Mehr Rechte für privat Krankenversicherte

 - 

Am 1.5.2013 ist das Gesetz zur Änderung versicherungsrechtlicher Vorschriften in Kraft getreten. Das Gesetz bringt für Versicherte in der privaten Krankenversicherung (PKV) mehr Rechte – und für Versicherer mehr Pflichten.

Auskunftsanspruch: PKV-Versicherte wissen künftig besser Bescheid, welche Kosten ihr Versicherer übernimmt und worauf sie selbst sitzen bleiben. Denn sie können nun vor einer Behandlung, deren Kosten voraussichtlich 2.000,00 € überschreiten, von ihrem Versicherer Auskunft darüber verlangen, in welchem Umfang die Kosten erstattet werden. Das regelt § 192 Abs. 8 VVG. Der Clou: Stellt sich der Versicherer stumm und antwortet nicht innerhalb von zwei Wochen, so gilt die Behandlung als notwendig und muss bezahlt werden. Das gilt auch für private Zusatzversicherungen von gesetzlich Krankenversicherten.

Die Anfrage zur Kostenerstattung sollte in Zweifelsfällen immer schriftlich und möglichst per Einschreiben erfolgen.

Auskunfts- und Einsichtsrecht: PKV-Versicherte haben nun das Recht zu erfahren, welche Gutachten oder Stellungnahmen der Versicherer eingeholt hat, um seine Leistungspflicht zu prüfen. Und sie dürfen persönlich Einsicht in diese Gutachten nehmen. Dies regelt § 202 VVG. Bislang war dies nur über einen Arzt oder Rechtsanwalt möglich. Allerdings: Wenn einer solchen Auskunftserteilung erhebliche therapeutische oder sonstige erhebliche Gründe entgegenstehen, hat weiterhin nur ein vom Versicherten benannter Arzt oder Rechtsanwalt Auskunfts- oder Einsichtsrecht.

Mehr Zeit zur Kündigung bei höheren Prämien: Künftig bleibt privat Krankenversicherten mehr Zeit, um ihren Versicherungsvertrag nach einer Prämienerhöhung zu kündigen. Innerhalb von zwei Monaten nach Zugang der Änderungsmitteilung ist nun nach einer Prämienerhöhung eine Kündigung möglich (vorher: innerhalb eines Monats). Gleiches gilt bei einer Leistungsminderung. Achtung: Selbst die neue Zwei-Monats-Regel ist knapp bemessen. Denn aufgrund der generellen, seit 2009 auch im PKV-Bereich eingeführten Krankenversicherungspflicht ist eine Kündigung des Vertrags nur dann möglich, wenn der Versicherte nachweist, dass er bei einem neuen Versicherer ohne Unterbrechung versichert ist. Das kann aber dauern – auch wegen der dann in der Regel erneut erforderlichen Gesundheitsprüfung. Immerhin bleiben Versicherten auch für den Nachweis, dass sie weiterhin versichert sind, nun in der Regel zwei Monate Zeit.

Selbstbehalt im Basistarif aufkündbar: Wer im Basistarif der PKV versichert ist, kann einen Selbstbehalt vereinbaren. Das wird bei anderen PKV-Tarifen mit einer Beitragssenkung belohnt – in der Regel jedoch nicht im Basistarif. Versicherte haben deshalb nun die Möglichkeit, von einem vereinbarten Selbstbehalt, der nicht zu einer Prämiensenkung geführt hat, zurückzutreten.

Ein Wermutstropfen zum Schluss: kein Wechsel in alte Männer- oder Frauentarife. Inzwischen darf die private Versicherungswirtschaft nur noch Unisextarife anbieten, bei denen die Beiträge unabhängig vom Geschlecht kalkuliert werden. Nun ist auch der – sozusagen als Ausweg durch die Hintertür – bislang noch mögliche Tarifwechsel innerhalb der PKV aus einem neuen Unisex-Tarif in einen der noch bestehenden alten und u.U. günstigeren Männer- oder Frauentarif ausgeschlossen.

Weitere News zum Thema

  • Hilfreiche Informationen zum Thema Demenz

    [] (verpd) Aktuell leben hierzulande rund 1,6 Millionen Menschen, die an Demenz erkrankt sind. Bis 2050 werden es nach Angaben des Bundesministeriums für Familie, Senioren, Frauen und Jugend rund drei Millionen sein. Zwei Bundesministerien, aber auch diverse Verbände erklären in Webportalen und Broschüren, was für Betroffene und deren Angehörige nach einer solchen Diagnose wichtig ist. mehr

  • Zecken: Eine tödliche Gefahr in Wald und Wiesen

    [] (verpd) Bereits im Februar und März dieses Jahres war es schon wieder so warm, dass die kleinen Blutsauger aktiv wurden. Wer glaubt, dass Zecken dabei nur im Wald lauern, der irrt, denn der Lebensraum beginnt, wie eine Studie der Universität Hohenheim zeigt, im wahrsten Sinne des Wortes direkt vor der eigenen Haustüre, nämlich im eigenen Garten – und das sogar in Gärten, die in städtischem Umfeld liegen. Grund genug, sich zu schützen. mehr

  • Für Männer ab 65: Bauchaorten-Aneurysma-Check

    [] Albert Einstein, Thomas Mann, Charles de Gaulle – sie alle sollen an einem Riss ihres Bauchaorta-Aneurysmas gestorben sein. Eine neue Vorsorgeuntersuchung für Männer ab 65 soll diese tödliche Gefahr eindämmen. mehr

  • Worauf Eltern achten sollten, damit ihr Kind gesund bleibt

    [] (verpd) Ein Internetangebot der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA) liefert umfassende Informationen und Tipps für die gesunde Entwicklung von Kindern. Zielgruppe dieser Informationen sind alle Eltern, aber auch Personen, die mit Kindern im Alter bis zu sechs Jahren zu tun haben. mehr

  • Zu müde zum Erholen: Wenn die Grenze überschritten ist

    [] (verpd) Ein Acht-Stunden-Arbeitstag ist eine gesunde Basis. Wer länger arbeitet, muss um die zehnte Stunde herum mit einem Leistungsknick rechnen. Eine angestaute Ermüdung nach zu langer Arbeit verhindert den Erholungseffekt der Freizeit. Wer jahrelang 50 Stunden oder länger pro Woche arbeitet, setzt seine physische und psychische Gesundheit aufs Spiel. Zu diesen Ergebnissen kommt eine neue Studie der Medizinischen Universität Wien. mehr

Weitere News zum Thema

schließen

Link empfehlen

Mit der Inanspruchnahme des Services willigen Sie in folgende Vorgehensweise ein:

Ihre eigene E-Mail-Adresse und die des Empfängers werden nur zu Übertragungszwecken verwendet - um den Adressaten über den Absender zu informieren, bzw. bei einem Übertragungsfehler eine Benachrichtigung zu übermitteln. Um einen Missbrauch dieses Services zu vermeiden, wird Geldtipps.de die Identifikationsdaten (IP-Adresse) jedes Nutzers der versandten E-Mail in Form eines E-Mail-Header-Record (X-Sent-by-IP) beifügen und für einen Zeitraum von zwei Monaten speichern. Sofern Dritte glaubhaft machen, dass sie durch die Versendung eines Artikels im Rahmen dieses Services in ihren Rechten verletzt wurden, wird Geldtipps.de die Identifikationsdaten zur Rechtsverfolgung herausgeben.