Organspende-Ausweis: Soll ich ihn ausfüllen?

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Vier von fünf Menschen (80 Prozent der Befragten) stehen laut einer Umfrage der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung einer Organ- und Gewebespende positiv gegenüber. Dennoch gab rund jeder Dritte (35 Prozent der Befragten) an, tatsächlich einen Organspende-Ausweis zu besitzen.

Ist es sinnvoll, einen Organspende-Ausweis auszufüllen?

Antwort auf diese Frage gibt jetzt eine neue Faktenbox der AOK. Sie stellt auf einen Blick dar, warum die Angehörigen entlastet werden, wenn im Todesfall ein Ausweis vorhanden ist.

Jeder von uns kann mit einer Organspende einem Mitmenschen nach seinem eigenen Tod ein wunderbares Geschenk machen: ein neues Leben. Und klar ist auch: Jeder von uns kann eines Tages selbst auf eine Organspende angewiesen sein. Daher sollten wir uns ganz bewusst mit dem Thema auseinandersetzen. Denn nur wer gut informiert ist, kann eine klare eigenverantwortliche Entscheidung treffen, betont der Patientenbeauftragte der Bundesregierung, Karl-Josef Laumann.

Die Faktenbox helfe dabei: Sie kann Menschen motivieren, ihre Einstellung in einem Ausweis zu dokumentieren, so Laumann.

Die neue Box wurde in Zusammenarbeit mit dem Berliner Max-Planck Institut für Bildungsforschung erstellt und ergänzt das bisherige Angebot von elf AOK-Faktenboxen, die kompakte, leicht verständliche und fundierte Informationen zu Medizin- und Gesundheitsthemen bieten.

Als neuer Kooperationspartner wird künftig auch das Online-Portal Apotheken-Umschau.de die Faktenboxen veröffentlichen. Egal, wie man zum Thema Organspende steht – wenn man seine Einstellung zum Thema nicht dokumentiert, stehen die Angehörigen nach Feststellung des Hirntods vor einer sehr schweren Entscheidung, sagt Martin Litsch, Vorstand des AOK-Bundesverbands. Wir wollen deutlich machen, dass ein Ausweis in dieser Situation helfen kann.

Die Faktenbox zur Organspende zeigt, dass die meisten Menschen eine klare Meinung dazu haben, ob sie nach ihrem Tod Organe spenden möchten oder nicht. So stehen nach einer Umfrage der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung 80 Prozent der Befragten einer Organ- und Gewebespende positiv gegenüber.

Diese Meinung wird aber nach wie vor selten in einem Ausweis dokumentiert: Nur 35 Prozent der Befragten gaben an, tatsächlich einen Spenderausweis zu besitzen. Seit November 2012 gilt beim Thema Organspende in Deutschland die sogenannte Entscheidungslösung.

Demnach werden alle Bürger in einem geregelten Verfahren über die Organspende informiert und regelmäßig zu einer persönlichen Erklärung aufgefordert, ob sie einer Organspende zustimmen, nicht zustimmen oder sich nicht erklären möchten.

Die neue Faktenbox ergänzt das bisherige Informationsangebot der AOK zum Thema Organspende: Eine interaktive Online-Entscheidungshilfe unterstützt Interessierte schon seit 2012 beim Abwägen der Argumente für oder gegen eine Organspende.

In Zusammenarbeit mit Wissenschaftlern der Universität Hamburg hat die AOK in dieser Entscheidungshilfe Fakten und Meinungen zur Organspende zusammengestellt.

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