Wann der Blutdruck zum Risiko wird

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(verpd) Nach einer aktuellen Studie des Robert Koch Instituts leiden fast 32 Prozent der Erwachsenen in Deutschland an Bluthochdruck (Hypertonie). In vielen Fällen wird die Hypertonie jedoch erst bemerkt, wenn der Kreislauf oder innere Organe geschädigt sind oder wenn es zu einem Herzinfarkt oder Schlaganfall kam.

Im Herz-Kreislauf-System werden alle Körperregionen mithilfe des Blutes mit Nährstoffen versorgt. Das Blut muss dazu mit einem bestimmten Druck durch die Gefäße fließen. Je nachdem, welchen Bedarf der Organismus hat, wird bei einem gesunden Menschen die Höhe des Blutdrucks entsprechend angepasst. Beispielsweise steigt der Blutdruck bei körperlichen Anstrengungen und sinkt während einer Ruhephase oder beim Schlafen.

Ist der Blutdruck jedoch auf Dauer zu hoch, besteht nach Angaben von Gesundheitsexperten eine siebenfach höhere Gefahr, einen Herzinfarkt oder Schlaganfall zu erleiden, als bei Menschen mit normalen Werten. Ein Ergebnis der vor Kurzem veröffentlichten Untersuchung „Die Studie zur Gesundheit Erwachsener in Deutschland“ (DEGS1) des Robert Koch Instituts zeigt, dass hierzulande bereits 29,9 Prozent der 18- bis 79-jährigen Frauen und 33,3 Prozent der Männer dieser Altersgruppe unter Hypertonie leiden. Einige Betroffene wussten nicht, dass sie Bluthochdruck haben.

Der passende Blutdruckwert

Bei der Blutdruckmessung werden zwei Werte ermittelt: Der obere (systolische) Druck ist der höchste Blutdruck, der durch die Herzmuskelkontraktion entsteht (Systole = Anspannungs- und Auswurfphase) und mittels der daraus resultierenden Pulswelle gemessen wird. Der untere (diastolische) Blutdruck ist der niedrigste Blutdruck, der vor der folgenden Herzmuskelkontraktion (Diastole = Entspannungs- und Füllungsphase) gemessen wird.

Die Blutdruckwertangabe erfolgt in Millimeter Quecksilbersäule (mmHg), wobei 1 mmHg dem Druck entspricht, der von einer Quecksilbersäule von einem Millimeter Höhe erzeugt wird. Nach der geläufigsten Definition liegt eine Hypertonie (Bluthochdruck) vor, wenn der systolische (obere) Blutdruckwert 140 mmHg und/oder der diastolische (untere) Wert 90 mmHg oder mehr beträgt. Bei Bluthochdruck sollte immer ein Arzt zurate gezogen werden, denn in manchen Fällen ist eine Medikamenteneinnahme notwendig.

Regelmäßig messen

Prinzipiell ist es sinnvoll, den Blutdruck regelmäßig messen zu lassen. Regelmäßig deshalb, da ein normaler oder niedriger Blutdruck im Laufe der Zeit nicht unbedingt immer so bleibt. Das ist auch dadurch bedingt, weil im Alter die Gefäße ihre Elastizität verlieren können, was wiederum zum Bluthochdruck führen kann.

Eine Messung kann beim Arzt oder auch in der Apotheke geschehen. Alternativ gibt es auch spezielle Blutdruckmessgeräte für den Eigengebrauch. Um einem hohen Blutdruck vorzubeugen oder für eine Verbesserung im Krankheitsfall zu sorgen, ist eine gesunde Lebensweise von großer Bedeutung. Gesundheitsexperten gehen davon aus, dass ein mäßiger Bluthochdruck mit systolischen Blutdruckwerten zwischen 140 bis 159 mmHg und/oder diastolischen Werten zwischen 90 bis 99 mmHg durch eine Änderung der Lebensweise normalisiert werden kann.

Die richtige Ernährung

Neben regelmäßiger Bewegung, am besten einem dreimal wöchentlichen Ausdauertraining von je 30 bis 45 Minuten, gehören dazu ein ausreichender und ungestörter Schlaf, die Vermeidung oder Abbau von Übergewicht und chronischem Stress, kein Nikotin und eine gesunde Ernährung. Gesundheitsexperten empfehlen hierzu insbesondere viel Gemüse, Vollkornprodukte, Salat, Obst, mindestens zweimal pro Woche Fisch, aber höchstens zwei- bis dreimal wöchentlich Fleisch. Raps- und Olivenöl ist gehärteten Fetten wie Margarine und Butter vorzuziehen.

Wichtig sei zudem eine salzarme Ernährung mit maximal vier Gramm Salz pro Tag, möglichst wenig Alkohol und Zucker, dafür aber mindestens 1,5 Liter kalorienfreie oder -arme Getränke wie Wasser oder ungesüßte Tees.

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