Weniger Prämie durch kleine Eigenbeteiligung im Schadenfall

 - 

(verpd) Versicherungskunden können ihre Prämie oft erheblich senken, wenn sie mit dem Versicherer vereinbaren, dass sie im Schadenfall einen kleinen Teil des Schadens selbst übernehmen. Diese sogenannte Selbstbeteiligung wird für die meisten Versicherungsarten angeboten.

Ein in einer Versicherungspolice vereinbarter Selbstbehalt kann entweder ein festgelegter Betrag und/oder ein vereinbarter prozentualer Schadensanteil sein, der im Schadenfall vom Versicherungskunden selbst zu tragen ist. Während die vereinbarte Selbstbeteiligung allerdings nur fällig wird, wenn es zu einem Schadenfall kommt, profitiert der Versicherungskunde dauerhaft von einer aufgrund der vereinbarten Selbstbeteiligung niedrigeren Versicherungsprämie. Grundsätzlich gilt: Je höher die vereinbarte Selbstbeteiligung, desto günstiger ist der Versicherungsbeitrag.

Besonders bei Kfz-Kasko-, privaten Kranken-, Privathaftpflicht- und Rechtsschutz-Versicherungen sowie in Hausrat-, Wohngebäude- oder Reiseversicherungen können in der Regel Selbstbeteiligungen mit dem jeweiligen Versicherer vereinbart werden. Die entsprechende Vereinbarung und die genaue Art und Höhe des Schadenselbstbehaltes sind in der Police vermerkt.

Prämienersparnis auch bei durchschnittlicher Schadenhäufigkeit

Wer eine Police mit Selbstbehalt hat und nie einen Schaden erleidet, kann den ersparten Beitrag anderweitig ausgeben. Auch bei einer durchschnittlichen Schadenhäufigkeit ist die Prämienersparnis in den meisten Fällen höher als den Betrag, den man im Rahmen einer vereinbarten Selbstbeteiligung bei einem Schaden selbst übernehmen muss.

Nur wer überdurchschnittlich viele Versicherungsschäden hat, kann durch einen vereinbarten Selbstbehalt finanziell schlechtergestellt sein. Doch selbst dann kann sich eine vereinbarte Selbstbeteiligung positiv auswirken. Wer nämlich Schäden hat, deren Höhe geringer ist als die zu bezahlende Selbstbeteiligung, und diese Schäden gar nicht erst meldet, verringert das Risiko, dass ihm die Versicherung wegen vieler Schäden kündigt.

Wann sich eine Selbstbeteiligung auszahlt

Die Frage, wie lange man schadenfrei sein muss, damit sich eine Selbstbeteiligung lohnt, ist einfach zu berechnen: Die Höhe des Selbstbehaltes geteilt durch den Beitragsunterschied zwischen den Tarifen mit und ohne Selbstbehalt ergibt die Anzahl der Jahre.

Beispiel: Selbstbehalt 150 €, Jahresbeitrag 100 € ohne und 70 € mit Selbstbehalt (Unterschied 30 €), also 150/30 = 5 Jahre. Wer nach fünf Jahren oder später einen Schaden erleidet, spart durch die niedrigere Jahresprämie, die aufgrund des vereinbarten Selbstbehaltes gewährt wurde, insgesamt gesehen mehr ein, als ihn die Selbstbeteiligung im Schadenfall letztendlich kostet.

Ein kalkulierbarer Vorteil

In der privaten Krankenversicherung ist die Rechnung noch einfacher, denn da lohnt sich ein Selbstbehalt von einigen Hundert Euro pro Jahr meist schon nach einem Jahr und das sogar auch für Kranke. Denn die Prämiendifferenz zwischen einer Krankenpolice mit keiner oder einer geringen Selbstbeteiligung im Vergleich zu einem entsprechenden Versicherungsvertrag mit einem höheren Selbstbehalt ist oftmals sehr hoch. Zudem ist in der Krankenversicherung der zu tragende Eigenanteil fast immer auf einen Jahreshöchstbetrag begrenzt.

Grundsätzlich ist es sinnvoll, seinen Versicherungsschutz und die damit verbundenen Prämien und Aufwendungen als Ganzes zu sehen: Wer in allen Sparten tragbare Selbstbehalte vereinbart, erhält eine ansehnliche Beitragsersparnis. Damit lassen sich mögliche Kleinschäden problemlos selbst bezahlen. Dennoch zahlt man insgesamt gesehen dann immer noch weniger, als wenn man bei allen Versicherungspolicen keine Selbstbeteiligung vereinbart und damit höhere Versicherungsprämien in Kauf genommen hätte.

Weitere News zum Thema

  • Gesetzliche Krankenkassen haben mehr Einnahmen als Ausgaben

    [] (verpd) Die gesetzliche Krankenversicherung (GKV) konnte nach offiziellen Zahlen aus dem Bundesministerium für Gesundheit (BMG) im ersten Quartal 2017 ihre Reserven um 612 Millionen Euro auf rund 16,7 Milliarden Euro erhöhen. Denn die gesetzlichen Krankenkassen nahmen fast 58,19 Milliarden ein und hatten lediglich Ausgaben in Höhe von knapp 57,58 Milliarden. Allerdings stiegen die Ausgaben in allen Bereichen an. mehr

  • Ärztliche Behandlungsfehler: Schlichtungsverfahren hemmt die Verjährung

    [] Wenn Patienten vermuten, dass sie Opfer eines ärztlichen Behandlungsfehlers wurden, können sie Schadensersatzansprüche geltend machen. Die Verjährungsfrist beträgt dabei drei Jahre. Viele Menschen werden es allerdings vorziehen, das Problem zunächst außergerichtlich zu regeln. Das ist möglich. Zum einen können sich Arzt und Patient ohne Einschaltung von Dritten miteinander einigen. Unter Umständen lassen sich einige Probleme so direkt klären. Ist auch der Arzt an einer gütlichen Einigung interessiert, so wird er seine Haftpflichtversicherung einschalten. mehr

  • Warum Impfen wichtig ist

    [] (verpd) Gegen zahlreiche Krankheiten kann man sich mit einer Impfung schützen. Manche, zum Teil tödlich verlaufende Infektionskrankheiten können ohne eine Impfung sogar nur schwer oder gar nicht behandelt werden. Schutzimpfungen schützen nicht nur den Geimpften vor bestimmten Krankheiten, sondern sorgen auch dafür, dass Menschen, die sich aus gesundheitlichen Gründen nicht impfen lassen können, ein reduziertes Ansteckungsrisiko haben. mehr

  • Verspätete Krankschreibung nach Klinikaufenthalt

    [] (verpd) Um im Anschluss an einen Klinikaufenthalt den Anspruch auf Zahlung von Krankengeld durch eine gesetzliche Krankenkasse nicht zu verlieren, reicht es aus, wenn zunächst ein Klinikarzt die fortlaufende Arbeitsunfähigkeit bescheinigt hat. Das hat das Sozialgericht Leipzig entschieden (Az. S 22 KR 75/16). mehr

  • Mit notwendigen Medikamenten verreisen

    [] (verpd) Die richtigen Arzneimittel im Reisegepäck sorgen dafür, dass der Urlaub nicht wegen gesundheitlicher Beschwerden wie Durchfall, Kopfschmerzen oder schmerzhafter Insektenstiche längerfristig beeinträchtigt wird. Chronisch Kranke sollten außerdem sicherstellen, dass sie ihre notwendigen Medikamente in ausreichender Menge mitführen. Allerdings können manche rezeptpflichtigen Arzneimittel nur mit einer speziellen Bescheinigung in bestimmte Urlaubsländer eingeführt werden. mehr

Weitere News zum Thema

schließen

Link empfehlen

Mit der Inanspruchnahme des Services willigen Sie in folgende Vorgehensweise ein:

Ihre eigene E-Mail-Adresse und die des Empfängers werden nur zu Übertragungszwecken verwendet - um den Adressaten über den Absender zu informieren, bzw. bei einem Übertragungsfehler eine Benachrichtigung zu übermitteln. Um einen Missbrauch dieses Services zu vermeiden, wird Geldtipps.de die Identifikationsdaten (IP-Adresse) jedes Nutzers der versandten E-Mail in Form eines E-Mail-Header-Record (X-Sent-by-IP) beifügen und für einen Zeitraum von zwei Monaten speichern. Sofern Dritte glaubhaft machen, dass sie durch die Versendung eines Artikels im Rahmen dieses Services in ihren Rechten verletzt wurden, wird Geldtipps.de die Identifikationsdaten zur Rechtsverfolgung herausgeben.