Professionelle Zahnreinigung: Fast jede zweite Kasse gewährt Zuschüsse

Professionelle Zahnreinigung: Fast jede zweite Kasse gewährt Zuschüsse

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Viele gesetzliche Krankenkassen bezuschussen die professionelle Zahnreinigung auf freiwilliger Basis.

Ein sauberes Gebiss und präventiver Schutz vor Karies- und Parodontalerkrankungen – viele Patientinnen und Patienten entschließen sich beim Zahnarzttermin aus guten Gründen für eine professionelle Zahnreinigung (PZR). Bakterien im Mundraum werden gründlich entfernt. Zähne und Zahnfleisch vor einer Neuansiedelung geschützt. Das beugt Allgemeinerkrankungen wie z.B. Diabetes vor, da der Patient insgesamt weniger Bakterien im Körper hat.

Jetzt ergab eine aktuelle Umfrage der Kassenzahnärztlichen Bundesvereinigung (KZBV), dass nahezu jede zweite gesetzliche Krankenkasse die PZR auf freiwilliger Basis diese Individuelle Gesundheits-Leistung (IGeL) bezuschusst. Vor allem die zahlreichen Betriebskrankenkassen zeigen sich spendabel.

Dazu sagte Wolfgang Eßer, Vorstandsvorsitzender der KZBV: In Deutschland leiden bis zu 70 Prozent aller Erwachsenen an parodontalen Erkrankungen. Dennoch wird diese sinnvolle Behandlung immer wieder zu Unrecht als im Nutzen nicht belegte IGel-Leistung verunglimpft, etwa durch den Medizinischen Dienst der Krankenversicherung. Hier besteht ein eklatanter Wiederspruch zwischen den Zuschüssen der Kassen und der Fundamentalkritik des MDK: zahlreiche Kassen bezuschussen die PZR zunächst mit knappen Versichertengeldern, aber zugleich lassen sie den Nutzen der Leistung durch den MDK anzweifeln.

Nutzen der PZR als präventive Maßnahme anerkannt

Fest steht: Mittel- und langfristig kann mit einer PZR eine umfassende und kostenintensivere Parodontaltherapie vermieden werden. Bereits eine unterstützende Parodontaltherapie umfasst Elemente einer PZR. Gerade bei Patienten mit ersten parodontalen Problemen ist die Maßnahme aus medizinischer Sicht absolut geboten, da mit dieser die Sondierungstiefe der Zahntaschen reduziert werden kann. Der wissenschaftliche Nutzen der PZR als präventive Maßnahme bei Karies und Parodontalerkrankungen ist in der Wissenschaft schon lange anerkannt, sagt Eßer.

Umfrage der KZBV bei allen gesetzlichen Krankenkassen

Die KZBV hat die Angebotsvielfalt bei der PZR zum Anlass genommen und eine Umfrage bei allen 124 vom GKV-Spitzenverband im April 2015 gelisteten gesetzlichen Krankenkassen durchgeführt. Immerhin 61 Kassen beteiligten sich an der Umfrage. Gefragt wurde, wie sich die konkrete Leistung der jeweiligen Kasse im Zusammenhang mit einer PZR gestaltet, ob es Absprachen mit Kassenzahnärztlichen Vereinigungen (KZV) gibt und ob der Zahnarzt frei nach der Gebührenordnung für Zahnärzte (GOZ) abrechnen kann. Ein Teil der Angebote basiert auf sogenannten Selektivverträgen und hat damit eine Einschränkung der freien Zahnarztwahl zur Folge.

Verschiedene Varianten von Zuschüssen für eine PZR

Etliche der durch die KZBV befragten Kassen gewähren ihren Versicherten einen Zuschuss zur PZR pro Jahr oder pro Termin. Einige Kostenträger bieten Vergünstigungen jedoch nur in Zusammenarbeit mit ausgewählten Zahnärztinnen und Zahnärzten an. Versicherte können diese Angebote also häufig nicht beim Zahnarzt ihrer Wahl in Anspruch nehmen. Dafür sind in diesen Fällen oft aber ein bis zwei Zahnreinigungen kostenfrei. Manche Kassen bieten ihren Versicherten bei der PZR wahlweise beide Zuschuss-Varianten an.

Kleine Auswahl: Ist Ihre Kasse dabei?

Barmer GEK

Die Barmer GEK zahlt ihren Versicherten einen Zuschuss von maximal 50 € für die PZR, begrenzt auf die tatsächlich entstehenden Kosten. Die Vertragszahnärztin/ der Vertragszahnarzt ist frei wählbar. Voraussetzung für den Zuschuss ist die erfolgreiche Teilnahme am Bonusprogramm für gesundheitsbewusstes Verhalten.

IKK gesund plus

Gegen Einreichung einer entsprechenden Quittung für die PZR bekommen die Versicherten der IKK gesund plus im Rahmen des Bonusprogrammes 30 €.

Knappschaft

Die Versicherten der Knappschaft erhalten für eine PZR einmal jährlich 10 Bonuspunkten im Rahmen des AktivBonus Programms.

Techniker Krankenkasse

TK-Versicherte können sich die PZR im Rahmen der TK-Gesundheitsdividende erstatten lassen. Wer drei bonifizierbare Maßnahmen nachweist hat über die TK-Gesundheitsdividende einen Kostenerstattungsanspruch von 50 €. Bei sechs Maßnahmen sind es 100 € und bei neun Maßnahmen 250 €. Alternativ können die Versicherten auch weiterhin eine Barprämie erhalten in Höhe von 30 €, 60 € oder 90 €.

Zahlreiche Betriebskrankenkassen bezuschussten die professionelle Zahnreinigung. Die vollständige Tabelle aller Kassen, die einen PZR-Zuschuss gewähren, finden Sie hier.

Informieren Sie sich bei Ihrer Krankenkasse, ob sie die professionelle Zahnreinigung bezuschusst. Heben Sie den Zahlungsbeleg Ihres Zahnarztes auf. Wichtige Tipps zum Kassenwechsel lesen Sie in unserem Ratgeber Wechsel zwischen gesetzlicher und privater Krankenversicherung

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