Privat versichert: Bleiben die Prämien bezahlbar?

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Bei der privaten Krankenversicherung besteht das Problem, dass im Lauf der Zeit die statistisch kalkulierten Krankheitskosten und mit zunehmendem Alter des Versicherten auch die monatlichen Beiträge für den Versicherten steigen.

Das liegt an folgenden Ursachen:
  • Erhöhung der Sach- und Personalkosten.
  • Der medizinische Fortschritt führt nur in den wenigsten Fällen zu einer spürbaren Reduzierung der Kosten. Meist sind die neuen Methoden oder Medikamente teurer als die alten.
  • Die Menschen leben länger und der Anteil Älterer, die statistisch mehr Leistungen in Anspruch nehmen, steigt.
Um diesen Problemen zu begegnen, ist es den Versicherern erlaubt, die Beiträge regelmäßig zu überprüfen und gegebenenfalls zu erhöhen, wenn sie nicht mehr ausreichen. Anders würde Versicherung nicht funktionieren. Die Anpassung der Beiträge ist an eine ganze Reihe von Formalien gebunden und wird von einem unabhängigen Treuhänder überwacht und genehmigt.

Was tun gegen steigende Beiträge?

Den Anstieg müssen Sie "im Auge behalten"! Ansonsten kann die private Krankenversicherung im Alter zu einer möglicherweise nicht mehr finanzierbaren Last werden. Aus 300 Euro Monatsbeitrag werden bei 3 Prozent Anpassung jährlich in 15 Jahren 467 Euro, in 25 Jahren sind es bereits 628 Euro. Bei 5 Prozent jährlicher Anpassung werden sogar 624 Euro bzw. 1.106 Euro aus Ihrer Anfangsprämie. Sie sollten sich immer vor Augen halten, dass Krankenversicherungsverträge unter Umständen Vertragslaufzeiten von 50 und mehr Jahren haben. Nicht umsonst heißt es: Die Entscheidung für eine private Krankenversicherung ist eine Entscheidung fürs Leben.

Ausweg Basistarif?

Die privaten Krankenversicherer müssen seit 1.1.2009 einen Basistarif anbieten, der zwar nur die gleichen Leistungen wie die gesetzliche Krankenversicherung umfasst, aber bis Juni 2009 monatlich bis zu 569,63 Euro kostet. Damit ist er fast unbezahlbar teuer und i.d.R. nicht empfehlenswert.

Weiterer Haken: Man ist ein "privater Kassenpatient": zwar privat versichert, aber nicht wie ein Privatpatient behandelt. Abgerechnet wird wie in der privaten Krankenversicherung per Rechnung, die der Patient nach der Behandlung vom Arzt oder Krankenhaus erhält. Anschließend rechnet er mit dem Versicherer ab.

Praxisgebühren und etwaige Zuzahlungen werden dann von der Erstattung abgezogen. Diese Sonderkosten sind wie in der gesetzlichen Krankenversicherung vom Versicherten zu zahlen.

Der Basistarif hat aber auch gewisse Vorteile: Er darf nicht verweigert werden. Schwer oder chronisch Kranke haben keine Leistungsausschlüsse oder Ablehnungen zu befürchten. Auch auf Risikozuschläge müssen die Versicherer verzichten.

Tipp
Freiwillig gesetzlich versicherten Familien ist von einem Wechsel in den privaten Basistarif abzuraten, denn bei der gesetzlichen Krankenversicherung sind Ehepartner und Kinder ohne eigenes Einkommen mitversichert. Wer jung und gesund ist, sollte prüfen, ob ein privater Vollversicherungstarif in Frage kommt. Der bringt mehr Leistung und ist meist günstiger als der Basistarif. Privat Versicherte, deren Beitrag über den genannten 569,63 Euro liegt, können überlegen, in den Basistarif zu wechseln. Das kann auch bei einem neuen Anbieter sein, denn neuerdings lassen sich die Alterungsrückstellungen übertragen.

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