Vorsicht vor rutschigen Fliesen am Hotelpool

 - 

(verpd) Rutscht ein Reisender auf nassen Fliesen im Bereich eines Hotelschwimmbeckens aus, so kann er dafür den Reiseveranstalter in der Regel nicht zur Verantwortung ziehen.

Das geht aus einem kürzlich veröffentlichten Urteil des Amtsgerichts München hervor (Az. 182 C 1465/14).

Ein Mann hatte bei einem Reiseveranstalter eine zweiwöchige Pauschalreise in die Türkei gebucht. Zwei Tage nach seiner Anreise rutschte er auf dem Weg vom Hotelschwimmbecken zur Toilette auf nassen Fliesen aus. Dabei zog er sich eine blutende Platzwunde am Kopf zu, die im Krankenhaus genäht werden musste.

Der Reisende verklagte den Reiseveranstalter auf Zahlung von Schadenersatz und Schmerzensgeld. Er begründete seine Klage mit dem Argument, dass es das Hotelpersonal versäumt habe, an der Stelle, an der der Unfall passiert ist, eine Antirutschmatte auszulegen oder ersatzweise zumindest durch das Aufstellen von Warnschildern auf die erhöhte Rutschgefahr hinzuweisen. Die Klage hatte jedoch keinen Erfolg. Das Münchener Amtsgericht wies die Klage als unbegründet zurück.

Allgemeines Lebensrisiko

Nach Ansicht des Gerichts spricht die allgemeine Lebenserfahrung dafür, dass man im unmittelbaren, angrenzenden Bereich eines Schwimmbeckens mit einem nassen Fußboden rechnen muss, der zu einer erhöhten Rutschgefahr führt.

Im Übrigen zeigte sich das Gericht davon überzeugt, dass auch die fehlende Antirutschmatte den Unfall nicht hätte verhindern können. Denn diese hätte nur einen minimalen Teil des Bodens abdecken können.

Die zuständige Richterin hielt auch das Fehlen von Hinweisschildern nicht für die Ursache des Sturzes. Dieser sei vielmehr dem allgemeinen Lebensrisiko zuzurechnen, für das niemand hafte. Denn bei genügender Aufmerksamkeit hätte der Kläger erkennen können, dass der geflieste Boden nass war und daher rutschig sein konnte. Das Urteil ist inzwischen rechtskräftig.

Vergleichbare Entscheidung

Das Oberlandesgericht Düsseldorf hatte vor einigen Jahren in einem vergleichbaren Fall ebenfalls zu Ungunsten eines Reisenden entschieden.

Die Düsseldorfer Richter waren zu dem Ergebnis gekommen, dass ein Reisveranstalter selbst dann nicht zur Verantwortung gezogen werden kann, wenn der Überlauf eines Schwimmbadbeckens defekt ist und es dadurch zu verstärkter Nässebildung in den Randbereichen kommt.

Wenn, wie im beschriebenen Fall, kein anderer für mögliche Unfallfolgen haftet, ist es grundsätzlich gut eine private Absicherung zu haben. Denn diese kann beispielsweise das Einkommen und damit den Lebensstandard eines Verunfallten und seiner Familie sichern. Die private Versicherungswirtschaft bietet diverse Lösungen an, um im Fall einer längeren Arbeitsunfähigkeit, eines Krankenhausaufenthalts, einer Berufsunfähigkeit oder auch bei einer bleibenden Invalidität eintretende Einkommensausfälle oder zusätzliche Kosten abdecken zu können.

Weitere News zum Thema

  • Für eine Alterns- und altersgerechte Arbeitsgestaltung

    [] (verpd) Die Bevölkerung wird laut Statistik immer älter. Zudem steigt das Renteneintrittsalter seit einigen Jahren an. Damit erhöht sich auch das Durchschnittsalter der Belegschaft in einer Firma. Umso wichtiger ist es, dass auch die Arbeitsbedingungen entsprechend den alternden und älteren Beschäftigten angepasst werden, um ein effektives Arbeiten zu erreichen und arbeitsbedingte Leiden und Krankheiten so gut wie möglich zu vermeiden. Entsprechende Tipps für Arbeitgeber und Personalverantwortliche enthält die aktualisierte Broschüre der Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin (BAUA). mehr

  • Welche Apotheke auch an Sonn- und Feiertagen offen ist

    [] (verpd) Apotheken haben wie andere Geschäfte auch bestimmte Öffnungszeiten. Allerdings sind viele der rund 20.000 Apotheken in Deutschland im Wechsel auch nachts sowie an Sonn- und Feiertagen geöffnet, sodass in der Regel eine ortsnahe Notversorgung mit Medikamenten gewährleistet ist. Welche Apotheke in der Umgebung zur benötigten Zeit geöffnet hat, lässt sich unter anderem über das Telefon, mithilfe eines Smartphones oder über das Internet schnell ermitteln. mehr

  • Bald wird wieder an der Uhr gedreht

    [] (verpd) Ende Oktober wird hierzulande wieder von Sommer- auf Winterzeit umgestellt. Bei vielen stellt sich die innere Uhr jedoch nicht so schnell auf die geänderte Uhrzeit um, was zu gesundheitlichen Beschwerden führen kann. Diese Probleme lassen sich jedoch mit den richtigen Maßnahmen abmildern. mehr

  • Die nächste Grippewelle kommt

    [] (verpd) Nach Angaben der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA) ist jedes Jahr auch in Deutschland mit einer Grippewelle zu rechnen. Sie tritt häufig in der kalten Jahreszeit auf. Wer rechtzeitig vorsorgt und bestimmte Verhaltensmaßnahmen beachtet, hat gute Aussichten, von einer Grippe verschont zu bleiben. mehr

  • Wechsel in private Krankenversicherung wird 2018 schwerer

    [] (verpd) Im kommenden Jahr steigt nach einem jüngsten Beschluss des Bundeskabinetts die sogenannte Versicherungspflicht-Grenze in der gesetzlichen Krankenversicherung (GKV). Damit wird für Arbeitnehmer der Wechsel zur privaten Krankenversicherung weiter erschwert und ist ab Januar 2018 erst ab einem monatlichen Einkommen von über 4.950 Euro möglich. mehr

Weitere News zum Thema

schließen

Link empfehlen

Mit der Inanspruchnahme des Services willigen Sie in folgende Vorgehensweise ein:

Ihre eigene E-Mail-Adresse und die des Empfängers werden nur zu Übertragungszwecken verwendet - um den Adressaten über den Absender zu informieren, bzw. bei einem Übertragungsfehler eine Benachrichtigung zu übermitteln. Um einen Missbrauch dieses Services zu vermeiden, wird Geldtipps.de die Identifikationsdaten (IP-Adresse) jedes Nutzers der versandten E-Mail in Form eines E-Mail-Header-Record (X-Sent-by-IP) beifügen und für einen Zeitraum von zwei Monaten speichern. Sofern Dritte glaubhaft machen, dass sie durch die Versendung eines Artikels im Rahmen dieses Services in ihren Rechten verletzt wurden, wird Geldtipps.de die Identifikationsdaten zur Rechtsverfolgung herausgeben.