Neues Hüft- oder Kniegelenk: Weißbuch-Daten bringen eher beruhigende Ergebnisse

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Rund 370.000 Menschen erhielten 2014 ein neues Knie- oder Hüftgelenk. Die Komplikationsrate war dabei ausgesprochen niedrig – mit zudem sinkender Tendenz.

Die Daten, die das IGES-Institut (Institut für Gesundheits- und Sozialforschung) hierzu veröffentlichte, sind eher dazu angetan, Patienten Ängste zu nehmen. Immerhin 1 % der Menschen jenseits der 70 erhalten jährlich einen Hüftgelenk- und 0,7 % einen Kniegelenkersatz. Chirurgische Komplikationen während des Klinikaufenthalts nehmen dabei bei Ersteingriffen seit Jahren ab. Sie kommen beim Hüft- und Knieersatz bei 2,7 beziehungsweise 1,9 % der Operationen vor. 80 % der Ersteingriffe an der Hüfte gehen auf meist altersbedingten Gelenkverschleiß (Arthrose) zurück. Zweithäufigster Grund der Hüftoperationen sind in 13 % der Fälle altersabhängige Oberschenkelhalsbrüche.

Auch wenn die Komplikationsrate relativ niedrig ist: Insbesondere Patienten, die ein neues Hüftgelenk benötigen, können ihre Chancen auf eine gelungene und komplikationslose Operation durch eine gezielte Krankenhauswahl erhöhen. Denn für beide Arten von Eingriffen (Arthrose- bzw. Oberschenkelhalsbruch-bedingten Hüftgelenkersatz) wird der Operationserfolg bundesweit durch das vom Wissenschaftlichen Institut der AOK entwickelte Verfahren Qualitätssicherung mit Routinedaten (QSR) ermittelt. Die QSR-Daten gehen in den Krankenhaus-Navi der AOK ein. Für alle Kliniken, die in den letzten drei Jahren bei mindestens 30 AOK-Versicherten entsprechende Operationen vorgenommen haben, findet man dort die erhobenen Daten über die Behandlungsqualität. Indikatoren sind dabei

  • ungeplante Folge-Operationen innerhalb eines Jahres,

  • chirurgische Komplikationen innerhalb von 90 Tagen und

  • Sterblichkeit innerhalb von 90 Tagen nach dem Eingriff.

Im Navi werden die erhobenen Befunde mit Lebensbäumen symbolisiert. Drei Lebensbäume erhalten dabei die besten 20 % der Kliniken – also diejenigen, bei denen die geringste Wahrscheinlichkeit für unerwünschte Ereignisse besteht. Nach wie vor warnen nicht nur die Krankenkassen, dass in Deutschland zu viele Knie- und Hüftoperationen vorgenommen werden.

Bei planbaren Operationen sollte vorab in jedem Fall eine Zweitmeinung eingeholt werden. Das Krankenhaus-Navi der AOK finden Sie unter weisse-liste.krankenhaus.aok.de/

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