Schlafen statt Schäfchen zählen

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(verpd) Nach Angaben der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA) benötigen Erwachsene zwischen sieben und neun Stunden Schlaf am Tag. Wer unter Schlafstörungen leidet und auf Dauer weniger schläft, muss in der Folge laut Gesundheitsexperten mit einem erhöhten Unfallrisiko und einer hohen Krankheitsanfälligkeit rechnen. Experten erklären in diversen kostenlosen Ratgebern, wie man Schlafprobleme vermeidet.

Rund 25 Prozent der Deutschen sind nach Angaben des Robert Koch-Instituts von Schlafstörungen wie Ein- oder Durchschlafstörungen betroffen. Hinzu kommen noch einmal rund elf Prozent, die den Schlaf häufig oder dauerhaft als nicht erholsam empfinden. Die Folgen dieser Schlafprobleme können zum Teil lebensgefährlich sein – und zwar für den Betroffenen und seine Umwelt. Wer beispielsweise übermüdet ein Fahrzeug lenkt oder eine Maschine oder Anlage überwacht, gefährdet sich und andere.

Wer müde ist, kann sich schlechter konzentrieren, reagiert langsamer und überschätzt sich selbst. Das beeinträchtigt die Fahrleistung: Schon nach 17 Stunden ohne Schlaf ist sie ähnlich schlecht wie bei einer Blutalkohol-Konzentration von 0,5 Promille. 24 Stunden ohne Schlaf entsprechen sogar knapp einem Promille, warnt der Automobilclub ADAC.

Gesundheitliche Folgen von Schlafproblemen

Länger andauernde Schlafprobleme haben außerdem körperliche und psychische Folgen: So sind die Betroffenen nicht nur dauerhaft müde, sondern häufig auch gereizt. Zudem vermindert sich die Konzentrations- und Leistungsfähigkeit, das Immunsystem ist geschwächt.

Depressionen, Magenprobleme, Bluthochdruck, Diabetes und Gewichtszunahme sind ebenso zu verzeichnen wie ein erhöhtes Krebs- und Schlaganfallrisiko. Es lohnt sich also, vorhandene Schlafstörungen zu beseitigen.

Grundlegende Informationen zum Thema Schlafstörungen und Tipps für einen gesunden Schlaf finden Interessenten unter anderem auch im Webportal des Instituts für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen (IQWiG).

Kostenlose Ratgeber

Was Betroffene tun und an wen sie sich wenden können, fassen zudem Broschüren des Vereins Deutsche Gesellschaft für Schlafforschung und Schlafmedizin e.V. (DGSM) zusammen. Die kostenlos herunterladbaren Ratgeber befassen sich nicht nur mit Schafstörungen von Säuglingen, Kleinkindern, Kindern und Jugendlichen sowie von älteren Menschen, sondern sie thematisieren beispielsweise auch Ein- und Durchschlafstörungen.

Dem leidigen Thema Schnarchen ist ebenso ein eigener Ratgeber gewidmet wie den Schlafproblemen, die im Zusammenhang mit der Schichtarbeit oder einer obstruktiven Schlafapnoe (schlafbezogene Atmungsstörung) entstehen.

Eine weitere Broschüre beschäftigt sich mit den Schlafproblemen von Frauen. An junge Eltern richtet sich das Plakat Schlafempfehlungen für das Baby der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA). Es fasst die wichtigsten Tipps zusammen. Ausführlichere Informationen zum gleichen Thema liefert die Broschüre „So schläft ihr Baby am sichersten“ des Ministeriums für Soziales, Arbeit, Gesundheit und Demografie Rheinland-Pfalz.

Wann man zum Arzt gehen sollte

Auch wenn man die Tipps der Ratgeber berücksichtigt und sein Verhalten entsprechend anpasst, führt dies nicht automatisch zu einem besseren und erholsamen Schlaf. Dauern die Schlafstörungen mehr als vier Wochen an, sollte ein Arzt die Ursache der Schlafstörung analysieren. Unter anderen können beispielsweise dauerhafter Stress oder Medikamente, die man wegen anderer Leiden nehmen muss, zu Schlafproblemen führen.

Es kommen aber auch noch nicht diagnostizierte Erkrankungen, wie beispielsweise die Schlafapnoe als Ursache infrage. Schlafmittel sollten in allen Fällen nur in Ausnahmesituationen und nicht über eine längere Zeit hinweg eingenommen werden.

Professor Dr. Martin Schulz, Geschäftsführer Arzneimittel der ABDA - Bundesvereinigung Deutscher Apothekerverbände, betont: Rezeptfrei heißt nicht harmlos. Wer dauerhaft unter Schlafstörungen leidet, sollte sich in der Apotheke zu Schlafmitteln und anderen schlaffördernden Maßnahmen beraten lassen. Seiner Meinung nach sind pflanzliche Beruhigungsmittel, also Präparate mit Baldrian, Hopfen oder Melisse, die auch längerfristig eingenommen werden können, eine Alternative.

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