Sparen bei der privaten Krankenversicherung

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Privatversicherte genießen einige Privilegien bei der Gesundheitsversorgung. Dafür zahlen Sie auch gern ein bisschen mehr. Doch wenn die Gesundheit nachlässt, kann es schnell ganz schön happig werden. Was lässt sich dann tun?

Zum 1.1.2010 haben einige private Krankenversicherer die Versicherungsprämien um bis zu 30 Prozent angehoben. Für 2011 sind ähnliche Beitragsanhebungen zu erwarten. Damit erreichen die monatlichen Gesundheitskosten auch für viele Privatversicherte schwindelerregende Höhen.

Doch eine Kündigung ist in der Regel keine gute Idee. Wegen des höheren Eintrittsalters ist auch beim neuen Versicherer meist eine hohe Prämie zu erwarten. Ferner gehen die Altersrückstellungen verloren und die Rückkehr in die gesetzliche Kasse ist zumeist auch nicht möglich ist.

Allerdings gibt es Möglichkeiten, die Prämien zu drücken. Wer in seinem Vertrag wie in einer Art Baukasten verschiedene Leistungen kombiniert hat, sollte darüber nachdenken, ob er bestimmte Leistungen in Zukunft herausnimmt, um Prämie zu sparen. So kann der Verzicht auf die Unterbringung im Einzelzimmer eine Prämienersparnis von 10 Euro bis 50 Euro im Monat ausmachen. Doch sollten Leistungskürzungen nicht dazu führen, den Schutz der privaten Versicherung ganz aufzugeben.

Sparen durch Tarifwechsel

Da es bei den Versicherungsgesellschaften nicht nur einen Versicherungstarif gibt, kann u.U. ein Wechsel in einen Tarif mit einem anderen Leistungsumfang sinnvoll sein. Oft besteht auch die Möglichkeit, in einen anderen Tarif zu wechseln, in dem man für weniger Prämie vergleichbare Leistungen bekommt.

Tipp
Achten Sie darauf, dass Sie nicht in einem Billigtarif landen, dessen Leistungen gerade einmal auf dem Niveau der gesetzlichen Kassen liegen. Denn ein Wechsel zurück in einen Tarif mit besseren Leistungen ist mit einer erneuten Gesundheitsprüfung verbunden, die zu deftigen Prämienaufschlägen führen kann.

Sparen durch Selbstbehalt

Auch ein höherer Selbstbehalt stellt eine Möglichkeit dar, die Prämie zu senken. Versicherte erklären sich damit bereit, für Arztbesuche und Medikamente einen bestimmten Betrag jährlich aus der eigenen Tasche zu zahlen. Dafür sinkt die Versicherungsprämie. Doch sinnvoll ist ein erhöhter Selbstbehalt nur dann, wenn man am Ende weniger Prämie zahlt, obwohl man einen Teil der Medikamente und Arztbesuche selbst zahlen muss. Wer also 300 Euro Selbstbehalt vereinbart, muss im Monat schon mindestens 25 Euro Prämie sparen. Sonst zahlt man in Jahren mit vielen Arztbesuchen drauf.

Sparen durch den Basistarif

Das größte Sparpotenzial ergibt sich durch einen Wechsel in den Basistarif. Dieser muss mindestens die Leistungen der gesetzlichen Krankenkassen bieten. Der Basistarif darf nicht teurer sein als der Höchstbeitrag in der GKV (2010: 558,75; 2011: 575,44, ggf. plus Zusatzbeitrag).

Die Ersparnis dabei dürfte in vielen Fällen bis zu 30 Prozent der Prämie für eine private Vollversicherung ausmachen.

Bedenken Sie, dass Privatversicherte seit 1.1.2010 einen weit größeren Teil ihrer Beiträge bei der Einkommensteuer geltend machen können als vorher, und zwar für alle Versicherte der Familie. Absetzbar sind die Kosten, die auf die medizinische Grundversorgung entfallen, also die Absicherung auf dem Niveau der gesetzlichen Kassen.

Tipp
Um die Krankenversicherungskosten steuermindernd absetzen zu können, müssen Sie den Nachweis Ihres privaten Versicherers über den absetzbaren Kostenanteil der Versicherung Ihrer Einkommensteuererklärung beifügen und den Betrag in der Anlage "Vorsorgeaufwand" angeben.

 

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