Medizinische Behandlung im EU-Ausland: Besser vorher fragen

 - 

Wenn sich gesetzlich Krankenversicherte aus Deutschland in einem anderen Land der Europäischen Gemeinschaft behandeln lassen, gilt derzeit der Grundsatz: Die Kassen übernehmen die Kosten einer notwendigen Behandlung – aber nur in der Höhe wie sie auch in Deutschland übernommen werden.

Ausnahmen für teure Behandlungen (etwa: Kernspin-Untersuchungen) gibt es derzeit noch nicht.
Insbesondere muss bei Leistungen, die zum gesetzlichen Leistungskatalog gehören, eine Genehmigung der Krankenkasse – außer bei Zahnersatz – bislang nicht eingeholt werden. Ein Kölner kann sich also z.B. in München, in Barcelona oder jedwedem anderen Ort innerhalb der EU einer Kernspin-Untersuchung unterziehen, ohne die Genehmigung seiner Kasse einzuholen. Er muss nur gegebenenfalls die Mehrkosten tragen.

Das braucht sich auch nach einem Urteil des Europäischen Gerichtshofs vom 5.10.2010 nicht zu ändern, es könnte sich jedoch ändern. Das Gericht entschied nämlich: Französische Krankenkassen dürfen bei besonders kostspieligen Untersuchungsmethoden die Kostenübernahme einer Behandlung im Ausland von einer vorherigen Genehmigung abhängig machen (Az. C-512/08). Und was für Frankreich gilt, kann genauso für den Rest der EU gelten.

Tipp
Gesetzlich Versicherte sollten sicherheitshalber vor Beginn einer Auslandsbehandlung mit ihrer Kasse Kontakt aufnehmen und das Prozedere bei der Kostenübernahme klären.

Weitere News zum Thema

  • Ärztliche Behandlungsfehler: Schlichtungsverfahren hemmt die Verjährung

    [] Wenn Patienten vermuten, dass sie Opfer eines ärztlichen Behandlungsfehlers wurden, können sie Schadensersatzansprüche geltend machen. Die Verjährungsfrist beträgt dabei drei Jahre. Viele Menschen werden es allerdings vorziehen, das Problem zunächst außergerichtlich zu regeln. Das ist möglich. Zum einen können sich Arzt und Patient ohne Einschaltung von Dritten miteinander einigen. Unter Umständen lassen sich einige Probleme so direkt klären. Ist auch der Arzt an einer gütlichen Einigung interessiert, so wird er seine Haftpflichtversicherung einschalten. mehr

  • Warum Impfen wichtig ist

    [] (verpd) Gegen zahlreiche Krankheiten kann man sich mit einer Impfung schützen. Manche, zum Teil tödlich verlaufende Infektionskrankheiten können ohne eine Impfung sogar nur schwer oder gar nicht behandelt werden. Schutzimpfungen schützen nicht nur den Geimpften vor bestimmten Krankheiten, sondern sorgen auch dafür, dass Menschen, die sich aus gesundheitlichen Gründen nicht impfen lassen können, ein reduziertes Ansteckungsrisiko haben. mehr

  • Verspätete Krankschreibung nach Klinikaufenthalt

    [] (verpd) Um im Anschluss an einen Klinikaufenthalt den Anspruch auf Zahlung von Krankengeld durch eine gesetzliche Krankenkasse nicht zu verlieren, reicht es aus, wenn zunächst ein Klinikarzt die fortlaufende Arbeitsunfähigkeit bescheinigt hat. Das hat das Sozialgericht Leipzig entschieden (Az. S 22 KR 75/16). mehr

  • Mit notwendigen Medikamenten verreisen

    [] (verpd) Die richtigen Arzneimittel im Reisegepäck sorgen dafür, dass der Urlaub nicht wegen gesundheitlicher Beschwerden wie Durchfall, Kopfschmerzen oder schmerzhafter Insektenstiche längerfristig beeinträchtigt wird. Chronisch Kranke sollten außerdem sicherstellen, dass sie ihre notwendigen Medikamente in ausreichender Menge mitführen. Allerdings können manche rezeptpflichtigen Arzneimittel nur mit einer speziellen Bescheinigung in bestimmte Urlaubsländer eingeführt werden. mehr

  • Gesund bleiben an heißen Tagen

    [] Nicht jeder verträgt hohe Außentemperaturen problemlos. Was der Einzelne tun kann, um ohne Gesundheitsprobleme durch den Sommer zu kommen. mehr

Weitere News zum Thema

schließen

Link empfehlen

Mit der Inanspruchnahme des Services willigen Sie in folgende Vorgehensweise ein:

Ihre eigene E-Mail-Adresse und die des Empfängers werden nur zu Übertragungszwecken verwendet - um den Adressaten über den Absender zu informieren, bzw. bei einem Übertragungsfehler eine Benachrichtigung zu übermitteln. Um einen Missbrauch dieses Services zu vermeiden, wird Geldtipps.de die Identifikationsdaten (IP-Adresse) jedes Nutzers der versandten E-Mail in Form eines E-Mail-Header-Record (X-Sent-by-IP) beifügen und für einen Zeitraum von zwei Monaten speichern. Sofern Dritte glaubhaft machen, dass sie durch die Versendung eines Artikels im Rahmen dieses Services in ihren Rechten verletzt wurden, wird Geldtipps.de die Identifikationsdaten zur Rechtsverfolgung herausgeben.