Muss die Krankenkasse ein anthroposophisches Mistelpräparat bezahlen?

Muss die Krankenkasse ein anthroposophisches Mistelpräparat bezahlen?

 - 

Seit dem 1.1.2004 sind nicht verschreibungspflichtige Arzneimittel aus dem Leistungskatalog der gesetzlichen Krankenversicherung ausgeschlossen. Ausnahmen hiervon legt der Gemeinsame Bundesausschuss für Arzneimittel, die bei der Behandlung schwerwiegender Erkrankungen als Therapiestandard gelten, in Richtlinien fest.

Die bei der beklagten Krankenkasse Bosch BKK versicherte Patientin erhielt nach operativer Entfernung eines Mammakarzinoms von der Bosch BKK zunächst eine Chemotherapie und sodann eine Therapie mit dem nicht verschreibungs-, aber apothekenpflichtigen anthroposophischen Mistelpräparat Iscador M. Die Bosch BKK lehnte den Antrag der Patientin ab, die Kosten der Therapie mit Iscador M für weitere fünf Jahre zu übernehmen.

Die Patientin ist mit ihrer Klage auf Erstattung der selbst getragenen Therapiekosten in Höhe von 1.504,27 € bei dem Sozialgericht und dem Landessozialgericht ohne Erfolg geblieben. Mistelpräparate seien nach Anlage I (OTC-Übersicht) der Richtlinie des Gemeinsamen Bundesausschusses über die Verordnung von Arzneimitteln in der vertragsärztlichen Versorgung (AM-RL) allein im Rahmen einer palliativen Therapie von malignen Tumoren zur Verbesserung der Lebensqualität verordnungsfähig.

Das gelte auch für die Verordnung anthroposophischer Mistelpräparate. Auch die Regelung der AM-RL über die Verordnung anthroposophischer und homöopathischer Arzneimittel bei schwerwiegenden Erkrankungen (§ 12 Abs 6 AM-RL) fordere die Notwendigkeit einer palliativen Therapie.

Die Patientin rügt mit ihrer Revision die Verletzung von §§ 2 und 34 Sozialgesetzbuch V (SGB V). Über diese Revision der Klägerin beabsichtigt der 1. Senat des Bundessozialgerichts, am Dienstag, dem 15.12.2015, um 10:50 Uhr im Elisabeth-Selbert-Saal aufgrund mündlicher Verhandlung zu entscheiden (Az. B 1 KR 30/15 R).

Wertvolle Expertentipps lesen Sie in unserem Dossier Wechsel zwischen gesetzlicher und privater Krankenversicherung.

Weitere News zum Thema

  • Krankenkassen haben Milliardenüberschuss

    [] Nach den ersten drei Quartalen 2017 konnten die gesetzlichen Krankenkassen einen Überschuss von rund 2,5 Milliarden Euro ausweisen, wie die vorläufigen Finanzergebnisse aus dem Bundesministerium für Gesundheit (BMG) zeigen. Alle Kassenarten lagen im Plus. Die Ausgaben stiegen vergleichsweise moderat an. mehr

  • Gesetzliche Krankenversicherung: Geringe Beitragsentlastung

    [] Nach Angaben des Bundesministeriums für Gesundheit wird der vom Arbeitnehmer alleine zu tragende Zusatzbeitrag der gesetzlichen Krankenversicherung (GKV) im Durchschnitt sinken. Allerdings werden Gutverdiener aufgrund der Erhöhung bestimmter Sozialversicherungs-Werte dennoch mehr zahlen müssen als bisher. Zudem wird der Wechsel von der gesetzlichen in die private Krankenversicherung schwerer. mehr

  • Neues für Selbstständige mit geringem Einkommen

    [] Wie das Bundesministeriums für Gesundheit (BMG) jüngst mitteilte, gibt es ab 2018 eine Änderung bei der Festlegung der Beiträge für Selbstständige, die in der gesetzlichen Krankenversicherung freiwillig versichert sind. Zudem steigt der Mindestbeitrag. Experten warnen bereits seit Längerem vor einer Überforderung von gering verdienenden Selbstständigen durch überhöhte Mindestbeiträge in der gesetzlichen Krankenversicherung (GKV). mehr

  • Gefährliches Spielzeug und riskante sonstige Produkte

    [] Nicht jedes Spielzeug oder Kinderzimmer-Möbelstück ist auch wirklich für Kinder geeignet. Ein Webportal zeigt, worauf man bei den einzelnen Produktarten achten sollte, um das Unfallrisiko minimal zu halten und die Gesundheit des Kindes nicht zu gefährden, aber auch, welche einzelnen Produkte bereits als gefährlich eingestuft wurden. mehr

  • Damit PC und Smartphone nicht zu Augenleiden führen

    [] Viele, die fast jeden Tag stundenlang auf einen Monitor blicken, egal ob es sich dabei um einen Computerbildschirm oder ein Smartphone-Display handelt, leiden irgendwann unter gereizten, geröteten, lichtempfindlichen und/oder juckenden Augen. Bei manchen verschlechtert sich sogar die Sehstärke. Wie sich solche Beschwerden verhindern lassen. mehr

Weitere News zum Thema

schließen

Link empfehlen

Mit der Inanspruchnahme des Services willigen Sie in folgende Vorgehensweise ein:

Ihre eigene E-Mail-Adresse und die des Empfängers werden nur zu Übertragungszwecken verwendet - um den Adressaten über den Absender zu informieren, bzw. bei einem Übertragungsfehler eine Benachrichtigung zu übermitteln. Um einen Missbrauch dieses Services zu vermeiden, wird Geldtipps.de die Identifikationsdaten (IP-Adresse) jedes Nutzers der versandten E-Mail in Form eines E-Mail-Header-Record (X-Sent-by-IP) beifügen und für einen Zeitraum von zwei Monaten speichern. Sofern Dritte glaubhaft machen, dass sie durch die Versendung eines Artikels im Rahmen dieses Services in ihren Rechten verletzt wurden, wird Geldtipps.de die Identifikationsdaten zur Rechtsverfolgung herausgeben.