Wann die Krankenkasse für rezeptfreie Medikamente zahlt

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(verpd) Von den rund 481 Millionen rezeptfreien, aber apothekenpflichtigen Arzneimitteln, die von den Apotheken letztes Jahr hierzulande ausgegeben wurden, waren 48 Millionen auf Anraten eines Arztes in Form eines Grünen Rezepts verschrieben worden. Viele gesetzliche Krankenkassen übernehmen mittlerweile die Kosten für solche Medikamente zum Teil oder sogar komplett, so der Deutsche Apothekerverband.

Viele Arzneimittel sind zwar nicht rezept- beziehungsweise verschreibungspflichtig, aber aufgrund ihrer enthaltenen Wirkstoffe von Gesetzes wegen nur in Apotheken erhältlich. In der Regel übernehmen die gesetzlichen Krankenkassen die Kosten für solche Medikamente, sogenannte OTC-Arzneimittel, nicht, da sie nicht im Leistungskatalog der gesetzlichen Krankenversicherung aufgeführt sind.

Dennoch sind sie häufig hochwirksam und ein wichtiger Bestandteil der Arzneimitteltherapie. Aufgrund der Zusammensetzung können einige dieser Arzneimittel auch Wechsel- und Nebenwirklungen aufweisen.

Das Grüne Rezept

Empfiehlt der Arzt ein entsprechendes Medikament, kann er dafür, statt dem bekannten deutschen rosaroten Kassenrezept für erstattungsfähige Medikamente, das sogenannte Grüne Rezept ausschreiben – unter anderem als Merkhilfe für den Patienten, welches Arzneimittel er in welcher Dosierung einnehmen soll.

Auch wenn derartige Medikamente nicht generell von den gesetzlichen Krankenkassen ersetzt werden, gibt es dennoch Ausnahmen.

Rund mehr als die Hälfte der insgesamt über 120 gesetzlichen Krankenkassen übernehmen nämlich ganz oder teilweise bestimmte rezeptfreie Medikamente abweichend zu ihren gesetzlichen Leistungsvorgaben als individuell festgelegte Satzungsleistung. Dies betrifft insbesondere bestimmte pflanzliche, homöopathische und anthroposophische Arzneimittel, die per Grünes Rezept vom Arzt verschrieben werden.

Von der Erstattung bis zur steuerlichen Absetzbarkeit

Ob und in welcher Höhe die jeweilige gesetzliche Krankenkasse eine Erstattung bietet, kann direkt bei der Krankenkasse erfragt werden. Eine Liste der Krankenkassen, die eine Erstattung leisten, steht unter anderem im Webportal der Bundesvereinigung Deutscher Apothekerverbände (ABDA) zum Herunterladen. Sieht die jeweilige Krankenkasse eine Erstattung vor, muss der Versicherte die Rechnungsquittung der Apotheke gemeinsam mit dem Grünen Rezept des Arztes bei der Krankenkasse einreichen.

Erstattet wird laut ABDA meist bis zu einer bestimmten jährlichen Summe, je nach Krankenkasse zwischen 50 und 400 €. Auch wenn die jeweilige Krankenkasse keine Erstattung vorsieht, sollte man die Medikamentenrechnungen zusammen mit dem Grünen Rezept für die Einkommenssteuer-Erklärung sammeln. Denn diese Ausgaben lassen sich unter Umständen als außergewöhnliche Belastung bei der jährlichen Einkommenssteuer-Erklärung absetzen.

Übrigens: Eine private Krankenzusatz-Police für gesetzlich Krankenversicherte übernimmt je nach Leistungsvereinbarung auch die Mehrkosten für Medikamente und/oder Hilfsmittel wie Brillen oder Hörgeräte sowie Behandlungen beim Heilpraktiker, welche die gesetzliche Krankenkasse teilweise oder gar nicht zahlt.

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