Welche Krankenkassen den größten Mitgliederschwund hatten

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(verpd) Zum Stichtag 1. Oktober 2016 waren gut 55,55 Millionen Personen Mitglied in der gesetzlichen Krankenversicherung (GKV). Das sind fast 850.000 mehr als zu Jahresbeginn – und so viele wie noch nie zuvor. Während die Techniker Krankenkasse und die AOK Plus die meisten Mitglieder hinzugewannen, mussten die DAK-Gesundheit und die IKK Classic die meisten Federn lassen.

Die 117 gesetzlichen Krankenkassen, welche die Träger der gesetzlichen Krankenversicherung (GKV) sind, haben nach einer Statistik des Bundesministeriums für Gesundheit (BMG) zum Stichtag 1. Oktober 55,55 Millionen Mitglieder – ohne Berücksichtigung der mitversicherten Familienangehörigen. Das sind so viele wie nie zuvor. Damit setzte sich die positive Entwicklung der Vorquartale fort.

Das Plus zwischen Anfang Juli und Anfang Oktober fiel mit rund 400.000 Mitgliedern mehr als doppelt so hoch aus wie im zweiten Quartal und um rund ein Drittel höher als zwischen Anfang Januar und Anfang März. In den ersten neun Monaten ergab sich ein Plus von fast 850.000 Mitgliedern. An der positiven Entwicklung konnten allerdings nicht alle Kassenarten teilhaben.

Drei Kassenarten im Minus

So verloren die Innungskrankenkassen (IKKen) zwischen Januar und Oktober über 50.000 Mitglieder und die Knappschaft Bahn-See über 20.000 Mitglieder. Die Landwirtschaftliche Krankenversicherung hatte einen Rückgang im hohen vierstelligen Bereich zu verzeichnen. Hingegen erzielten die Ersatzkassen sowie die Betriebskrankenkassen (BKKen) Mitgliederzuwächse im niedrigen sechsstelligen Bereich.

Erneut und mit Abstand am stärksten konnten die Allgemeinen Ortskrankenkassen (AOKen) zulegen, die auf ein Plus von über 620.000 Mitgliedern kamen. Dabei konnten auch im dritten Quartal alle Kassen der AOK-Familie Zuwächse erzielen, wie aus den jüngst vom gesundheitspolitischen Hintergrunddienst Dfg – Dienst für Gesellschaftspolitik des MC.B-Verlag GmbH veröffentlichten Daten hervorgeht.

Gewinner...

Vor diesem Hintergrund ist es nicht verwunderlich, dass sich in den Top Ten „nach Köpfen“ beim Mitgliederzuwachs gleich sieben AOKen wiederfinden. Den stärksten Zuwachs erzielte allerdings einmal mehr die bundesweit geöffnete Techniker Krankenkasse (TK), die in den ersten neun Monaten über 250.000 Mitglieder hinzugewann.

Dahinter folgt die in Sachsen und Thüringen geöffnete AOK Plus, die mit nur 0,3 Prozent den zweitniedrigsten Zusatzbeitrag der Branche aufweist, mit einem Plus von fast 200.000 Mitgliedern.

Auf den Rängen drei bis sechs liegen die AOK Baden-Württemberg, die Handelskrankenkasse (HKK), die AOK Bayern und die AOK Niedersachsen mit Zuwächsen zwischen knapp 94.000 und gut 72.000 Mitgliedern.

... und Verlierer unter den Krankenkassen

Auf der anderen Seite hatten 19 Krankenkassen zwischen Anfang Januar und Anfang Oktober einen negativen Saldo zu verzeichnen. Das größte Minus gab es einmal mehr bei der DAK-Gesundheit, die mehr als 160.000 Mitglieder einbüßte. Fast sechsstellig verlor die IKK Classic. Beide Körperschaften gehören zu den Marktteilnehmern mit den höchsten Zusatzbeiträgen (DAK-Gesundheit: 1,5 Prozent; IKK Classic: 1,4 Prozent).

Allerdings schafften sie im dritten Quartal die Trendumkehr. Beide Kassen konnten leicht im dreistelligen Bereich zulegen. Dies reichte aber bei Weitem nicht aus, um die Verluste aus den ersten sechs Monaten zu kompensieren.

Dahinter folgen in der Rangliste der Verlierer nach Mitgliedern die Barmer GEK, die Viactiv Krankenkasse (1,7 Prozent Zusatzbeitrag), die Knappschaft Bahn-See (1,3 Prozent Zusatzbeitrag) und die Deutsche BKK, die zum 1. Januar 2017 mit der Barmer GEK zur Barmer fusioniert, mit Mitgliederabflüssen im niedrigen fünfstelligen Bereich.

Krankenkassenwechsel durch eine ordentliche Kündigung

Jedes Mitglied einer gesetzlichen Krankenkasse, das mindestens 18 Monate bei dieser Krankenkasse versichert war, hat im Übrigen ein ordentliches Kündigungsrecht. Ein solches Mitglied kann also kündigen, ohne einen Grund angeben zu müssen. Eine reguläre Kündigung der Krankenkassen-Mitgliedschaft ist zum Ablauf des übernächsten Kalendermonats, gerechnet von dem Monat, in dem das Mitglied die Kündigung erklärt hat, möglich.

Geht beispielsweise eine ordentliche Kündigung eines Versicherten am 25. November 2016 bei der Krankenkasse ein, endet seine Mitgliedschaft bei der bisherigen Krankenkasse am 31. Januar 2017, wenn ein nahtloser Versicherungsschutz besteht und bestätigt wurde.

Grundsätzlich ist es aufgrund der Beweisbarkeit empfehlenswert, per Einschreiben zu kündigen. Die alte Krankenkasse ist verpflichtet, spätestens innerhalb von zwei Wochen nach Eingang der Kündigung eine Kündigungsbestätigung auszustellen. Die Kündigung wird erst wirksam, wenn die vom Versicherten neu gewählte Krankenkasse die Mitgliedschaft bestätigt. Gesetzlich Krankenversicherungs-Pflichtige müssen diese Bestätigung innerhalb der Kündigungsfrist beim Arbeitgeber vorlegen.

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