Mehr Fehltage wegen psychischer Erkrankungen

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(verpd) Die Auswertung der Daten von 2,7 Mitgliedern einer gesetzlichen Krankenkasse ergab, dass der Krankenstand 2012 bei 3,8 Prozent lag. Psychische Erkrankungen nahmen im Vergleich zu 2011 weiter zu und kamen 2012 nach dem Muskel-Skelett-System auf den zweitgrößten Anteil an den Ausfalltagen.

Der allgemeine Krankenstand war 2012 leicht um 0,1 Prozentpunkte rückläufig und betrug 3,8 Prozent. Von 1.000 Erwerbstätigen waren also durchschnittlich 38 an jedem Tag des Jahres krankgeschrieben.

Dies ist ein Ergebnis des kürzlich vorgestellten Gesundheitsreports 2013 der DAK-Gesundheit, eine gesetzliche Krankenkasse, die die Krankendaten des Jahres 2012 ihrer rund 2,7 Millionen Mitglieder auswerten ließ. Die Auswertung wurde von der Iges Institut GmbH durchgeführt.

Je nach Branche unterschiedlicher Krankenstand

Je nach Branche zeigten sich allerdings große Unterschiede beim Krankenstand. So gab es in der Öffentlichen Verwaltung und im Gesundheitswesen mit 4,4 Prozent den höchsten Wert, im Berufsfeld Bildung, Kultur und Medien hingegen mit 3,0 Prozent den niedrigsten Wert.

Von Krankmeldungen waren 47,9 (Vorjahr: 48,2) Prozent der erwerbstätigen DAK-Mitglieder betroffen. Umgekehrt kam damit mehr als die Hälfte ohne eine Arbeitsunfähigkeits-Meldung aus.

Leicht rückläufig war auch die Erkrankungshäufigkeit. Die durchschnittliche Krankheitsdauer für alle die krankgeschrieben wurden, blieb unverändert bei 12,6 Tagen im Jahr.

Psychische Erkrankungen weiter auf dem Vormarsch

Bei den häufigsten Krankheitsarten setzte sich der Trend der Vorjahre zu immer mehr psychischen Erkrankungen weiter fort. So hatten psychische Leiden mittlerweile gleichauf mit Erkrankungen am Atmungssystem den zweitgrößten Anteil an den Krankheitstagen.

An erster Stelle rangieren nach wie vor Erkrankungen am Muskel-Skelett-System. Auch beim Tagevolumen lagen Erkrankungen des Muskel-Skelett-Systems mit 325,9(320,7) Krankheitstagen je 100 Versicherte auf dem ersten Platz. Dahinter folgten psychische Erkrankungen mit 203,5(196,5) Krankheitstagen pro 100 Versicherte.

Die DAK-Gesundheit hebt weiter hervor, dass Krankschreibungen von Arbeitnehmern aufgrund psychischer Erkrankungen 2012 einen neuen Höhepunkt erreichten. Seit 2000 ist die Anzahl der Fehltage pro 100 Versicherte um 94 Tage angestiegen. Bei unspezifischen Symptomen gab es insgesamt ein Plus von 17 Tagen. Bei Erkrankungen am Atmungs- und am Kreislausfystem gab es hingegen einen Rückgang um 29 Tage. Rückläufig war auch die Entwicklung am Verdauungs- sowie am Muskel-Skelett-System.

Bewusstseinsänderung bei Ärzten und Patienten

Die Entwicklung bei den psychischen Leiden – 1997 meldete sich nur jeder 50. Erwerbstätige wegen eines psychischen Leidens krank, 2012 war es bereits jeder 22 – lässt zwar auf den ersten Blick die Vermutung zu, dass immer mehr psychisch krank werden. Epidemiologische Studien zeigen jedoch, dass psychische Störungen seit Jahrzehnten in der Bevölkerung nahezu gleich verbreitet seien.

Vielmehr hätten sich das Bewusstsein und die Sensibilität von Ärzten und Patienten diesen Krankheiten gegenüber „deutlich verändert“, stellt Vorstandschef der DAK-Gesundheit Herbert Rebscher heraus.

So würden heute viele Arbeitnehmer mit einem psychischen Leiden krankgeschrieben, während früher Diagnosen wie chronische Rückenschmerzen oder Magenbeschwerden getroffen worden wären.

Gegen finanzielle Einbußen

Egal warum man krank wird, es ist für jeden, unabhängig ob Arbeitnehmer oder Selbstständiger, wichtig, dass er durch eine Arbeitsunfähigkeit nicht auch noch finanzielle Probleme bekommt. Die gesetzliche Krankenversicherung (GKV) zahlt gesetzlich versicherten Arbeitnehmern bei einer Arbeitsunfähigkeit, die nicht unter den Schutz der gesetzlichen Unfallversicherung fällt, jedoch für maximal 78 Wochen 70 Prozent des Bruttolohns, höchstens 90 Prozent des Nettoeinkommens.

Für die Höhe des Krankengeldes wird zudem maximal das Einkommen bis zur Beitragsbemessungs-Grenze (monatlich 3.937,50 € in 2013) berücksichtigt. Das Gehalt oberhalb dieser Grenze wird nicht mit einbezogen.

Gut verdienende Angestellte, aber auch Selbstständige, die keine gesetzliche Absicherung haben, müssen bei einer längeren Arbeitsunfähigkeit mit hohen finanziellen Einbußen im Vergleich zum bisherigen Einkommen rechnen. Daher ist in einigen Fällen eine Absicherung durch eine private Krankentagegeld-Versicherung sinnvoll.

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