Wenn man im Ausland plötzlich krank wird

 - 

(verpd) Wer in Deutschland gesetzlich krankenversichert ist, sollte sich vor einer Auslandsreise um einen entsprechenden Kostenschutz für den Fall einer Erkrankung kümmern. Denn wird man im Ausland krank, übernimmt die deutsche gesetzliche Krankenversicherung (GKV) die anfallenden Krankheitskosten wie Arzt- oder Krankenhauskosten je nach Land und Kostenart nur zum Teil oder gar nicht.

Der gewohnte Versicherungsschutz, den gesetzlich Krankenversicherte hierzulande haben, gilt im europäischen Ausland und in Ländern, die ein entsprechendes Abkommen mit Deutschland haben, nur bedingt und in allen anderen Ländern gar nicht.

Bei einem Krankheitsfall im Ausland muss der Kranke krankheitsbedingte Kosten zum Teil oder komplett aus der eigenen Tasche zahlen – sofern er nicht eine Auslandsreise-Krankenversicherung abgeschlossen hat.

Reisen in ein EU-Land

Die deutsche gesetzliche Krankenversicherung (GKV) erstattet anfallende Krankheitskosten nur in den Ländern der Europäischen Union (EU) und einigen anderen Staaten, mit denen ein Sozialversicherungs-Abkommen besteht. Allerdings wird in diesen Ländern von der GKV oft nur eine Grundversorgung bezahlt, die zum Teil weit unter den Leistungen, die einem in Deutschland zustehen, liegen.

Denn in diesen Ländern hat der Reisende durch die deutsche GKV nur Anspruch auf solche Leistungen, die auch die Bürger des jeweiligen Landes durch eine dort bestehende gesetzliche Krankenversicherung erhalten würden. In einigen dieser Länder sind jedoch hohe Zuzahlungen oder Selbstbeteiligungen für die Behandlung beim Arzt und/oder im Krankenhaus vorgeschrieben.

Da nicht einmal die Bürger des jeweiligen Landes diese Kosten von der dortigen gesetzlichen Krankenversicherung erstattet bekämen, erhalten auch die Reisenden, die in einem solchen Land eine medizinische Behandlung benötigen, diese Kosten nicht von der deutschen GKV erstattet. Außerdem muss ein Kranker im Ausland oftmals diverse Kosten für eine ärztliche oder stationäre Behandlung im Voraus bar bezahlen, auch wenn er die heimische Krankenversicherungs-Karte und damit die auf der Rückseite integrierte Europäische Krankenversicherungs-Karte (EHIC) vorzeigt.

Länder ohne gesetzliche Absicherung

Zudem gibt es zahlreiche Reiseländer wie Australien, Brasilien, China, Chile, Indien, Japan, Kanada und USA, die kein Sozialversicherungs-Abkommen in Bezug auf den Krankenversicherungs-Schutz mit Deutschland haben. In diesen Ländern muss ein erkrankter Reisender alle Krankheitskosten aus der eigenen Tasche zahlen. Ein Krankenrücktransport aus dem Ausland in die Bundesrepublik wird in der Regel generell nicht von den gesetzlichen Krankenkassen übernommen.

Wer wissen möchte, was in den einzelnen Ländern versichert ist und was nicht, und somit nicht zum Versicherungsumfang im Rahmen des Sozialversicherungs-Abkommens gehört, findet entsprechende Informationen in den Merkblättern „Urlaub im Ausland“. Diese stehen kostenlos zum Herunterladen beim GKV-Spitzenverband zur Verfügung.

In allen Merkblättern wird Reisenden ausdrücklich der Abschluss einer privaten Auslandsreise-Krankenversicherung empfohlen, um dem hohen Kostenrisiko im Falle einer notwendigen medizinischen Behandlung im Ausland zu entgehen.

Nicht nur, aber auch für Globetrotter

Eine solche Police bietet im Vergleich zur gesetzlichen Krankenversicherung einen deutlich umfassenderen Versicherungsschutz. Sie schließt je nach Vereinbarung beispielsweise die Übernahmen der Arzt- und Krankenhauskosten sowie bei medizinischer Notwendigkeit die Rücktransportkosten nach Deutschland mit ein. Allerdings: Ausgeschlossen sind Kosten für voraussehbare Operationen wie Schönheitsoperationen die geplanterweise im Ausland durchgeführt werden sollen.

Prinzipiell müssen also die gesundheitlichen Probleme unvorhergesehen eintreten, damit Versicherungsschutz besteht. Die Versicherten erhalten in der Regel vom Versicherer für jedes Land entsprechende Anlaufstellen und Telefonnummern, um eine schnelle medizinische Behandlung unbürokratisch und wenn möglich ohne Vorauszahlung zu gewährleisten. Die Auslandsreise-Krankenversicherungen gibt es als Einzelpolice für eine bestimmte Reise oder als Ganzjahrespolice. Für Reisende die regelmäßig im Ausland unterwegs sind, empfiehlt sich eine Ganzjahrespolice.

Dann sind automatisch alle Reisen – sofern die einzelne Reise je nach Vertragsvereinbarung zum Beispiel nicht länger als sechs oder acht Wochen dauert und der Reisepreis unter der im Vertrag vereinbarten Summe liegt – versichert, ohne dass man sich vor jedem Urlaub darum kümmern muss. Wer länger als sechs Wochen verreist oder eine teure Reise, deren Wert über der in der Police genannten Reisesumme liegt, antreten will, muss dies mit dem Versicherer vereinbaren. Dies gilt auch für Dienstreisen, da diese nicht in allen Policen automatisch mitversichert sind.

Weitere News zum Thema

  • Schmerzpatient darf Cannabis für sich selbst anbauen

    [] Cannabis kann ein wirksames Mittel gegen Schmerzen sein. Das Bundesverwaltungsgericht hat deshalb das Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte verpflichtet, einem an multipler Sklerose Erkrankten eine Ausnahmegenehmigung für den Eigenanbau von Haschisch zu erteilen. mehr

  • Längere Fehlzeiten je Krankmeldung

    [] (verpd) Nach aktuellen Angaben der DAK-Gesundheit, einer gesetzlichen Krankenkasse, sank bei den Arbeitnehmern der durchschnittliche Krankenstand von 4,1 Prozent in 2015 auf 3,9 Prozent in 2016. Erhöht hat sich dagegen die Fehlzeit je Krankenmeldung. Stark angestiegen ist zudem die Anzahl der Fehltage, die durch psychische Leiden verursacht wurden – in den letzten 20 Jahren hat sie sich mehr als verdreifacht. mehr

  • Onlinehilfe für Arbeitgeber zum Thema Sozialversicherungen

    [] (verpd) Ein neues Informationsportal, aufgebaut vom Bundesministerium für Arbeit und Soziales, will Firmen, die bereits Mitarbeiter haben oder erstmalig Mitarbeiter einstellen möchten, helfen, grundlegende Fragen zum Melde- und Beitragsrecht in der Sozialversicherung zu beantworten. mehr

  • Krankenversicherungsstatus überprüfen

    [] Versicherte sollten sich rechtzeitig vor dem Eintritt in die Rente über ihren Krankenversicherungsstatus informieren. Für die Rentenversicherungsträger besteht keine Beratungsverpflichtung hinsichtlich der Vorversicherungszeit für den Zugang zur Krankenversicherung der Rentner (KVdR). mehr

Weitere News zum Thema

schließen

Link empfehlen

Mit der Inanspruchnahme des Services willigen Sie in folgende Vorgehensweise ein:

Ihre eigene E-Mail-Adresse und die des Empfängers werden nur zu Übertragungszwecken verwendet - um den Adressaten über den Absender zu informieren, bzw. bei einem Übertragungsfehler eine Benachrichtigung zu übermitteln. Um einen Missbrauch dieses Services zu vermeiden, wird Geldtipps.de die Identifikationsdaten (IP-Adresse) jedes Nutzers der versandten E-Mail in Form eines E-Mail-Header-Record (X-Sent-by-IP) beifügen und für einen Zeitraum von zwei Monaten speichern. Sofern Dritte glaubhaft machen, dass sie durch die Versendung eines Artikels im Rahmen dieses Services in ihren Rechten verletzt wurden, wird Geldtipps.de die Identifikationsdaten zur Rechtsverfolgung herausgeben.