Private Krankenversicherung: Was der Arbeitgeber zuschießen muss

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Wer sich privat krankenversichert, bekommt als Angestellter einen Zuschuss von seinem Arbeitgeber. Der Arbeitgeber ist verpflichtet, den Zuschuss, der nicht steuerpflichtig ist, auszuzahlen. Als Beitragszuschuss muss der Arbeitgeber so viel zahlen wie bei einem in der gesetzlichen Kranken- und Pflegeversicherung versicherten Arbeitnehmer.

Der Pflichtzuschuss beträgt aktuell maximal 271,01 im Monat (7,3 Prozent von 3.712,50 Euro). Hinzu kommt ein Zuschuss zur Pflegepflichtversicherung: Maximal wird hier ein Zuschuss von 36,20 fällig.

Chefarztbehandlung auch zuschussfähig

Der Zuschuss des Arbeitgebers wird auch dann fällig, wenn die private Krankenversicherung Leistungen enthält, die über das Niveau der gesetzlichen Basis-Absicherung hinausgehen. Eine höhere Prämie für bessere Leistungen, wie etwa eine Chefarztbehandlung oder ein Ein- bzw. Zweibettzimmer in der Klinik, muss der Arbeitgeber also auch zu 50 Prozent bezuschussen – zumindest bis zur Beitragsbemessungsgrenze.

Wer über den Zeitraum einer Gehaltsfortzahlung hinaus krank ist, hat keinen Anspruch mehr auf den Arbeitgeberzuschuss. Das sollte berücksichtigt werden, wenn das Krankentagegeld festgelegt wird.
Der Arbeitgeber kann aber freiwillig einen höheren Zuschuss spendieren, der ebenfalls steuerfrei ausgezahlt wird. Das gilt auch, wenn der Arbeitgeber den Zuschuss erhöht, weil Familienmitglieder ebenfalls privat versichert sind. Insgesamt darf der Zuschuss aber nicht mehr als 50 Prozent der tatsächlich gezahlten Prämien ausmachen.

Beispiel: Bei einem Beitrag von 300 Euro im Monat beträgt der Pflichtzuschuss des Arbeitgebers monatlich 150 Euro. Auch auf freiwilliger Basis könnte der Zuschuss nicht auf über 150 Euro steigen, weil der Zuschuss nicht mehr als 50 Prozent der tatsächlichen Prämien ausmachen darf. Anders sieht es bei 800 Euro Prämie aus. Hier liegt der freiwillige Zuschuss im besten Fall bei 400 Euro, während der Pflichtzuschuss bei 271,01 stehen bleibt.

Beitragserstattung gehört dem Arbeitnehmer

Wenn Privatversicherte von ihrer privaten Krankenversicherung Beitragserstattungen erhalten, ändert das nichts an den bereits gezahlten Arbeitgeberzuschüssen. Niemand muss dem Arbeitgeber den Zuschuss oder Teile davon erstatten, wenn er Beiträge von seiner privaten Krankenversicherung erstattet bekommt. Beitragsrückvergütungen der PKV sind in der Einkommensteuererklärung anzugeben.

 

Beispiel: Bei 300 Euro monatlicher Prämie für die private Krankenversicherung werden 150 Euro Zuschuss vom Arbeitgeber fällig. Der Arbeitgeber zahlt also im Jahr 1.800 Euro, die private Krankenversicherung kostet 3.600 Euro. Nach einem Jahr erstattet die Versicherung zwei Monatsbeiträge, weil ein Jahr lang keine Rechnungen eingereicht wurden. Die 600 Euro kommen alleine dem Versicherten zugute, die Jahresprämie beträgt nur noch 3.000 Euro, von denen der Arbeitgeber trotzdem 1.800 Euro zahlen muss.

Anders sieht es mit einer Selbstbeteiligung in der privaten Krankenversicherung aus: Vereinbaren Versicherte mit ihrer Gesellschaft solche Tarife, sinkt die Prämie und damit auch der Arbeitgeberzuschuss. Müssen Versicherte dann aber Teile der fälligen Rechnungen selbst zahlen, können sie den Arbeitgeber dafür nicht zur Kasse bitten. Dessen Zuschusspflicht erstreckt sich nicht auf Selbstbeteiligungen.

Tipp
Bei privaten Krankenversicherern, die Leistungsfreiheit (= Nichtinanspruchnahme) mit hohen Beitragsrückvergütungen honorieren, sollten Sie die Vereinbarung eines Selbstbehalts kritisch prüfen. Außerdem ist dabei zu berücksichtigen, dass seit dem 1.1.2010 die Krankenversicherungsbeiträge fast in voller Höhe steuermindernd geltend gemacht werden können.

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