Medizinische Behandlungsfehler: Immer mehr Patienten beklagen sich

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Die Medizinischen Dienste der Krankenversicherung (MDK) haben 2014 insgesamt 14.663 Gutachten wegen des Verdachts auf Behandlungsfehler erstellt.

Das ist nochmals ein leichter Anstieg gegenüber 2013. Auch die Zahl der durch die Gutachten bestätigten Fehler stieg leicht an – von 3687(2013) auf 3796 in 2014. Die Quote anerkannter Fehler liegt nach wie vor bei etwa 25 %. Diese Daten machten allerdings nur die Spitze des Eisbergs sichtbar, so der Medizinische Dienst des Spitzenverbands der Krankenkassen (MDS). Viele unerwünschte Ereignisse seien für Patienten überhaupt nicht zu erkennen, etwa eine falsche Medikamentenkombination, die zu einem Nierenversagen führe. Nur ein sehr geringer Teil der Fehler werde überhaupt bekannt und nachverfolgt.

Die festgestellten Fehler betrafen überwiegend die Krankenhäuser, was darauf zurückzuführen ist, dass dort schwerwiegendere Eingriffe vorgenommen werden. Der Anteil der bestätigten Fehler war bei der Pflege mit 57,8 % besonders hoch. Hierbei geht es in erster Linie um die Entwicklung eines hochgradigen Dekubitus.

Grundlage für die Einschaltung des MDK ist der durch das Patientenrechtegesetz 2013 neu gefasste § 66 SGB V. Danach sollen die Kassen die Versicherten bei der Verfolgung von Schadensersatzansprüchen, die bei der Inanspruchnahme von Versicherungsleistungen aus Behandlungsfehlern entstanden sind und nicht nach § 116 SGB X auf die Kassen übergehen, unterstützen. Dabei sind die Krankenkassen grundsätzlich zur Unterstützung verpflichtet, es sei denn, es sprechen besondere Gründe dagegen, wie es in der Gesetzesbegründung heißt (BT-Drs. 17/10488, S. 32).

Der MDS ermutigte die Versicherten ausdrücklich, sich beim Verdacht auf einen Behandlungsfehler an ihre Krankenkasse zu wenden. Diese könne dann den MDK mit einem Gutachten beauftragen. Das Gutachten ist für die Versicherten kostenlos und kann Grundlage für Schadensersatzforderungen sein.

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