Was kostet die Krankenversicherung im Alter?

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Häufig klagen privat versicherte Rentner über ihre teure Krankenversicherung. Doch auch die gesetzliche Krankenversicherung ist im Alter nicht so preiswert, wie sich das viele Rentner vorstellen.

Dabei ist grundsätzlich zu unterscheiden:

  • In der KVdR (Krankenversicherung der Rentner) müssen die pflichtversicherten Rentner nur für ihre Rente, Arbeitseinkommen und Versorgungsbezüge Beiträge zahlen. Die Rente unterliegt dem halben Beitragssatz, für Versorgungsbezüge wird der volle Beitragssatz fällig. Für sonstige Einkünfte wie z.B. Erträge aus Kapitalvermögen oder Einkünfte aus Vermietung und Verpachtung sind keine Beiträge zur GKV zu zahlen.

  • Bei freiwillig versicherten Rentnern unterliegen Rente und zusätzlich auch alle Einkünfte neben der Rente bis zur Beitragsbemessungsgrenze dem vollen Beitragssatz. Das gilt sogar für Leistungen aus privaten Versicherungen wie z.B. einer privaten Unfallrente (BSG, Urteil vom 6.9.2001, B 12 KR 14/00 ). Zusätzliche Einkünfte neben der gesetzlichen Rente können den Monatsbeitrag also erheblich verteuern.

Gesetzliche Krankenversicherung: Freiwillige Versicherung oft teurer als gedacht

Pflichtversicherte Rentner
(KVdR-Rentner)

Freiwillig versicherte Rentner

Beitragsbemessung nur auf Grundlage der Rente, anderer Versorgungsbezüge und etwaiger Arbeitseinkommen (nicht dagegen der Kapitalerträge, Mieteinnahmen und anderer Einnahmen).

Bei der Beitragsbemessung werden alle Einnahmen berücksichtigt, insbesondere Rente, Versorgungsbezüge und Arbeitseinkommen, aber auch Kapitalerträge und Mieteinnahmen.

Es gilt der bundeseinheitliche allgemeine Beitragssatz der GKV.

Es gilt der bundeseinheitliche allgemeine Beitragssatz der GKV.

Auf Versorgungsbezüge zahlt der Rentner den vollen allgemeinen Beitragssatz.

Auf Versorgungsbezüge zahlt der Rentner den vollen allgemeinen Beitragssatz.

Der Krankenversicherungsbeitrag aus der gesetzlichen Rente wird je zur Hälfte vom Versicherten und dem Rentenversicherungsträger getragen. Einen etwaigen Zusatzbeitrag seiner Krankenkasse zahlt der Rentner allein.

Der freiwillig versicherte Rentner zahlt den Krankenversicherungsbeitrag allein, erhält jedoch einen Zuschuss des Rentenversicherungsträgers in Höhe der Hälfte des allgemeinen Beitragssatzes bezogen auf die gesetzliche Rente. Er bekommt jedoch keine Zuschüsse für sonstige Versorgungsbezüge oder andere Einnahmen.

In den Genuss der günstigen KVdR-Beiträge kommt nur ein ausgewählter Personenkreis: Neurentner können nur dann Mitglied in der KVdR werden, wenn sie 9/10 der zweiten Hälfte ihres Berufslebens in der gesetzlichen Krankenversicherung versichert, d.h.

  • pflichtversichert,

  • als Familienangehöriger eines Mitglieds der Krankenkasse familienversichert oder

  • freiwillig versichert waren.

Berufsleben ist der Zeitraum zwischen der erstmaligen Aufnahme einer Erwerbstätigkeit und der Stellung des Rentenantrags.

Ein kleiner Vorteil bietet sich aber den Rentnern, denen die KVdR verschlossen bleibt: Bei freiwillig versicherten Rentnerehepaaren besteht für den Ehegatten, der nur eine kleine Rente bis maximal 405,00 € monatlich (Grenze gilt für 2015) bezieht, Anspruch auf Familienversicherung. In der KVdR ist dagegen jede Rente, auch wenn sie noch so niedrig ist, beitragspflichtig.

Da Renten mit ihrem Zahlbetrag beim Gesamteinkommen berücksichtigt werden, können schon verhältnismäßig kleine Renten zum Verlust des Anspruchs auf Familienversicherung führen. Allerdings zählt der Teil der Rente, der auf Kindererziehungszeiten beruht, nicht als Einkommen. Das ist von großer Bedeutung bei freiwillig versicherten Rentnerehepaaren: Wer sich als Rentner nur deshalb freiwillig versichern muss, weil er die Einkommensgrenze für die kostenlose Mitversicherung knapp überschreitet, sollte unbedingt die Einkommensberechnung von seiner Krankenkasse prüfen lassen.

Was geschieht bei Weiterarbeit im Rentenalter? Wer das Regelrentenalter erreicht hat und weiterarbeitet, ohne eine Rente zu beziehen, bleibt mit seinem Verdienst beitragspflichtig in der gesetzlichen Kranken- und Pflegeversicherung, sofern der Verdienst über der 450-Euro-Grenze liegt. Wer eine Rente beantragt und nach Rentenbeginn noch weiterarbeitet oder eine neue Beschäftigung aufnimmt, ist ebenfalls beitragspflichtig in der gesetzlichen Kranken- und Pflegeversicherung, wenn der Verdienst die 450-Euro-Grenze übersteigt. Allerdings nur mit dem ermäßigten Beitragssatz, da jetzt kein Anspruch mehr auf Krankengeld besteht.

Achtung: Sowohl pflicht- als auch freiwillig versicherte Rentner können Kostenerstattung anstelle der Behandlung auf Chipkarte wählen.

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