Medikamenteneinnahme ohne Risiken und Nebenwirkungen

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(verpd) Die Einnahmeanweisungen des Beipackzettels, des Arztes oder Apothekers sollten stets beachtet werden. Werden nämlich Medikamente beispielsweise in falscher Menge oder zum falschen Zeitpunkt beziehungsweise mit ungeeigneten anderen Lebensmitteln eingenommen, kann dies zu unerwünschten Nebenwirkungen führen. Es kann sogar sein, dass das Medikament gar nicht wirkt. Auch sonst gibt es einiges zu beachten, damit es zum Beispiel nicht zu schädlichen Wechselwirkungen kommt.

Die Bundesvereinigung Deutscher Apothekerverbände (ABDA) weist darauf hin, dass 31 Prozent der ärztlich verschriebenen Medikamente aufgrund der Darreichungsform besonders beratungsbedürftig sind – und zwar unabhängig von deren Wirkstoff. Beispiel: Asthma-Medikamente. Wer gegen Asthma oder andere Krankheiten Medikamente inhaliert, sollte genau wissen, wie und wann er dies tut.

„Besonders langjährige Patienten sind davon überzeugt, dass sie ihre Medikamente richtig anwenden. Aber viele Inhalationssysteme sind kompliziert. Die Folge: Sprays oder Pulverinhalatoren werden nicht immer korrekt bedient“, erklärt Gabriele Overwiening, Mitglied des Vorstands der ABDA. Sie weist auch auf ein anderes Problem hin: „Erhält ein Patient wegen eines Rabattvertrags ein anderes Präparat als gewohnt, kann eine andere Handhabung erforderlich sein.“ Deshalb empfiehlt die Spezialistin, dass die Patienten das Beratungsangebot ihrer Apotheke nutzen sollten.

Rezeptfrei heißt nicht harmlos

Selbst bei rezeptfreien Medikamenten ist Vorsicht geboten. So weisen die Spezialisten des ABDA darauf hin, dass beispielsweise die rezeptfrei angebotenen Mittel mit dem Wirkstoff Loperamid, die gegen akuten Durchfall wirken, bei einer Überdosierung zu schwerwiegenden Nebenwirkungen am Herzen führen können. „Rezeptfrei heißt nicht harmlos. Wenn Loperamid missbräuchlich oder aus Versehen überdosiert wird, kann das lebensgefährlich sein“, bestätigt Prof. Dr. Martin Schulz, Vorsitzender der Arzneimittelkommission der Deutschen Apotheker (AMK).

Er betont zudem: „Deshalb sollte das Medikament bei Verdacht auf eine Nebenwirkung am Herzen abgesetzt werden.“ Gesundheitsexperten raten Herzkranken diese Arznei nur nach Rücksprache mit dem Arzt zu nehmen. Zu beachten sind bei der Einnahme von Medikamenten generell nicht nur die Dosierung, die Darreichungsform, der Einnahmezeitpunkt sowie die möglichen Wechselwirkungen mit anderen Arznei- oder Nahrungsmitteln. Auch die richtige Lagerung muss sichergestellt werden. So müssen beispielsweise manche Medikamente kühl gelagert werden, andere wiederum dunkel.

„Wenn Medikamente zu warm gelagert werden, können sie ihre Wirkung verlieren. Problematisch ist, dass der Patient das aber nicht unbedingt sofort bemerkt. Er weiß nicht, dass seine Arzneimitteltherapie nicht mehr anschlägt“, verdeutlicht Dr. Peter Froese, stellvertretender Vorstandsvorsitzender des Deutsches Arzneiprüfungsinstituts e.V. (DAPI). Informationen, wie ein Medikament zu transportieren und zu lagern ist, ob beispielsweise eine Kühltasche für den Transport notwendig ist, liefert der Arzt oder Apotheker.

Tabletten einfach teilen? Geht nicht immer

Problematisch kann es beispielsweise auch sein, Tabletten zu teilen. Manche verfügen nämlich über magensaftresistente Überzüge, die sicherstellen, dass die Wirkstoffe dort zur Wirkung kommen, wo dies gewünscht wird, also beispielsweise im Darm. Wird aber eine solche Tablette geteilt oder eine entsprechende Kapsel geöffnet, kann es sein, dass dieser Überzug seinen Dienst nicht mehr erfüllt. Die Stoffe können dann beispielsweise im Magen bereits zersetzt werden, ohne überhaupt ihre Wirkung zu entfalten.

Nach Angaben der ABDA sind es genau jene Medikamente, die nicht geteilt werden dürfen, die einen erhöhten Beratungsbedarf haben. Sie machen rund 87 Millionen Packungen aus. Einen erhöhten Beratungsbedarf haben aber auch die 29 Millionen verschriebenen Packungen Arzneimittel zur Injektion beziehungsweise Infusion.

Beratungsintensiv sind ferner die 19 Millionen Packungen Medikamente zur Inhalation sowie Präparate zur Anwendung am Auge, in der Nase, Zäpfchen sowie Arzneimittel in Form von Trockensäften oder Tabletten, die weder gekaut noch geschluckt werden, sondern sich beispielsweise im Mund langsam auflösen sollten.

Auf die richtige Dosierung kommt es an

Patienten sollten sich genau an die Anweisungen des Arztes, Apothekers und des Beipackzettels halten, wenn es um die Dosierung und Einnahmedauer geht. Eine zu hohe Dosierung kann nämlich bei vielen Medikamenten zu unerwünschten Nebenwirkungen führen. Nimmt man hingegen zu wenig, bleibt oftmals die erwünschte Wirkung ganz aus. Wichtig bei Antibiotika: Diese müssen so lange wie verschrieben eingenommen werden. Werden diese zu früh abgesetzt, kann es sein, dass nicht alle Bakterien beseitigt wurden. Es kommt dann zu einem Rückfall.

Außerdem kann eine verkürzte Einnahme dazu führen, dass sich bei den Bakterien Resistenzen bilden, sodass eine spätere Behandlung mit Antibiotika erfolglos bleibt. Neben der Menge ist auch der Zeitpunkt, wann eine Arznei eingenommen wird, für die Wirkung und Verträglichkeit entscheidend. Patienten sollten sich hier genau an die Vorschriften, also zum Beispiel vor oder nach dem Essen, auf nüchternen Magen oder in regelmäßigen Abständen halten.

Zwar sollte man die meisten Tabletten oder Kapseln mit ausreichend Flüssigkeit zu sich nehmen, doch nicht alle Getränke und Nahrungsmittel sind hierfür geeignet. Manche können nämlich auch Wechselwirkungen oder ungewollte Nebenwirkungen hervorrufen. So vertragen sich einige Arzneimittelwirkstoffe nicht mit Alkohol, Koffein, Fruchtsäure oder Kalzium.

Beipackzettel gibt es auch online

Beispiel Antibiotika: Die Medikamente mit den Wirkstoffen Ciprofloxacin, Norfloxacin und Doxycyclin sollen nicht mit kalziumhaltigen Getränken und Nahrungsmitteln wie Milch, Milchprodukten und kalziumreichem Mineralwasser eingenommen werden. Das Kalzium schwächt nämlich den Arzneimittelwirkstoff ab. Müssen zwei oder mehr Arzneimittel zeitgleich eingenommen werden, sollte man vorher mit seinem Arzt oder Apotheker abklären, ob es Wechselwirkungen zwischen diesen gibt, sodass gegebenenfalls eine andere Therapie zum Einsatz kommen kann.

Der Beipackzettel ist ein wichtiges Dokument, da es alle Informationen beinhaltet, die von Bedeutung sind. Ist dieser Zettel verloren gegangen, kann man ihn unter www.patienteninfo-service.de durch die Eingabe des Medikamentennamens oder der Pharmazentralnummer (PZN) abrufen. Es gibt dort auch eine Hörfassung der Beipackzettel – ideal für Patienten mit einer Sehschwäche.

Weitere Informationen für eine sichere Medikamenteneinnahme liefern das Institut für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen in seinem Webportal www.gesundheitsinformation.de sowie der Flyer „Tipps für eine sichere Arzneimitteltherapie“ des Bundesministeriums für Gesundheit.

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