Neue Großfusion am Krankenkassenmarkt

 - 

(verpd) Zum 1.1.2015 schließen sich zwei gesetzliche Krankenkassen, nämlich die Deutsche BKK und die BKK Essanelle, zur Deutschen BKK zusammen. Die fusionierte Kasse wird mit rund 900.000 Mitgliedern, 1,2 Millionen Versicherten sowie einem Haushaltsvolumen von etwa 3,6 Milliarden Euro zur größten Betriebskrankenkasse in Deutschland.

Das Fusionstempo in der gesetzlichen Krankenversicherung (GKV) hat sich zuletzt merklich verlangsamt. Nachdem das Bundesversicherungsamt 2009 noch 25 Zusammenschlüsse von zwei oder mehr Krankenkassen genehmigt hatte, waren es 2010 nur 16 Fusionen. 2011 waren es nur fünf Fusionen, darunter der Zusammenschluss von Vereinigte IKK mit IKK Classic zur IKK Classic sowie der DAK mit BKK Gesundheit zur DAK-Gesundheit. 2012 gab es erneut fünf Fusionen, 2013 dann nur noch zwei. Ende 2013 gab es noch 134 Krankenkassen.

Im laufenden Jahr haben sich jeweils zum 1. Januar die BKK Mobil Oil und die Hypovereinsbank BKK zur BKK Mobil Oil sowie die Actimonda BKK mit der Betriebskrankenkasse Heimbach zur Actimonda BKK zusammengeschlossen. Zum 1. Juli folgte die Fusion der Novitas BKK und der BKK Phoenix zur Novitas BKK.

Fusionierte Kasse mit rund 900.000 Mitglieder

Vor Kurzem gaben die Deutsche BKK und BKK Essanelle bekannt, dass sie wie angekündigt zum 1.1.2015 fusionieren. Die neue Kasse wird unter dem Namen Deutsche BKK am Markt auftreten.

Die Deutsche BKK war zum Stichtag 1.7.2014 laut Experten mit knapp 600.000 Mitgliedern die Nummer 18 am Krankenkassenmarkt, die BKK Essanelle mit knapp 300.000 Mitgliedern die Nummer 31.

Mit zusammen rund 900.000 Mitgliedern wird die fusionierte Deutsche BKK zur mitgliederstärksten Betriebskrankenkasse und voraussichtlich in die Top 15 am gesamten Krankenkassenmarkt aufsteigen. Hauptsitz ist Wolfsburg, weitere Hauptstandorte sind Stuttgart und Düsseldorf. Die insgesamt rund 1,2 Millionen Versicherten werden von 2.200 Mitarbeitern betreut.

Kein Sonderkündigungsrecht durch eine Fusion

Das Haushaltsvolumen der fusionierten Kasse, zu deren Trägerunternehmen unter anderem Deutsche Post DHL, Postbank, Deutsche Telekom, Volkswagen, Hair Group, Henkel, Bayer, MAN und Rheinmetall gehören, wird auf 3,6 Milliarden Euro für das kommende Jahr beziffert. Die Fusion steht noch unter Vorbehalt der Zustimmung des Bundesversicherungsamts als zuständiger Aufsichtsbehörde. Mit einer entsprechenden Entscheidung wird den Angaben zufolge im Dezember 2014 gerechnet.

Prinzipiell ändert sich an den Leistungen der gesetzlichen Krankenkassen durch die Fusion nichts, da sie gemäß den Vorschriften der GKV nahezu identisch sind. Allerdings könnten sich die bisher eventuell angebotenen Zusatzleistungen wie die Bezuschussung von bestimmten Leistungen, die normalerweise nicht von der GKV übernommen werden ändern. Die Fusion zweier Krankenkassen stellt keinen Sonderkündigungsgrund dar.

Wer jedoch mindestens 18 Monate bei einer Krankenkasse ist, kann mit Frist von zwei vollen Kalendermonaten zum Monatsende ohne Angaben von Gründen kündigen und zu einer anderen Krankenkasse wechseln.

Wenn ein Zusatzbeitrag neu verlangt oder angehoben wird

Erhebt jedoch eine Krankenkasse, auch eine aus einer Fusion neu entstandenen Krankenkasse, einen Zusatzbeitrag, der bisher noch nicht verlangt wurde, oder erhöht einen bereits bestehenden, so gibt es ein Sonderkündigungsrecht.

Damit die Kündigung fristgerecht ist, muss der Versicherte das Kündigungsschreiben bis spätestens zum Ablauf des Monats, für den die Krankenkasse einen Zusatzbeitrag erstmals erhebt oder ihn erhöht, bei der Kasse einreichen. Die Kündigung wird zum Ablauf des übernächsten Kalendermonats wirksam, danach kann der Versicherte zu einer anderen Kasse wechseln.

Bis zum Wechsel in eine andere Krankenkasse muss der Versicherte jedoch den erhobenen einkommensabhängigen Zusatzbeitrag zahlen. Hat man bei der bisherigen Krankenkasse neben der gesetzlichen Krankenversicherung einen Wahltarif abgeschlossen, gilt dieser für mindestens drei Jahre. Eine Kündigung während dieser Zeit ist auch bei einer Fusion ausgeschlossen.

Weitere News zum Thema

  • Viele Bundesbürger fühlen sich gesundheitlich eingeschränkt

    [] (verpd) Im europäischen Durchschnitt gibt rund jeder Vierte, in Deutschland jeder Fünfte an, mit lang andauernden gesundheitlichen Einschränkungen bei alltäglichen Verrichtungen konfrontiert zu sein. Wie die Daten der europäischen Statistik zeigen, sinkt im Allgemeinen der Anteil der Betroffenen mit steigendem Einkommen. mehr

  • Damit die Hausapotheke nicht zum Risiko wird

    [] (verpd) Besonders in der Winterzeit kämpfen viele mit Schnupfen, Husten oder sonstigen Leiden. Wer hier entsprechende Arzneimittel zu Hause hat, kann schnell dagegen vorgehen. Wichtig ist jedoch nicht nur, dass die Medikamente im heimischen Medizinschrank lagern, sondern auch, dass sie nicht veraltet sind. Denn abgelaufene Arznei wirkt häufig nur noch bedingt oder gar nicht mehr und kann im schlimmsten Fall sogar gesundheitsschädlich sein. mehr

  • Damit Silvester nicht auf die Ohren geht

    [] Etwa 8.000 Menschen in Deutschland erleiden jährlich an Silvester ein Knalltrauma, weil ein Feuerwerkskörper zu dicht an ihren Ohren explodiert ist. Um Hörschäden zu vermeiden, ist Vorsicht angesagt. mehr

  • Digitaler Stress für die Augen

    [] (verpd) Das stundenlange Starren auf einem Bildschirm hat Folgen: Die Augen sind trocken, brennen oder tränen. Das Deutsche Grüne Kreuz (DGK) warnt in diesem Zusammenhang vor dem Büroaugen-Syndrom. Im Extremfall ist sogar das Sehvermögen gefährdet. mehr

  • Krankenversicherung: Teure Lügen und Nachlässigkeiten

    [] (verpd) Die Rechtsfolgen der sogenannten vorvertraglichen Anzeigepflicht-Verletzung in der privaten Krankenversicherung sind drastisch, warnt die Bundesanstalt für Finanzdienstleistungs-Aufsicht (Bafin). Die vorvertragliche Anzeigepflicht ist die Pflicht des Versicherungskunden, bei der Beantragung einer Versicherungspolice alle ihm bekannten Gefahrumstände, nach denen im Antrag gefragt wird, wahrheitsgemäß zu beantworten. Die Bafin gibt Tipps, worauf ein Versicherungskunde beim Antrag achten sollte, damit es nicht zu einer Pflichtverletzung kommt. mehr

Weitere News zum Thema

schließen

Link empfehlen

Mit der Inanspruchnahme des Services willigen Sie in folgende Vorgehensweise ein:

Ihre eigene E-Mail-Adresse und die des Empfängers werden nur zu Übertragungszwecken verwendet - um den Adressaten über den Absender zu informieren, bzw. bei einem Übertragungsfehler eine Benachrichtigung zu übermitteln. Um einen Missbrauch dieses Services zu vermeiden, wird Geldtipps.de die Identifikationsdaten (IP-Adresse) jedes Nutzers der versandten E-Mail in Form eines E-Mail-Header-Record (X-Sent-by-IP) beifügen und für einen Zeitraum von zwei Monaten speichern. Sofern Dritte glaubhaft machen, dass sie durch die Versendung eines Artikels im Rahmen dieses Services in ihren Rechten verletzt wurden, wird Geldtipps.de die Identifikationsdaten zur Rechtsverfolgung herausgeben.