Wenn Implantate bezahlten wurden, dann auch die laufende Reinigung

 - 

In Ausnahmefällen übernehmen die gesetzlichen Krankenkassen auch die Kosten für den Einsatz von Implantaten. Das gilt etwa bei größeren Kieferdefekten. Wenn die Implantate schon bezahlt worden sind, dann muss auch deren aufwendige Reinigung bezahlt werden, die nur möglich ist, wenn die Implantate entfernt werden.

Das entschied das LSG Rheinland-Pfalz am 27.5.2010 (Az. L 5 KR 39/09). Die Kosten beliefen sich im entschiedenen Fall auf 500 Euro pro Reinigung.

Wer ein Zahnimplantat besitzt, wird wissen, dass es für die ordnungsgemäße Reinigung erforderlich ist, die Implantate vom Zahnarzt entfernen zu lassen. Auf diejenigen, die sich Implantate einsetzen lassen, kommen damit Zusatzkosten für deren professionelle Reinigung hinzu, die in der Regel – zumindest von den gesetzlichen Krankenkassen – nicht übernommen werden.

Tipp
Erkundigen Sie sich, wenn Sie den Heil- und Kostenplan bzw. den Kostenvoranschlag Ihres Zahnarztes erhalten, auch nach den Folgekosten, insbesondere den Kosten der Reinigung.

An diesem Nicht-Übernahme-Grundsatz ändert sich auch nach dem jüngsten Urteil trotz einer Reihe anderslautender Berichte nichts. Das LSG hat lediglich entschieden, dass in denjenigen Ausnahmefällen, in denen die Implantatkosten voll von der Kasse übernommen wurden, auch die Reinigungskosten übernommen werden, aber nicht generell. Originalton LSG: "Sind die Voraussetzungen einer Ausnahmeindikation für die Versorgung mit Zahnimplantaten erfüllt, hat der Träger der gesetzlichen Krankenversicherung dem Versicherten auch eine professionelle Reinigung der Implantate zu gewähren, wenn diese medizinisch notwendig ist".

Weitere News zum Thema

  • Wann die Krankenkasse die Leistung (nicht) verweigern darf

    [] (verpd) Normalerweise übernimmt die gesetzliche Krankenversicherung (GKV) nur Behandlungsmethoden, die beispielsweise dem allgemein anerkannten Stand der medizinischen Wissenschaft entsprechen. Das Bundesverfassungs-Gericht klärte nun, wann eine gesetzliche Krankenkasse von dieser Regelung abweichen muss (Az. 1 BvR 452/17). mehr

  • Hilfreiche Informationen zum Thema Demenz

    [] (verpd) Aktuell leben hierzulande rund 1,6 Millionen Menschen, die an Demenz erkrankt sind. Bis 2050 werden es nach Angaben des Bundesministeriums für Familie, Senioren, Frauen und Jugend rund drei Millionen sein. Zwei Bundesministerien, aber auch diverse Verbände erklären in Webportalen und Broschüren, was für Betroffene und deren Angehörige nach einer solchen Diagnose wichtig ist. mehr

  • Zecken: Eine tödliche Gefahr in Wald und Wiesen

    [] (verpd) Bereits im Februar und März dieses Jahres war es schon wieder so warm, dass die kleinen Blutsauger aktiv wurden. Wer glaubt, dass Zecken dabei nur im Wald lauern, der irrt, denn der Lebensraum beginnt, wie eine Studie der Universität Hohenheim zeigt, im wahrsten Sinne des Wortes direkt vor der eigenen Haustüre, nämlich im eigenen Garten – und das sogar in Gärten, die in städtischem Umfeld liegen. Grund genug, sich zu schützen. mehr

  • Für Männer ab 65: Bauchaorten-Aneurysma-Check

    [] Albert Einstein, Thomas Mann, Charles de Gaulle – sie alle sollen an einem Riss ihres Bauchaorta-Aneurysmas gestorben sein. Eine neue Vorsorgeuntersuchung für Männer ab 65 soll diese tödliche Gefahr eindämmen. mehr

  • Worauf Eltern achten sollten, damit ihr Kind gesund bleibt

    [] (verpd) Ein Internetangebot der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA) liefert umfassende Informationen und Tipps für die gesunde Entwicklung von Kindern. Zielgruppe dieser Informationen sind alle Eltern, aber auch Personen, die mit Kindern im Alter bis zu sechs Jahren zu tun haben. mehr

Weitere News zum Thema

schließen

Link empfehlen

Mit der Inanspruchnahme des Services willigen Sie in folgende Vorgehensweise ein:

Ihre eigene E-Mail-Adresse und die des Empfängers werden nur zu Übertragungszwecken verwendet - um den Adressaten über den Absender zu informieren, bzw. bei einem Übertragungsfehler eine Benachrichtigung zu übermitteln. Um einen Missbrauch dieses Services zu vermeiden, wird Geldtipps.de die Identifikationsdaten (IP-Adresse) jedes Nutzers der versandten E-Mail in Form eines E-Mail-Header-Record (X-Sent-by-IP) beifügen und für einen Zeitraum von zwei Monaten speichern. Sofern Dritte glaubhaft machen, dass sie durch die Versendung eines Artikels im Rahmen dieses Services in ihren Rechten verletzt wurden, wird Geldtipps.de die Identifikationsdaten zur Rechtsverfolgung herausgeben.