Umfassende Informationen zum Thema Patientenrechte

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(verpd) Viele Patienten trauen sich häufig nicht, ihre gesetzmäßigen Ansprüche gegenüber Ärzten, Kliniken oder Krankenversicherungs-Trägern geltend zu machen. Das liegt unter anderem daran, dass zahlreiche Bürger ihre Patientenrechte nicht genau kennen. Das Bundesministerium für Gesundheit (BMG), aber auch andere offizielle Stellen sorgen mit kostenlosen Ratgebern diesbezüglich für mehr Klarheit.

Laut einer Umfrage der AOK – Die Gesundheitskasse, einem Träger der gesetzlichen Krankenversicherung, fühlen sich 43 Prozent der Patienten von ihrem Arzt schlecht informiert. 80 Prozent der Patienten würden gerne eine ärztliche Zweitmeinung einholen, wenn bei ihnen eine schwere Krankheit diagnostiziert wird und/oder der Arzt zu einer größeren Operation rät.

Mehr als jeder vierte Befragte gab an, schon einmal eine individuelle Gesundheitsleistungen (IGeL), die ihm der Arzt angeboten hat und vom Patienten selbst zu zahlen ist, in Anspruch genommen zu haben, obwohl er nicht genügend Zeit hatte, sich über die Vor- und Nachteile klar zu werden. Diese und andere Umfragen zeigen, wie wichtig es für den Einzelnen ist, dass er seine Rechte als Patient kennt. Denn vieles, was sich Patienten wünschen, steht ihnen rechtlich auch zu.

Neutrale Informationsquellen

Umfassende Informationen zum Thema Patientenrechte bietet die 81-seitige Broschüre „Informiert und selbstbestimmt – Ratgeber für Patientenrechte“ des Bundesministeriums für Gesundheit (BMG) und des Bundesministeriums der Justiz und für Verbraucherschutz (BMJV). Sie ist kostenlos im BMG-Webauftritt herunterladbar, kann aber auch online bestellt werden.

Umfangreich sind auch die Ausführungen zum Thema Patientenrechte des Webportals der Unabhängigen Patientenberatung Deutschland (UPD), einer gemeinnützigen GmbH, die im Auftrag des Gesetzgebers Bürger objektiv und kostenfrei rund um das Thema Gesundheit berät. Neben Hintergrund-Informationen und Praxisbeispielen gibt es hier diverse Videoerklärungen zu den verschiedensten Patientenrechten.

In der Broschüre der Ministerien sowie im UPD-Webauftritt wird beispielsweise detailliert beschrieben, welche Rechte man als Patient gegenüber seinem Arzt und seiner Krankenkasse hat, aber auch was man bei vermuteten Behandlungsfehlern tun kann.

Vom Auskunftsrecht bis hin zur Krankenhauswahl

So hat ein Patient beispielsweise nicht nur ein Anrecht auf umfassende Informationen zur Behandlung, beispielsweise über die Chancen und Risiken möglicher Heilungsmethoden. Der Patient hat auch ein Recht auf eine ärztliche Zweitmeinung, wenn er an der Richtigkeit der Diagnose oder vorgeschlagenen Therapie zweifelt.

Der Patient kann außerdem seine Krankenakte einsehen und hat auch einen Anspruch auf eine Kopie der Unterlagen. Zudem darf ein Arzt kein Geld für Zusatzleistungen (IGeL) beim Patienten einfordern, wenn der Patient nicht vorher vom Arzt über die genauen Kosten schriftlich informiert wurde. Außerdem muss der Patient einer Durchführung der Leistung zugestimmt haben.

Prinzipiell kann ein Patient auch ein anderes als das vom Arzt vorgeschlagene Krankenhaus für eine notwendige stationäre Behandlung wählen. Allerdings können dann zusätzliche Kosten für den Patienten anfallen, da die Krankenkasse in der Regel nur den Krankentransport in eine nahe gelegene Klinik zahlt. Zudem gibt es Privatkliniken, die nur privat Krankenversicherte oder Selbstzahler aufnehmen – die Behandlungs- und Unterbringungskosten für einen geplanten stationären Aufenthalt werden hier in der Regel nicht von den gesetzlichen Krankenversicherungs-Trägern übernommen.

Wenn dem Arzt ein Fehler unterlaufen ist

Sehr ausführlich beschreibt der kostenlos herunterladbare 68-seitige Ratgeber „Patientenrechte Arztpflichten“ der Bundesarbeits-Gemeinschaft der PatientInnenstellen die Rechte, die ein Patient gegenüber seinem Arzt hat.

Unter anderem werden hier Maßnahmen aufgezeigt, wie ein Patient seine Ansprüche gegenüber einem Arzt, der seine Pflichten verletzt hat, durchsetzen kann – vom Musterbrief zur Anforderung von Krankenunterlagen bis hin zu den verschiedenen Beschwerdestellen und Rechtsmitteln.

Übrigens, auch eine private Rechtsschutz-Versicherung kann im Streitfall gegen einen Arzt oder die Sozialversicherung hilfreich sein, da sie nach einer Leistungszusage unter anderem mögliche Anwalts- und Prozesskosten übernimmt.

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