Rund 8 Mio. gesetzlich Versicherte müssen Zusatzbeiträge zahlen

 - 

Für das Jahr 2012 werden die meisten gesetzlich Krankenversicherten wohl keine Zusatzbeiträge fürchten müssen. 133 von 153 Krankenkassen planen für 2012 keinen Zusatzbeitrag. Allerdings planen mindestens vier Krankenkassen derzeit, mit einem Zusatzbeitrag in das kommende Jahr zu starten.

Das ergab eine aktuelle Umfrage des Verbraucherportals 1A Krankenversicherung unter allen Krankenkassen. Derzeit erheben elf gesetzliche Krankenkassen einen Zusatzbeitrag zwischen 6,50 Euro und 15 Euro monatlich. Unter www.1a-krankenversicherung.de/zusatzbeitrag/liste ist die aktuelle Liste der Zusatzbeiträge 2011 und 2012 zu finden.

Von der Zahlung sind bundesweit insgesamt rund acht Millionen Versicherte betroffen. Ab kommendem Jahr wird sich das voraussichtlich nur geringfügig ändern, denn am 1.1.2012 wird es nach aktuellem Stand mindestens vier Krankenkassen mit Zusatzbeitrag geben, darunter die neue DAK Gesundheit und einige BKK. Die Höhe der geplanten Zusatzbeiträge liegt meist bei acht Euro pro Monat. Zehn weitere Anbieter treffen die Entscheidung erst Ende 2011. Fünf Kassen befinden sich nach eigenen Angaben in der Planung zur Fusion, um die Zusatzbeiträge künftig zu vermeiden. Damit sind zum Jahreswechsel weiterhin rund acht Millionen Versicherte von Zusatzbeiträgen betroffen.

Einige Ergebnisse der Umfrage auf einen Blick:

  • 133 Krankenkassen planen 2012 definitiv ohne Zusatzbeiträge,
  • 5 Krankenkassen planen eine Fusion, wodurch der Zusatzbeitrag 2012 wegfallen könnte,
  • 4 Krankenkassen planen den Zusatzbeitrag zum Start 2012 bereits fest ein (meist acht Euro),
  • 10 Krankenkassen lassen die Entscheidung noch offen,
  • mindestens 7 Krankenkassen planen wieder eine Prämie.

Die neue Großkasse DAK Gesundheit wird zunächst als drittgrößte Krankenkasse mit Zusatzbeitrag im Januar starten, diesen dann jedoch zum April 2012 abschaffen. Damit soll die Fusion Einsparungen für die Krankenkasse und die Versicherten bringen. Die beiden größten Krankenkassen, Techniker
Krankenkasse und Barmer GEK, wollen 2012 ohne Zusatzbeiträge auskommen.

Insgesamt steht das System der gesetzlichen Krankenversicherung finanziell besser da als noch Anfang 2011 angenommen. Grund ist die verbesserte konjunkturelle Lage und die weitere Entspannung auf dem Arbeitsmarkt. Deshalb planen auch im kommenden Jahr sieben Krankenkassen eine Prämie für ihre Versicherten anstatt eines Zusatzbeitrags, voraussichtlich zwischen 30 und 120 Euro im Jahr. Dazu zählen die hkk Bremen, die BKK A.T.U. als bundesweit geöffnete Kassen sowie einige regional zugängliche Anbieter.

Die Krankenkassen können bereits seit 1.1.2011 höhere monatliche Zusatzbeiträge von ihren Mitgliedern verlangen. Die Zusatzbeiträge unterliegen seit Anfang vergangenen Jahres nicht mehr der Begrenzung auf ein Prozent der beitragspflichtigen Einnahmen eines Mitglieds. Seit Anfang 2011 werden Zusatzbeiträge unabhängig vom Einkommen erhoben.

2012 kein Sozialausgleich zum Schutz vor finanzieller Überforderung

Nach Angaben des Bundesministeriums für Gesundheit wird es auch im Jahr 2012 keinen Sozialausgleich zum Schutz vor finanzieller Überforderung für gesetzlich Krankenversicherte geben. Auf der Basis der Zahlen des Schätzerkreises wird der durchschnittliche Zusatzbeitrag im kommenden Jahr auf null Euro festgelegt.

Zusatzbeiträge müssen gesetzliche Krankenkassen erheben, wenn deren Zuweisungen aus dem bundesweiten Gesundheitsfonds geringer sind als der benötigte Finanzbedarf zur Deckung ihrer Ausgaben. Zusatzbeiträge sind im Wettbewerb um Versicherte absolut schädlich. Die Deutsche Angestellten-Krankenkasse (DAK) hat nach der Einführung des Zusatzbeitrags von monatlich acht Euro insgesamt fast 500.000 Mitglieder verloren.

Weitere News zum Thema

  • Für eine Alterns- und altersgerechte Arbeitsgestaltung

    [] (verpd) Die Bevölkerung wird laut Statistik immer älter. Zudem steigt das Renteneintrittsalter seit einigen Jahren an. Damit erhöht sich auch das Durchschnittsalter der Belegschaft in einer Firma. Umso wichtiger ist es, dass auch die Arbeitsbedingungen entsprechend den alternden und älteren Beschäftigten angepasst werden, um ein effektives Arbeiten zu erreichen und arbeitsbedingte Leiden und Krankheiten so gut wie möglich zu vermeiden. Entsprechende Tipps für Arbeitgeber und Personalverantwortliche enthält die aktualisierte Broschüre der Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin (BAUA). mehr

  • Welche Apotheke auch an Sonn- und Feiertagen offen ist

    [] (verpd) Apotheken haben wie andere Geschäfte auch bestimmte Öffnungszeiten. Allerdings sind viele der rund 20.000 Apotheken in Deutschland im Wechsel auch nachts sowie an Sonn- und Feiertagen geöffnet, sodass in der Regel eine ortsnahe Notversorgung mit Medikamenten gewährleistet ist. Welche Apotheke in der Umgebung zur benötigten Zeit geöffnet hat, lässt sich unter anderem über das Telefon, mithilfe eines Smartphones oder über das Internet schnell ermitteln. mehr

  • Bald wird wieder an der Uhr gedreht

    [] (verpd) Ende Oktober wird hierzulande wieder von Sommer- auf Winterzeit umgestellt. Bei vielen stellt sich die innere Uhr jedoch nicht so schnell auf die geänderte Uhrzeit um, was zu gesundheitlichen Beschwerden führen kann. Diese Probleme lassen sich jedoch mit den richtigen Maßnahmen abmildern. mehr

  • Die nächste Grippewelle kommt

    [] (verpd) Nach Angaben der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA) ist jedes Jahr auch in Deutschland mit einer Grippewelle zu rechnen. Sie tritt häufig in der kalten Jahreszeit auf. Wer rechtzeitig vorsorgt und bestimmte Verhaltensmaßnahmen beachtet, hat gute Aussichten, von einer Grippe verschont zu bleiben. mehr

  • Wechsel in private Krankenversicherung wird 2018 schwerer

    [] (verpd) Im kommenden Jahr steigt nach einem jüngsten Beschluss des Bundeskabinetts die sogenannte Versicherungspflicht-Grenze in der gesetzlichen Krankenversicherung (GKV). Damit wird für Arbeitnehmer der Wechsel zur privaten Krankenversicherung weiter erschwert und ist ab Januar 2018 erst ab einem monatlichen Einkommen von über 4.950 Euro möglich. mehr

Weitere News zum Thema

schließen

Link empfehlen

Mit der Inanspruchnahme des Services willigen Sie in folgende Vorgehensweise ein:

Ihre eigene E-Mail-Adresse und die des Empfängers werden nur zu Übertragungszwecken verwendet - um den Adressaten über den Absender zu informieren, bzw. bei einem Übertragungsfehler eine Benachrichtigung zu übermitteln. Um einen Missbrauch dieses Services zu vermeiden, wird Geldtipps.de die Identifikationsdaten (IP-Adresse) jedes Nutzers der versandten E-Mail in Form eines E-Mail-Header-Record (X-Sent-by-IP) beifügen und für einen Zeitraum von zwei Monaten speichern. Sofern Dritte glaubhaft machen, dass sie durch die Versendung eines Artikels im Rahmen dieses Services in ihren Rechten verletzt wurden, wird Geldtipps.de die Identifikationsdaten zur Rechtsverfolgung herausgeben.