Wenn die Kräutermischung zum Verhängnis wird

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(verpd) Nach der aktuellen Statistik des Bundeskriminalamts ist die Anzahl der Drogentoten und der Rauschgiftdelikte von 2012 bis 2014 ständig gestiegen.

Auffällig ist insbesondere die extreme Zunahme der Todesfälle infolge Neuer Psychoaktiver Stoffe (NPS), auch „Legal Highs“ genannt – Designerdrogen, die als Kräutermischungen, Badesalze oder Räuchermischungen oftmals über das Internet vertrieben werden. Wie Eltern erkennen können, ob ihr Kind Drogen konsumiert und welche Hilfsmöglichkeiten zur Verfügung stehen, erklären eine Broschüre sowie diverse Onlineportale.

Die Anzahl der polizeilich erfassten Rauschgiftdelikte ist nach Angaben der Drogenbeauftragten der Bundesregierung und des Bundeskriminalamtes 2014 im Vergleich zum Vorjahr um fast zehn Prozent auf über 276.700 Fälle gestiegen. Auch die Anzahl der Konsumenten harter Drogen, dazu gehören Heroin, Kokain, Crack, Amphetamin, Crystal Meth (Methamphetamin), Ecstasy und LSD, die erstmalig straffällig wurden, nahm um fünf Prozent auf 20.120 Personen zu.

Zudem gab es im gleichen Zeitraum drei Prozent mehr Drogentote, die Anzahl stieg nämlich von 1.002 Fällen in 2013 auf 1.032 Fälle in 2014. Besorgniserregend ist die Zunahme um das Fünffache der Anzahl der Todesopfer durch die Einnahme Neuer Psychoaktiver Stoffe (NPS), sogenannter „Legal Highs“.

Zahlreiche Designerdrogen im Umlauf

Bei Legal Highs handelt es sich um Designerdrogen, die als Kräuter- oder Räuchermischungen, sogenannten Spice, aber auch als Badesalze, Reiniger oder Legal Ecstasys oftmals über das Internet als Pulver, Tabletten, Kräuter oder Kapseln angeboten werden. Auf den ersten Blick ist es für den Verbraucher häufig nicht zu erkennen, dass diese Mittel meist illegal und äußerst gesundheitsgefährlich sind.

Laut dem Webportal der Drogenbeauftragten der Bundesregierung, Frau Marlene Mortler, sind in Deutschland aktuell über 1.500 verschiedene Produkte mit rund 160 unterschiedlichen NPS im Umlauf. Alleine 2014 wurden 58 neue Wirkstoffe erstmals auf dem deutschen Markt festgestellt.

Nach Polizeiangaben sind die Wirkung von NPS sowie die Folgen für die Gesundheit des Konsumenten nicht vorhersehbar, da sie aus verschiedensten oftmals nicht bekannten Bestandteilen bestehen. Der Konsum von Legal Highs kann nach bisherigen Erfahrungen unter anderem zu Kreislaufproblemen, Kopfschmerzen, Übelkeit, Angstzuständen, Magenschmerzen, Muskelkrämpfen, Herzrhythmusstörungen, Herzinfarkt und Bewusstlosigkeit bis hin zum Tod führen.

52-seitiger Ratgeber zum Thema Drogen und Sucht

Umfangreiche Informations-Möglichkeiten zum Thema Drogen bietet die 52-seitige Broschüre „Sehn-Sucht“. Sie ist kostenlos beim Herausgeber, der Polizeilichen Kriminalprävention der Länder und des Bundes online herunterladbar oder bei der nächsten polizeilichen Beratungsstelle als Printversion erhältlich. Unter anderem werden hier die verschiedenen Anzeichen einer Suchtgefährdung sowie die unterschiedlichen Suchtverhalten beschrieben.

Neben illegalen Drogen wie Legal Highs, Crystal Meth, Cannabis, Kokain, Crack und Heroin wird auch auf die Risiken legaler Drogen in Form von Alkohol, Nikotin, Schlaf- und Beruhigungsmitteln sowie Anabolika eingegangen.

Zudem enthält der Ratgeber Verhaltenstipps für Eltern, die bei ihren Kindern Anzeichen für einen Drogenkonsum oder eine Suchtgefahr bemerken. Diesbezüglich sind auch Kontaktadressen für Drogenberatungsstellen und Selbsthilfegruppen aufgeführt.

Hilfe für Betroffene und deren Angehörige

Umfangreiche Hintergrund-Informationen und Hilfen zum Thema Drogen und Sucht bietet außerdem das Webportal www.drugcom.de, ein Projekt der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA). Unter anderem wird hier eine Onlineberatung angeboten.

Des Weiteren gibt es eine bundesweite Sucht- und Drogen-Hotline (Telefonnummer 01805 313031), die rund um die Uhr erreichbar ist, eine kostenfreie Telefonseelsorge (Telefonnummer 0800 1110111 oder 0800 1110222) und ein Infotelefon zur Suchtvorbeugung von der BZgA (Telefonnummer 0221 892031)

Weitere Informations- und zum Teil auch Hilfsmöglichkeiten bietet der Verein für Drogenaufklärung in seinem Webportal www.sag-nein-zu-drogen.de, der Gesamtverband für Suchthilfe e.V. und die Deutsche Hauptstelle für Suchtfragen e.V.

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