Viele Bundesbürger fühlen sich gesundheitlich eingeschränkt

 - 

(verpd) Im europäischen Durchschnitt gibt rund jeder Vierte, in Deutschland jeder Fünfte an, mit lang andauernden gesundheitlichen Einschränkungen bei alltäglichen Verrichtungen konfrontiert zu sein. Wie die Daten der europäischen Statistik zeigen, sinkt im Allgemeinen der Anteil der Betroffenen mit steigendem Einkommen.

Umfragen aus 2015, deren Ergebnisse vom statistischen Amt der Europäischen Union (Eurostat) vor Kurzem veröffentlicht wurden, zeigen, wie es um das gesundheitliche Befinden der Europäer bestellt ist. Statistisch gesehen, gab jeder vierte Bürger in der Europäischen Union (EU) letztes Jahr an, konkret waren es 25,3 Prozent der Bevölkerung, seit Langem unter bestehenden – leichten oder schweren – gesundheitsbedingten Einschränkungen bei üblicherweise ausgeübten Aktivitäten zu leiden.

Damit ist gemeint, dass Betroffene sich seit mindestens sechs Monaten in der Verrichtung alltäglicher Tätigkeiten, beispielsweise in der Schule, im Beruf, im Haushalt oder in der Freizeit, eingeschränkt fühlen.

Ein Fünftel der Deutschen empfindet sich als gesundheitlich eingeschränkt

In Malta und Schweden ist der Anteil der Personen, die von entsprechenden Einschränkungen berichten, mit 9,7 Prozent beziehungsweise 11,1 Prozent am niedrigsten. Danach folgen Irland (17,7 Prozent), Bulgarien (19,3 Prozent) und Zypern (20,8 Prozent). Deutschland ist mit 21,2 Prozent besser dran als der EU-Schnitt. Schlechter als Deutschland, aber besser als der EU-Durchschnitt, schneiden noch Großbritannien (23,4 Prozent), Belgien (23,6 Prozent), Polen (24,4 Prozent), Griechenland (24,8 Prozent), Spanien (24,8 Prozent), Tschechien (24,9 Prozent) und Frankreich mit 25,2 Prozent ab.

Der Anteil der Bürger, die gesundheitlich eingeschränkt sind, liegt in Luxemburg (25,7 Prozent), Rumänien (26,1 Prozent), Ungarn (27,7 Prozent) und Italien (29,0 Prozent) leicht über dem EU-Durchschnitt. Deutlich darüber ist der Anteil der betroffenen Bürger in Dänemark (30,5 Prozent), Niederlande (30,6 Prozent), Litauen (30,7 Prozent) sowie in Slowenien und Slowakei mit je 31,5 Prozent. Auch in Österreich und Finnland mit je 33,1 Prozent sowie in Estland (35,0 Prozent) und Kroatien (35,1 Prozent) berichten viele Bürger über gesundheitliche Einschränkungen.

Am höchsten ist der Anteil in Lettland, hier waren es 38,4 Prozent, und Portugal mit 36,1 Prozent. Eurostat stellte zudem fest, dass Frauen in jedem Land der Union häufiger betroffen sind als Männer: "Hier ist in der EU insgesamt ein Unterschied von 4,5 Prozentpunkten zwischen dem Anteil der Frauen (27,5 Prozent) und dem der Männer (23,0 Prozent) zu beobachten." Am größten ist die Differenz zwischen den Geschlechtern mit 10,4 Prozentpunkten in Portugal, am kleinsten in Deutschland mit 1,1 Prozentpunkten.

Steigt das Einkommen, sinkt der Anteil der Betroffenen

Eurostat zufolge weisen die Daten auf einen Zusammenhang zwischen dem Anteil der Betroffenen, die an gesundheitlichen Einschränkungen leiden, und dem jeweiligen Einkommen hin. Im Allgemeinen werde mit steigendem Einkommen seltener von gesundheitlichen Einschränkungen berichtet. Für die statistische Bewertung erfolgte eine Einkommenseinteilung nach Quintilen – eine Quintil umfasst diesbezüglich jeweils 20 Prozent der Bevölkerung: das erste Quintil die 20 Prozent mit dem niedrigsten, das fünfte Quintil die 20 Prozent mit dem höchsten Einkommen.

Laut Statistik ist die größte Schere zwischen den Ärmsten (erstes oder zweites Quintil, je nachdem welches den höheren Anteil aufweist) und den Reichsten (fünftes Quintil). Fast ein Drittel (31,2 Prozent) der Ärmsten – das sind die 20 Prozent der Bevölkerung mit dem niedrigsten Einkommen – in der EU hat nach eigenen Angaben mit Einschränkungen zu tun, bei den Reichsten – also den 20 Prozent mit dem höchsten Einkommen – hingegen nur 17,0 Prozent. Der Unterschied beträgt 14,2 Prozentpunkte. Am höchsten ist der Unterschied zwischen den Einkommensquintilen in Estland.

Hier gaben 51,8 Prozent der Bürger im ersten Einkommensquintil an, unter gesundheitlichen Einschränkungen zu leiden. Im fünften Quintil waren es dagegen nur 18,3 Prozent und damit 33,5 Prozentpunkte weniger. Auch in Lettland und Litauen war der Unterschied zwischen dem ersten und fünften Quintil mit 28,6 beziehungsweise 30,7 Prozentpunkten sehr hoch. Mit 10,9 Prozentpunkten war der Unterschied in Italien am kleinsten. In Deutschland beträgt die Differenz zwischen dem ersten und dem fünften Einkommensfünftel 17,5 Punkte.

Einkommensabsicherung

Die Statistik- und Umfrageergebnisse zeigen, wie wichtig das Einkommen auch für das gesundheitliche Befinden ist. Viele Situationen wie eine eintretende Arbeitslosigkeit, eine Scheidung, eine Krankheit oder ein Unfall können jedoch dazu führen, dass man plötzlich mit erheblichen Einkommenseinbußen rechnen muss.

Zwar gibt es keinen Schutz vor derartigen Risiken, doch die dadurch verursachten Einkommensverluste können mit privaten Versicherungen abgesichert werden.

Weitere News zum Thema

  • Ärztliche Behandlungsfehler: Schlichtungsverfahren hemmt die Verjährung

    [] Wenn Patienten vermuten, dass sie Opfer eines ärztlichen Behandlungsfehlers wurden, können sie Schadensersatzansprüche geltend machen. Die Verjährungsfrist beträgt dabei drei Jahre. Viele Menschen werden es allerdings vorziehen, das Problem zunächst außergerichtlich zu regeln. Das ist möglich. Zum einen können sich Arzt und Patient ohne Einschaltung von Dritten miteinander einigen. Unter Umständen lassen sich einige Probleme so direkt klären. Ist auch der Arzt an einer gütlichen Einigung interessiert, so wird er seine Haftpflichtversicherung einschalten. mehr

  • Warum Impfen wichtig ist

    [] (verpd) Gegen zahlreiche Krankheiten kann man sich mit einer Impfung schützen. Manche, zum Teil tödlich verlaufende Infektionskrankheiten können ohne eine Impfung sogar nur schwer oder gar nicht behandelt werden. Schutzimpfungen schützen nicht nur den Geimpften vor bestimmten Krankheiten, sondern sorgen auch dafür, dass Menschen, die sich aus gesundheitlichen Gründen nicht impfen lassen können, ein reduziertes Ansteckungsrisiko haben. mehr

  • Verspätete Krankschreibung nach Klinikaufenthalt

    [] (verpd) Um im Anschluss an einen Klinikaufenthalt den Anspruch auf Zahlung von Krankengeld durch eine gesetzliche Krankenkasse nicht zu verlieren, reicht es aus, wenn zunächst ein Klinikarzt die fortlaufende Arbeitsunfähigkeit bescheinigt hat. Das hat das Sozialgericht Leipzig entschieden (Az. S 22 KR 75/16). mehr

  • Mit notwendigen Medikamenten verreisen

    [] (verpd) Die richtigen Arzneimittel im Reisegepäck sorgen dafür, dass der Urlaub nicht wegen gesundheitlicher Beschwerden wie Durchfall, Kopfschmerzen oder schmerzhafter Insektenstiche längerfristig beeinträchtigt wird. Chronisch Kranke sollten außerdem sicherstellen, dass sie ihre notwendigen Medikamente in ausreichender Menge mitführen. Allerdings können manche rezeptpflichtigen Arzneimittel nur mit einer speziellen Bescheinigung in bestimmte Urlaubsländer eingeführt werden. mehr

  • Gesund bleiben an heißen Tagen

    [] Nicht jeder verträgt hohe Außentemperaturen problemlos. Was der Einzelne tun kann, um ohne Gesundheitsprobleme durch den Sommer zu kommen. mehr

Weitere News zum Thema

schließen

Link empfehlen

Mit der Inanspruchnahme des Services willigen Sie in folgende Vorgehensweise ein:

Ihre eigene E-Mail-Adresse und die des Empfängers werden nur zu Übertragungszwecken verwendet - um den Adressaten über den Absender zu informieren, bzw. bei einem Übertragungsfehler eine Benachrichtigung zu übermitteln. Um einen Missbrauch dieses Services zu vermeiden, wird Geldtipps.de die Identifikationsdaten (IP-Adresse) jedes Nutzers der versandten E-Mail in Form eines E-Mail-Header-Record (X-Sent-by-IP) beifügen und für einen Zeitraum von zwei Monaten speichern. Sofern Dritte glaubhaft machen, dass sie durch die Versendung eines Artikels im Rahmen dieses Services in ihren Rechten verletzt wurden, wird Geldtipps.de die Identifikationsdaten zur Rechtsverfolgung herausgeben.