Private Krankenversicherung: Was tun gegen Beitragsanhebung?

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Die Beiträge zur privaten Krankenversicherung steigen in diesem Jahr bei einigen Versicherern um bis zu 30 Prozent. Das ist ungewöhnlich viel. Ansonsten liegen die jährlichen Beitragsanhebungen bei 5 bis 10 Prozent. Diese extrem hohen Anhebungen führen die Versicherer auf besonders stark gestiegene Kosten vor allem im ambulanten Bereich zurück.

Wer von solch hohen Mehrkosten betroffen ist, kommt schnell auf den Gedanken, zu einem Versicherer zu wechseln, der stabile Beiträge verspricht. Doch mit einem Unternehmenswechsel ist regelmäßig der Verlust der Alterungsrückstellungen verbunden (ausgenommen der Wechsel zu einem Basistarif). Außerdem führt der neue Anbieter eine erneute Gesundheitsprüfung durch und jünger als beim früheren Vertragsabschluss ist man ja nun leider auch nicht geworden.

Beitragssenkung durch Tarifwechsel

Besser als ein Wechsel des Unternehmens ist ein Wechsel des Tarifs innerhalb der Versicherungsgesellschaft, um den Beitrag zu senken. Vor allem, wenn Sie schon länger bei einem Unternehmen versichert sind, kann der Wechsel in einen Tarif mit gleichartigen Leistungen durchaus zu einer Beitragssenkung führen. Sie haben ein Anrecht auf einen solchen Wechsel, und zwar unter Anrechnung Ihrer vorhandenen Alterungsrückstellung.

Ein besonderer Fall sind parallele Tarifwerke mit gleichem Leistungsumfang, bei denen der ältere Tarif nicht mehr beworben wird. In den jüngeren Tarif strömt der Neuzugang, hier bleiben die Prämien wegen der geringeren Inanspruchnahme durch die jüngeren (gesünderen) Versicherten bezahlbar. Im älteren Tarif führt dagegen die „Vergreisung des Kollektivs“ zur Beitragsexplosion.

Tipp
Erkundigen Se sich, ob der Versicherer Paralleltarife führt. Schauen Sie in jedem Fall den neuen Tarif, vor allem die Versicherungsbedingungen, genau an. Manchmal sind die günstigeren Prämien mit Leistungseinschränkungen verbunden. Vor allem die Bereiche Heil- und Hilfsmittel können ganz gravierende Unterschiede beinhalten. Euro 100,- Unterschied bei der Brille mögen nicht die Welt sein. Ob Sie im Ernstfall aber einen elektrischen Rollstuhl bekommen oder nicht, kann Euro 5000,- bis Euro 10000,- ausmachen. Sehr große Unterschiede gibt es auch im Zahnbereich. Achten Sie hier insbesondere auf die begrenzte Erstattungsfähigkeit für die Rechnungen eines Kalenderjahres insgesamt und jährlich gestaffelte Leistungen.


Beitragssenkung durch Selbstbehalt

Die einfachste Art, den Beitrag abzusenken, besteht in der Vereinbarung eines Selbstbehalts. Dabei sollte die Beitragsersparnis höher sein als der evtl. auf Sie zukommende Selbstbehalt.

Tipp
Bedenken Sie, dass mit zunehmendem Alter erfahrungsgemäß die Inanspruchnahme von Ärzten steigt. Insbesondere im Falle einer chronischen Erkrankung ist der Selbstbehalt dauerhaft eine zusätzliche Belastung.


Als Diabetiker müssen Sie sich z.B. durchaus auf Euro 1500,- und mehr Kosten pro Jahr einstellen. Ein Selbstbehalt von Euro 1000,- bedeutet dann jedes Jahr eine zusätzliche Belastung. Daher empfiehlt es sich, einen Teil der Beitragsersparnis anzusparen. Wenn Sie möglichst früh damit anfangen, können Sie in den Zeiten, in denen Sie keine Leistungen in Anspruch nehmen, ein ansehnliches Sümmchen zusammensparen; Sie bilden praktisch Ihre eigene Art von Alterungsrückstellung.

Tipp
Wenn Sie bei einem Unternehmen versichert sind, das Beitragsrückerstattungen bei Nicht-Inanspruchnahme vorsieht, sollten Sie vor Einreichung einer Rechnung immer prüfen, ob es nicht besser ist, die Rechnung selbst zu zahlen. Zudem steigt bei vielen Versicherern die Beitragsrückerstattung mit der Anzahl der leistungsfreien Jahre. Wenn Sie einen Selbstbehalt vereinbaren oder erhöhen möchten, brauchen Sie sich keiner Gesundheitsprüfung zu unterziehen. Lassen Sie sich mehrere Varianten ausrechnen und suchen Sie sich die optimale heraus.

Leistungsreduzierung prüfen

Überprüfen Sie, ob sich der versicherte Leistungsumfang reduzieren lässt. Krankenhaustagegeld ist immer Luxus. Im Ruhestand sollten Sie auch das Krankentagegeld kündigen – ohne Arbeitseinkommen leistet der Versicherer eh`nicht. Wer dritte Zähne hat oder ein gesundes Gebiss, kann im Alter auch auf die Versicherung von Zahnersatz verzichten. Und statt Ein- ein Zweibettzimmer, ist im Ernstfall auch nicht schlimm. Vorsicht aber bei ausgesprochenen Spartarifen, die mit unschlagbar günstigen Prämien werden: Hier entspricht der Leistungsumfang dem der gesetzlichen Krankenversicherung oder manchmal noch weniger – das sollten Sie sich gut überlegen.

Wechsel zu Standardtarif / Basistarif?

Das ist meist keine Lösung. Die Beiträge sind – selbst unter Berücksichtigung von Altersrückstellungen immer noch sehr hoch (genau ausrechnen lassen!), der Leistungsumfang entspricht aber nur dem der GKV. Was meist übersehen wird: Es fallen dann künftig auch Zuzahlungen an.

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