Was die Deutschen von ihrem Gesundheitssystem halten

Was die Deutschen von ihrem Gesundheitssystem halten

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(verpd) Im europäischen Vergleich zeigen sich die Bundesbürger laut dem aktuellen Gesundheitsbarometer eines Dienstleisters überdurchschnittlich zufrieden mit ihrem Gesundheitssystem. Als größte künftige Bedrohungen werden jedoch eine Zunahme der Zwei-Klassen-Medizin sowie der Anstieg der privaten Gesundheitskosten gesehen.

Die Bundesbürger zeigen sich mit der Organisation des hiesigen Gesundheitswesens insgesamt einigermaßen zufrieden. Auf einer Skala von null (sehr schlecht) bis zehn (sehr gut) vergeben die Deutschen eine Durchschnittsnote von 5,0.

Dies ergab eine Gesundheitsumfrage von 5.000 Bürgern in acht europäischen Ländern und den USA, darunter 500 Befragten aus Deutschland. Durchgeführt wurde die Befragung vom Institut Cercle Santé Société (CSA) im Auftrag eines Unternehmen für Assistenz-Leistungen unter anderem in den Bereichen Gesundheit, Reisen, Haus und Familie für Privatpersonen und Firmen.

Künftige Bedrohungen für das Gesundheitssystem

Zudem wurde nach den zukünftigen Bedrohungen für das Gesundheitssystem gefragt. EU-weit wird als größte Bedrohung die Ungleichheit beim Zugang zu medizinischen Leistungen angesehen, wie knapp zwei Drittel der Befragten angaben.

Knapp die Hälfte der in Deutschland Befragten hatten ebenfalls Sorge vor einer Zwei-Klassen-Medizin. Obwohl dieser Wert im europäischen Vergleich niedrig ist, sehen die Bundesbürger hier die größte Bedrohung für die Zukunft. Als zweitgrößte Bedrohung erachten 47 Prozent der befragten Bundesbürger den möglichen Anstieg der privaten Gesundheitskosten.

Finanzierung der Gesundheitskosten

Angesichts der zu erwartenden anhaltenden Kostensteigerung im Gesundheitswesen wurde auch danach gefragt, wie diese finanziert werden soll.

Am häufigsten halten die Deutschen als geeignete Lösung zur Finanzierung des Gesundheitswesens privat finanzierte Gesundheitsleistungen und Steuererhöhungen (41 Prozent), was leicht über dem europäischen Durchschnitt von 38 Prozent liegt. Eine deutliche Abweichung nach oben gab es in Schweden (69 Prozent), nach unten in Italien (21 Prozent).

Bundesbürger setzen auf Prävention

Darüber hinaus wurde ermittelt, wie es mit der Bereitschaft der Befragten aussieht, medizinische Leistungen selbst zu zahlen. Erschreckend: Fast jeder Vierte hat in Deutschland aus Geldmangel im vergangenen Jahr auf erforderliche medizinische Behandlungen verzichtet. Zum Vergleich: Im EU-Schnitt waren es nur 18 Prozent. Polen kam mit fast 40 Prozent auf den höchsten Wert, Großbritannien mit vier Prozent auf den niedrigsten.

Präventionsmaßnahmen stehen bei den Bundesbürgern hoch im Kurs, wie die Untersuchung zeigt. So haben sich vier von fünf Bundesbürgern innerhalb der vergangenen fünf Jahre einem Gesundheitscheck unterzogen. Dies liegt ein ganzes Stück über dem europäischen Durchschnitt von 73 Prozent. Auf den Spitzenwert kommen die Spanier mit 88 Prozent, während sich die Italiener (51 Prozent) eher als Präventionsmuffel zeigen.

Besserer Kostenschutz für gesetzlich Versicherte

Wer sich selbst vor unkalkulierbaren Kosten im Krankheits-, aber auch im Pflegefall schützen will, kann private Vorsorge treffen. Gesetzlich Krankenversicherte können mit einer entsprechenden privaten Krankenzusatz-Versicherung Kosten, die sie normalerweise selbst tragen müssten, abfedern. Derartige Ergänzungspolicen gibt es beispielsweise für Leistungen im Bereich Zahnarzt und Zahnersatz, Heilpraktiker und Brillen sowie für den Eigenanteil von verordneten Arznei-, Verbands- und Heilmitteln wie auch Massagen.

Aber auch bei stationären Behandlungen lassen sich Wunschleistungen wie Einzelzimmer-Unterbringung oder Chefarztbehandlung mit einer Zusatzabsicherung verwirklichen.

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