Vorsicht vor giftigen Pflanzen

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(verpd) Rund 200.000 Anrufe gehen jährlich bei den neun Giftinformationszentren in Deutschland ein. Rund die Hälfte der Fälle betrifft Kinder. Vergiftungen sind für Kinder nach Stürzen die zweithäufigste Unfallart, so das Bundesinstitut für Risikobewertung. Das Verschlucken von giftigen Pflanzen gehört mit zu den Hauptursachen. Experten erklären, wie sich solche Vergiftungen vermeiden lassen und was im Ernstfall zu tun ist.

Zwar sind nur wenige Pflanzen, die in Deutschland wachsen so giftig, dass ihr Verzehr lebensbedrohliche Folgen haben könnte, aber es gibt durchaus solche Gewächse.

Zudem kann der Verzehr von vermeintlich harmlosen Pflanzen zu Übelkeit, Durchfällen und/oder Bauchschmerzen führen. Besonders gefährdet sind kleine Kinder, da sie häufig vieles – auch Pflanzen beziehungsweise Teile davon – in den Mund nehmen, kauen und verschlucken.

Übersicht giftiger Pflanzen

Um das Vergiftungsrisiko zu reduzieren, sollten gesundheitsschädliche Pflanzen im Wohnbereich sowie im Garten für Kinder – zumindest bis zum Schulalter – nicht erreichbar sein. Eltern sollten außerdem wissen, welche derartigen Pflanzen in der näheren Umgebung, am Kindergarten oder auf dem Schulweg wachsen, um bei möglichen Vergiftungssymptomen den Arzt darauf hinweisen zu können. Eine Übersicht giftiger bis sehr giftiger Pflanzen ist bei der Vergiftungs-Informations-Zentrale Bonn abrufbar.

Konnte man trotz aller Vorsicht nicht verhindern, dass ein Kind gesundheitsschädliche Pflanzen oder Teile wie Blüten, Blätter oder Früchte gegessen hat, sollte man unbedingt abklären, um welche Pflanze es sich handelte. Wichtig ist auch zu wissen, welche Teile der Pflanze gegessen und ob diese nur gekaut und ausgespuckt oder verschluckt wurden.

Die Gesundheitsexperten der Giftnotrufzentralen raten unter anderem bei einer Vergiftung, dem Kind grundsätzlich nur Tee, Wasser oder Saft zu trinken zu geben, auf keinen Fall Milch. Außerdem sollte nie Erbrechen beispielsweise durch die Verabreichung von Salzwasser ausgelöst werden.

Hilfe im Notfall

Telefonische Hilfe geben die regionalen Giftnotrufe. Ein Verzeichnis der regionalen Beratungsstellen in Deutschland, Österreich und der Schweiz ist im Internet zu finden. Muss auf den Rat des Giftnotrufs das Kind zum Arzt oder ins Krankenhaus gebracht werden, sollte zur Identifizierung der Pflanze ein ganzer Zweig mitgenommen werden. Der Berufsverband der Kinder- und Jugendärzte e.V. erklärt in seinem Webportal unter anderem, welche Symptome und Auswirkungen Vergiftungen haben können und welche Sofortmaßnahmen wichtig sind.

Hilfreiche Tipps, wie das eigene Zuhause giftsicher wird, aber auch welche Erste-Hilfe-Maßnahmen im Ernstfall sinnvoll sind, bietet zudem die kostenlos bei der Informationszentrale gegen Vergiftungen des Universitätsklinikums Bonn herunterladbare Broschüre „Ratgeber für Vergiftungsunfälle“. Weitere Informationen gibt es vom Bundesinstitut für Risikobewertung mit einer kostenlosen App als Informations- und Nachschlagewerk für Vergiftungsunfälle bei Kindern und für deren Vermeidung sowie dem kostenlosen Ratgeber „Risiko Vergiftungsunfälle bei Kindern“.

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