Was tun bei der Fusion von Krankenkassen?

 - 

Die gesetzlichen Krankenkassen Deutsche Angestellten Krankenkasse und Betriebskrankenkasse Gesundheit haben sich zum Jahreswechsel zusammengeschlossen. Nach dieser Großfusion zwischen der drittgrößten Krankenkasse DAK und der größten Betriebskrankenkasse BKK Gesundheit gehören der neuen Krankenkasse namens DAK-Gesundheit 5,1 Mio. Mitglieder und 6,6 Mio. Versicherte an. Der Haushalt der neuen Kasse wird im Jahr 2012 rund 20 Mrd. Euro betragen.

Den Kunden der beiden Kassen sollen durch die Fusion keinerlei Kosten oder zusätzliche Arbeit entstehen. Alle Krankenversicherungskarten bleiben gültig, alle Behandlungen werden ohne Einschränkungen fortgesetzt und auch die Zusatzversicherungen bleiben wie bisher bestehen.

Was passiert, wenn die Krankenkasse schließt?

Grundsätzlich können Mitglieder einer gesetzlichen Krankenkasse, die geschlossen wird, ihre neue Kasse frei wählen. Das Wahlrecht selbst kann bereits ab dem Tag der öffentlichen Bekanntgabe der Schließung ausgeübt werden. Pflichtversicherte Mitglieder können bis zu zwei Wochen nach der Schließung der bisherigen Krankenkasse eine neue Kasse frei wählen. Um dieses Wahlrecht auszuüben, reicht es aus, einen formlosen Aufnahmeantrag bei der neuen Kasse per Post oder Fax zu stellen, z.B. einen frei formulierten, persönlich unterschriebenen Brief mit Name, Adresse und gewünschtem Eintrittszeitpunkt.

Der Schutz der gesetzlichen Krankenversicherung schließt sich dann nahtlos an den bisherigen an. Nach dem Wechsel sind das Mitglied und alle beitragsfrei mitversicherten Familienangehörigen ab dem ersten Tag nach der Schließung bei der neu gewählten Kasse versichert. Anwartschafts- oder Wartezeiten gibt es nicht.

Vom Kassenwahlrecht Gebrauch machen

Hat ein pflichtversichertes Mitglied aus irgendeinem Grund keine andere Krankenkasse gewählt oder ist die Zwei-Wochen-Frist verstrichen, wird für einige Personengruppen eine Nachfolgekasse von anderen Stellen ausgewählt. Dabei wird in der Regel der gesetzlich Krankenversicherte wieder bei der Krankenkasse angemeldet, bei der er vor der Mitgliedschaft bei der nun geschlossenen Kasse krankenversichert war.

Kann diese nicht ermittelt werden oder war er bei keiner Kasse versichert, können die entsprechenden Stellen eine neue Krankenkasse bestimmen. Für alle Mitglieder ist es allerdings ratsam, von ihrem Kassenwahlrecht Gebrauch zu machen. Andernfalls könnten sie z.B. bei einer Krankenkasse angemeldet werden, die Zusatzbeiträge verlangt oder erwünschte Zusatzleistungen, z.B. in der häuslichen Pflege oder bei Vorsorgeuntersuchungen, nicht anbietet.

Frist verstrichen

Hat ein pflichtversicherter Arbeitnehmer keine neue Kasse gewählt bzw. die Wahlfrist verstreichen lassen, meldet der Arbeitgeber ihn bei einer Kasse seiner Wahl an oder bei der Kasse, bei der der Arbeitnehmer vor der bisherigen Kasse versichert war. Für Bezieher von Arbeitslosengeld I oder II übernimmt das die Bundesagentur für Arbeit. Bei Rentnern, die keine neue Kasse wählen, wird die nachfolgende Krankenkasse durch den zuständigen Rentenversicherungsträger bestimmt. So werden Lücken im Versicherungsschutz verhindert.

Freiwillig versichert? Eigeninitiative gefragt!

Keinen Automatismus gibt es für freiwillig gesetzlich Versicherte, z.B. für Arbeitnehmer mit einem Arbeitsentgelt oberhalb der Versicherungspflicht-Grenze. Wenn sie weiterhin gesetzlich krankenversichert bleiben wollen, müssen sie innerhalb von drei Monaten selbst eine andere Krankenkasse finden, die sie aufnimmt. Wird die Frist versäumt und besteht keine andere Absicherungsmöglichkeit, greift die sog. nachrangige Versicherungspflicht.

Versicherungsschutz bietet dann die Krankenkasse, bei der eine Mitgliedschaft vor der Schließung der bisherigen Kasse bestand. Aufgrund der nachrangigen Versicherungspflicht werden freiwillig Versicherte ab dem ersten Tag, an dem die bisherige Kasse geschlossen wurde – auch rückwirkend – einer Krankenkasse zugewiesen. Dadurch wird ein nahtloser Versicherungsschutz erreicht. Die Krankenversicherungsbeiträge werden ebenfalls rückwirkend berechnet.

Weitere News zum Thema

  • Für eine Alterns- und altersgerechte Arbeitsgestaltung

    [] (verpd) Die Bevölkerung wird laut Statistik immer älter. Zudem steigt das Renteneintrittsalter seit einigen Jahren an. Damit erhöht sich auch das Durchschnittsalter der Belegschaft in einer Firma. Umso wichtiger ist es, dass auch die Arbeitsbedingungen entsprechend den alternden und älteren Beschäftigten angepasst werden, um ein effektives Arbeiten zu erreichen und arbeitsbedingte Leiden und Krankheiten so gut wie möglich zu vermeiden. Entsprechende Tipps für Arbeitgeber und Personalverantwortliche enthält die aktualisierte Broschüre der Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin (BAUA). mehr

  • Welche Apotheke auch an Sonn- und Feiertagen offen ist

    [] (verpd) Apotheken haben wie andere Geschäfte auch bestimmte Öffnungszeiten. Allerdings sind viele der rund 20.000 Apotheken in Deutschland im Wechsel auch nachts sowie an Sonn- und Feiertagen geöffnet, sodass in der Regel eine ortsnahe Notversorgung mit Medikamenten gewährleistet ist. Welche Apotheke in der Umgebung zur benötigten Zeit geöffnet hat, lässt sich unter anderem über das Telefon, mithilfe eines Smartphones oder über das Internet schnell ermitteln. mehr

  • Bald wird wieder an der Uhr gedreht

    [] (verpd) Ende Oktober wird hierzulande wieder von Sommer- auf Winterzeit umgestellt. Bei vielen stellt sich die innere Uhr jedoch nicht so schnell auf die geänderte Uhrzeit um, was zu gesundheitlichen Beschwerden führen kann. Diese Probleme lassen sich jedoch mit den richtigen Maßnahmen abmildern. mehr

  • Die nächste Grippewelle kommt

    [] (verpd) Nach Angaben der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA) ist jedes Jahr auch in Deutschland mit einer Grippewelle zu rechnen. Sie tritt häufig in der kalten Jahreszeit auf. Wer rechtzeitig vorsorgt und bestimmte Verhaltensmaßnahmen beachtet, hat gute Aussichten, von einer Grippe verschont zu bleiben. mehr

  • Wechsel in private Krankenversicherung wird 2018 schwerer

    [] (verpd) Im kommenden Jahr steigt nach einem jüngsten Beschluss des Bundeskabinetts die sogenannte Versicherungspflicht-Grenze in der gesetzlichen Krankenversicherung (GKV). Damit wird für Arbeitnehmer der Wechsel zur privaten Krankenversicherung weiter erschwert und ist ab Januar 2018 erst ab einem monatlichen Einkommen von über 4.950 Euro möglich. mehr

Weitere News zum Thema

schließen

Link empfehlen

Mit der Inanspruchnahme des Services willigen Sie in folgende Vorgehensweise ein:

Ihre eigene E-Mail-Adresse und die des Empfängers werden nur zu Übertragungszwecken verwendet - um den Adressaten über den Absender zu informieren, bzw. bei einem Übertragungsfehler eine Benachrichtigung zu übermitteln. Um einen Missbrauch dieses Services zu vermeiden, wird Geldtipps.de die Identifikationsdaten (IP-Adresse) jedes Nutzers der versandten E-Mail in Form eines E-Mail-Header-Record (X-Sent-by-IP) beifügen und für einen Zeitraum von zwei Monaten speichern. Sofern Dritte glaubhaft machen, dass sie durch die Versendung eines Artikels im Rahmen dieses Services in ihren Rechten verletzt wurden, wird Geldtipps.de die Identifikationsdaten zur Rechtsverfolgung herausgeben.