Professionelle Fußpflege: Kassen müssen nicht nur bei Diabetikern zahlen

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Viele Senioren nehmen eine professionelle Fußpflege in Anspruch. Meist bezahlen sie diese aus eigener Tasche. Doch nach der Heilmittelrichtlinie übernehmen die Krankenkassen auch bei Diabetikern die Behandlungskosten, wenn hierdurch unumkehrbare Schädigungen vermieden werden.

Ein rechtskräftiges Urteil des Landessozialgerichts Schleswig-Holstein vom 11.2.2015 (Az. L 5 KR 10/15 B) zeigt allerdings, dass diese Regelung – anders als bislang von den Kassen meist vertreten – auch bei anderen Krankheiten greifen kann.

Verhandelt wurde in Schleswig über den Fall eines 1956 geborenen Mannes, der an einer peripheren arteriellen Verschlusskrankheit leidet, die bei ihm zu Nekrosen, konkret zum Absterben von Fußgewebe führt. Nach einer Operation wurde ihm vonseiten des Krankenhauses dringend eine regelmäßige Fußpflege empfohlen. Andernfalls drohten irreparable Folgen. Entsprechend verschrieb ihm der Hausarzt Fußpflege.

Die Krankenkasse lehnte die Kostenübernahme jedoch ab und bezog sich dabei auf die Heilmittelrichtlinie der GKV, in der geregelt ist, dass die Übernahme der Fußpflege nur bei Patientinnen und Patienten mit einem diabetischen Fußsyndrom infrage kommt, die ohne diese Behandlung unumkehrbare Folgeschädigungen der Füße, wie Entzündungen und Wundheilungsstörungen, erleiden würden. Das Gericht befand, dass es für die Beschränkung der Kostenübernahme auf Diabetiker keinen nachvollziehbaren Grund gebe. Dem Betroffenen drohten die gleichen Folgeschäden, obwohl er kein Diabetiker sei. Also müssten auch bei ihm die Kosten übernommen werden.

Die beklagte Krankenkasse akzeptierte die Entscheidung (möglicherweise, um ein gegen sie gerichtetes Urteil des Bundessozialgerichts zu vermeiden). Das Urteil bindet andere Krankenkassen zwar nicht (weil keine höchstrichterliche Entscheidung). Dennoch sollten sich Versicherte in vergleichbaren Situationen auf das Urteil aus Schleswig berufen, um so eine Kostenübernahme zu erreichen.

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