Wenn Kinder Medikamente benötigen

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(verpd) Eltern meinen es normalerweise gut, wenn sie ihrem kranken Kind Medikamente verabreichen. Kommt es hierbei jedoch zu Fehlern, kann dies sogar zu weiteren gesundheitlichen Problemen führen.

Nach Angaben des Bundesverbandes Deutscher Apothekerverbände (ABDA) ist eine falsche Dosierung der häufigste Fehler bei der medikamentösen Behandlung von Kindern. Dabei ist nicht nur eine Überdosierung gefährlich. Eine Unterdosierung kann zum Beispiel dazu führen, dass eine Erkrankung nicht ausreichend behandelt wird oder sich bei der Gabe von Antibiotika eine Resistenz bildet.

Gesundheitsexperten betonen, dass Kindern Arzneimittel grundsätzlich nur in Absprache mit einem Arzt verabreicht werden sollten. Reichen bei leichten Krankheitsbeschwerden des Kindes einfache Hausmittel wie Bettruhe für eine schnelle Genesung nicht aus, sollte auf alle Fälle ein Arzt konsultiert werden. Bei stärkeren Beschwerden oder auffälligen körperlichen Veränderungen des Kindes ist unbedingt ein Kinder- und Jugendarzt aufzusuchen, so der Berufsverband der Kinder- und Jugendärzte e.V.

Rezeptfreie Arzneimittel

Frei verkäufliche Arzneimittel können nach Aussagen der Apothekerkammer Niedersachsen Wirkstoffe enthalten, die bei einer falschen Einnahme oder in Kombination mit anderen Mitteln zu problematischen Nebenwirkungen führen können. Das gilt für Erwachsene, aber besonders auch für Kinder. Am sichersten ist es daher, wenn Eltern auch rezeptfreie Medikamente erst nach Rücksprache mit dem Arzt in der für das Kind passenden Dosis verabreichen.

Bei einer vom Arzt verschriebenen medikamentösen Behandlung ist es notwendig, sich strikt an die von ihm getroffenen Einnahmevorschriften zu halten. Die Substanzen werden nämlich anders abgebaut als bei Erwachsenen, darauf weist die Apothekerkammer Hamburg hin.

Nach Angaben der ABDA brauchen „Kinder in der Entwicklung, vom Neugeborenen über das Kleinkind bis zum Kind, unterschiedlich hohe Dosierungen bezogen auf das Gewicht oder die Körperoberfläche“. Die passende Dosierung kann somit auch vom Lebensalter des Kindes abhängen. Während bei manchen Arzneistoffen Kleinkinder viel geringere Dosierungen in Milligramm pro Kilogramm Körpergewicht benötigen als größere Kinder oder Erwachsene, sind bei anderen Wirkstoffen sogar höhere Dosierungen als bei älteren Kindern oder Erwachsenen notwendig.

Richtig dosieren und verabreichen

Zum richtigen Abmessen von Arzneisäften sollte stets die mitgelieferte Dosierhilfe verwendet werden. Mit Tee- oder Esslöffeln ist keine exakte Dosierung möglich. „Das birgt die Gefahr, dass die Kinder entweder zu wenig von dem Arzneimittel bekommen und die Krankheit womöglich nicht ausreichend therapiert wird. Bekommen Säuglinge und Kinder dagegen mehr als die angegebene Menge, steigt das Risiko für Nebenwirkungen“, so Dr. Jörn Graue, Vorsitzender des Hamburger Apothekervereins.

Tabletten, Tropfen und Arzneimittel in Pulverform sollten mit kaltem oder höchstens lauwarmem Wasser verabreicht werden. Ist das Wasser zu warm, kann dies die Arzneiwirkstoffe beeinflussen. Andere Getränke wie Tees, Säfte oder sonstige Flüssigkeiten können die Wirkung des Arzneimittels verändern oder herabsetzen. Werden zum Beispiel Antibiotika gleichzeitig mit Milch verabreicht, verlieren sie an Wirkung.

Antibiotika als Trockenpulver müssen vor der Gabe mit Wasser zubereitet werden. „Damit der Antibiotikasaft am Ende die richtige Konzentration hat, muss die Herstellung entsprechend den Angaben erfolgen“, rät Rainer Töbing, Präsident der Apothekerkammer Hamburg. Zudem muss der zubereitete Saft vor jeder Einnahme kräftig geschüttelt werden.

Passende Lagerung

Kapseln oder Tabletten, die mit einer Schutzschicht überzogen sind, sollten zur Einnahme nicht vorher in Wasser aufgelöst werden, es sei denn dies wird ausdrücklich vom Arzt erlaubt. Denn bei dieser Arzneiform wird mit dem Überzug möglicherweise ein unangenehmer Geschmack überdeckt oder das Schlucken erleichtert. Es kann jedoch auch sein, dass die Aufnahmegeschwindigkeit oder auch der Wirkungsort (zum Beispiel Magen oder Darm) des Arzneistoffes durch den speziellen Überzug im Körper gesteuert wird.

Zäpfchen müssen vor der Gabe kühl, also unter 25 Grad Celsius, gelagert werden. Auf keinen Fall dürfen sie jedoch in die Gefriertruhe gelegt werden, da dies zu Erfrierungen bei der Gabe führen kann. Mit etwas Wasser befeuchtet, lassen sich Zäpfchen leichter einführen.

Prinzipiell sind Arzneimittel am besten in einem abschließbaren und für Kinder unzugänglichen Schrank kühl, trocken und dunkel aufzubewahren. Manche flüssigen oder angerührten Medikamente müssen im Kühlschrank aufbewahrt werden. Die richtige Lagerung ist dem jeweiligen Beipackzettel zu entnehmen.

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