Warum privat Krankenversicherte künftig draufzahlen müssen

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Privatpatienten müssen sich auf steigende Beiträge einstellen.

Gesetzlich Krankenversicherte haben gar keinen Grund, neidisch auf Privatkunden zu blicken. Sie müssen zwar in der Regel länger auf einen Arzttermin warten. Doch mit den neuen Wahltarifen (Selbstbehalt, bessere Leistungen), Bonusprogrammen (gesundes Verhalten wird belohnt z.B. mit Rabatten oder Zuschüssen für Fitnessprogramme) und privaten Zusatzversicherungen (Heilpraktiker, Zahnersatz, Krankenhausaufenthalt) können Sie die Leistungen aufbessern und mit den "Privaten" durchaus Schritt halten.

Privatversicherte müssen sich dagegen auf drastisch steigende Beiträge einstellen.

Die Gründe:
  • Der neue Basistarif ab 2009 ist für die privaten Krankenkassen nicht kostendeckend. Fehlbeträge hieraus müssen von den anderen Versicherten getragen werden.
  • Bestandskunden dürfen im ersten Halbjahr 2009 bei einem Wechsel zu einem anderen Versicherungsunternehmen anders als bisher einen Teil ihrer Alterungsrückstellungen mitnehmen. Dies ist jedoch nur in einer Höhe möglich, die den Leistungen im Basistarif entspricht. Diese Rückstellungen haben die Versicherer für teure Krankheiten im Alter zurückgelegt. Beim Wechsel eines Versicherten zu einem anderen Unternehmen konnten die Unternehmen diese Rückstellungen bisher ersatzlos einbehalten, das stärkte die Rücklagen.
  • Das Neukundengeschäft geht in der privaten Krankenversicherung (PKV) zurück. 2007 kamen nur noch knapp 60.000 neue Kunden zur PKV, während es 2006 noch 116.000 waren. Das liegt daran, dass der Gesetzgeber den Zugang zur PKV erschwert hat. Denn Mitglied darf nur noch werden, wer drei Jahre hintereinander die Versicherungspflichtgrenze von 4.012,50 Euro im Monat übersteigt. Konsequenz: Weniger (gesunde) Junge können der PKV beitreten. Damit steigt der Anteil der kostenaufwendigeren älteren Versicherten im Laufe der Jahre an.

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