Neue Großfusion bei den Krankenkassen

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(verpd) Im Frühjahr 2016 schließen sich zwei gesetzliche Krankenkassen, nämlich die Barmer GEK und die Deutsche BKK zur „Barmer“ zusammen. Die fusionierte Kasse wird dann mit rund 7,6 Millionen Mitgliedern und etwa 9,6 Millionen Versicherten die größte gesetzliche Krankenkasse sein.

Seit einigen Jahren schließen sich immer mehr gesetzliche Krankenkassen zusammen. Im Jahr 2000 gabes noch 420 Krankenkassen, letztes Jahr nur noch 132 und bis zum 1. Juli diesen Jahres sogar nur 123 gesetzliche Krankenkassen.

Und auch nächstes Jahr ist mit Zusammenschlüssen zu rechnen. Vor Kurzem wurde bekannt, dass sich die Barmer GEK, die lange Zeit die größte Krankenkasse in Deutschland war und erst kürzlich von der Techniker Krankenkasse als Spitzenreiter abgelöst wurde, mit der Deutschen BKK zusammenschließt.

Neue Kasse „Barmer“ soll Anfang 2017 die Arbeit aufnehmen

Ein entsprechender Vereinigungsvertrag soll spätestens im Frühjahr 2016 unterzeichnet werden. Es ist geplant, dass die neue Krankenkasse, die den Namen „Barmer“ tragen soll, zum 1.1.2017 die Arbeit aufnimmt. Hauptsitz der neuen Krankenkasse wird Berlin sein. Mit der neuen Barmer entsteht ein neues Branchenschwergewicht, das rund 9,6 Millionen Versicherte (Barmer GEK: 8,5 Millionen; Deutsche BKK: 1,1 Millionen; Stand: 1.7.2015) zählt.

Auch in der Rangliste nach Mitgliederzahl wird die vereinigte Kasse die Spitzenposition übernehmen. Zum Stichtag 1.7.2015 hatte die Barmer GEK nach Daten des gesundheitspolitischen Hintergrunddienstes Dfg – Dienst für Gesellschaftspolitik rund 6,7 Millionen Mitglieder, die Deutsche BKK kam auf knapp 880.000. Nach dem Zusammenschluss werden es dann voraussichtlich knapp 7,6 Millionen Mitglieder sein.

Zuletzt hatten beide Kassen Mitglieder verloren: Bei der Barmer GEK belief sich das Minus in den ersten sechs Monaten auf fast 40.000, bei der Deutschen BKK auf rund 14.000. Erst Anfang des Jahres hatte sich die Deutsche BKK mit der BKK Essanelle zusammengeschlossen und dadurch die Mitgliederzahl um rund die Hälfte auf seinerzeit circa 900.000 ausgebaut. Von der Fusion versprechen sich die beiden Kassen nach eigenen Angaben „eine spürbare Steigerung der Wettbewerbsfähigkeit und Verbesserung der Marktposition“.

Zusatzleistungen können sich ändern

Grundsätzlich bleiben die gesetzlich zugesicherten Leistungen der gesetzlichen Krankenkassen durch die Fusion gleich.

Allerdings könnten sich die bisher eventuell angebotenen Zusatzleistungen wie die Bezuschussung von bestimmten Leistungen, die normalerweise nicht im Rahmen der Leistungen der gesetzlichen Krankenversicherung übernommen werden, ändern.

Die Fusion zweier Krankenkassen stellt keinen Sonderkündigungsgrund dar. Wer jedoch mindestens 18 Monate bei einer Krankenkasse ist, kann mit Frist von zwei vollen Kalendermonaten zum Monatsende ohne Angaben von Gründen kündigen und zu einer anderen Krankenkasse wechseln.

Wechsel der Krankenkasse

Erhebt eine Krankenkasse, auch eine aus einer Fusion neu entstandenen Krankenkasse, einen Zusatzbeitrag, der bisher noch nicht verlangt wurde, oder erhöht einen bereits bestehenden, so gibt es ein Sonderkündigungsrecht.

Damit die Kündigung fristgerecht ist, muss der Versicherte das Kündigungsschreiben bis spätestens zum Ablauf des Monats, für den die Krankenkasse einen Zusatzbeitrag erstmals erhebt oder ihn erhöht, bei der Kasse einreichen. Die Kündigung wird zum Ablauf des übernächsten Kalendermonats wirksam, danach kann der Versicherte zu einer anderen Kasse wechseln. Bis zum Wechsel in eine andere Krankenkasse muss der Versicherte jedoch den erhobenen einkommensabhängigen Zusatzbeitrag zahlen.

Hat man bei der bisherigen Krankenkasse neben der gesetzlichen Krankenversicherung einen Wahltarif abgeschlossen, gilt dieser für mindestens drei Jahre. Eine Kündigung während dieser Zeit ist auch bei einer Fusion ausgeschlossen.

Geldwerte Tipps lesen Sie in unserem Dossier Wechsel zwischen gesetzlicher und privater Krankenversicherung.

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