechselwirkungen mit Nahrungsmitteln und frei verkäuflichen Medikamenten bekannt.

„Wer dauerhaft Medikamente einnimmt, sollte sich möglicher Wechselwirkungen bewusst sein“, erklärt Dr. Goltz. Der Arzneimittelberatungs-Dienst der UPD empfiehlt Betroffenen, prinzipiell eine Liste mit den persönlich benötigten Arzneimitteln für Notsituationen mit sich zu führen.

Zudem sollte man die verschriebenen Medikamente regelmäßig, vor allem aber beim Austausch von Präparaten, auf Wechselwirkungen mit Nahrungsmitteln oder anderen auch rezeptfreien Arzneimittel von neutralen Experten wie Ärzten, Apotheken oder auch dem UPD prüfen lassen. Der UPD-Arzneimittelberatungs-Dienst ist kostenfrei unter der Telefonnummer 0800 0117725 erreichbar.

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