MDK widerspricht vielen Ärzte-Diagnosen

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Rund 16 Prozent aller Arbeitsunfähigkeits-Bescheinigungen sind laut dem Medizinischen Dienst der Krankenkassen (MDK) ungerechtfertigt. Außerdem werden von ihm 37 Prozent der beantragten Hilfsmittel abgelehnt. Bei den Reha-Anträgen liegt die Ablehnungsquote des MDK sogar bei 39 Prozent.

Das Handelsblatt berichtet in seinem heutigen Titelthema über die Arbeit des MDK. Dabei stellt die Autorin heraus, dass die Zunahme an Fehltagen und Krankschreibungen keineswegs auf einem gesundheitlichen Verfall der Bevölkerung etwa aufgrund ihrer Überalterung zurückzuführen sei, sondern vielmehr auf arbeitsmarktrechtliche Regelungen, die falsche (privat-) ökonomische Anreize setzten.

So habe die Abschaffung der Arbeitslosenhilfe durch die Hartz-IV-Reform von 2005 zu einer deutlichen Verlängerung der Krankengeldbezugsdauer von Langzeitarbeitslosen geführt, weil diese auf Sozialhilfeniveau gedrückt wurden. Auffallend hohe Krankenstände sind auch bei Männern mit Teilzeitjob, befristeter Beschäftigung oder Zeitarbeit festzustellen.

Krankengeld können Sie 78 Wochen lang bekommen. Es ist ähnlich hoch wie Arbeitslosengeld I.

Bei Reha-Aufenthalten (früher Kuren genannt) macht die hohe Ablehnungsquote von 39 Prozent deshalb stutzig, weil aufgrund der demografischen Entwicklung eigentlich mehr Rehabilitation nachgefragt werden müsste. Doch der Reha-Markt stagniert seit dem Jahr 2008 und ist im Vergleich zu früheren Zeiten stark rückläufig.

Legen Sie Widerspruch gegen einen Ablehnungsbescheid durch den MDK ein. In vielen Fällen hilft das.

Im Bereich der Pflegeversicherung begutachtete der MDK rund 1,5 Mio. Einzelfälle. Rund 830.000 davon waren Erstbegutachtungen, rund 640.000 Höherstufungsbegutachtungen, der Rest Widerspruchsbegutachtungen. Dabei vergab der MDK in 50,6 Prozent der Fälle die Pflegestufe I, in 14,1 Prozent der Fälle die Pflegestufe II und in 3,2 Prozent der Fälle die Pflegestufe III. Bei rund 32 Prozent der Fälle kam der MDK zu der Diagnose, dass die Patienten nicht pflegebedürftig waren.

Führen Sie in Pflegetagebuch, in das Sie akribisch jede Pflegemaßnahme mit Anfangs- und Endzeitpunkt notieren.

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