Mausarm kann Berufskrankheit sein

 - 

Das Verwaltungsgericht Aachen hat am 14.4.2011 im Fall einer Finanzbeamtin, die überwiegend mit dem Computer arbeitet, entschieden, dass eine Sehnenscheidenentzündung auch als Berufskrankheit anerkannt werden kann.

Interessant ist dieses Urteil (Az. 1 K 1203/09) vor allem, weil es rechtskräftig geworden ist. Damit liegt nach der Entscheidung des Verwaltungsgerichts Göttingen vom 22.8.2006 (Az. 3 A 38/05) ein weiteres rechtskräftiges erstinstanzliches Urteil hierzu vor.

Im Aachener Verfahren hatte eine Finanzbeamtin sich vor Gericht darauf berufen, dass die intensive Arbeit am Computer mit Maus und Tastatur Ursache ihrer mittlerweile chronischen Sehnenscheidenentzündung sei. Dies wurde durch das vom Gericht eingeholte Sachverständigengutachten des Direktors eines Instituts für Arbeitsmedizin und Sozialmedizin bestätigt.

Danach wurden die gesundheitlichen Probleme der Betroffenen in die Gruppe der durch »Mechanische Einwirkungen« verursachten Krankheiten eingeordnet - und zwar als Berufskrankheit Nr. 2101: »Erkrankungen der Sehnenscheiden oder des Sehnengleitgewebes sowie der Sehnen- oder Muskelansätze, die zur Unterlassung aller Tätigkeiten gezwungen haben, die für die Entstehung, die Verschlimmerung oder das Wiederaufleben der Krankheit ursächlich waren oder sein können.«

Die Klägerin hat nun aufgrund der Anerkennung ihrer Krankheit als Berufskrankheit Anspruch auf Unfallfürsorgeleistungen. Dazu gehören je nach Einzelfall ein höheres Ruhegehalt, besondere Kosten der Heilbehandlung oder die Erstattung von Sachschäden. Gegen das Urteil konnte ein Antrag auf Zulassung der Berufung gestellt werden, was allerdings nicht geschehen ist. Der Volltext des Urteils ist - wie der Volltext des Göttinger Urteils - im juristischen Informationsdienst www.dejure.org nachzulesen.

Tipp
Dass nun mehrere erstinstanzliche Urteile zur Frage des »Mausarms« vorliegen, die für die Erkrankten positiv ausgegangen sind, sollte Betroffene ermutigen, eine Anerkennung von chronischen Sehnenscheidenentzündungen bzw. eines »Mausarms« mit rechtlichen Mitteln zu verfolgen. Betroffene, die Mitglied einer Arbeitnehmerorganisation sind, sollten sich in jedem Fall beraten lassen.

Weitere News zum Thema

  • Seit 1.1.2017: Höhere Arbeitgeberzuschüsse für privat Krankenversicherte

    [] (verpd) Durch die Änderung der Beitragsbemessungsgrenzen der gesetzlichen Kranken- und Pflegeversicherung zum 1. Januar 2017 hat sich auch die Zuschusshöhe, die ein Arbeitgeber seinem privat krankenversicherten Arbeitnehmer zahlen muss, erhöht. Auch der Anstieg des Beitragssatzes der gesetzlichen Pflegeversicherung führte zu der Erhöhung des Arbeitgeberzuschusses. mehr

  • Viele Bundesbürger fühlen sich gesundheitlich eingeschränkt

    [] (verpd) Im europäischen Durchschnitt gibt rund jeder Vierte, in Deutschland jeder Fünfte an, mit lang andauernden gesundheitlichen Einschränkungen bei alltäglichen Verrichtungen konfrontiert zu sein. Wie die Daten der europäischen Statistik zeigen, sinkt im Allgemeinen der Anteil der Betroffenen mit steigendem Einkommen. mehr

  • Damit die Hausapotheke nicht zum Risiko wird

    [] (verpd) Besonders in der Winterzeit kämpfen viele mit Schnupfen, Husten oder sonstigen Leiden. Wer hier entsprechende Arzneimittel zu Hause hat, kann schnell dagegen vorgehen. Wichtig ist jedoch nicht nur, dass die Medikamente im heimischen Medizinschrank lagern, sondern auch, dass sie nicht veraltet sind. Denn abgelaufene Arznei wirkt häufig nur noch bedingt oder gar nicht mehr und kann im schlimmsten Fall sogar gesundheitsschädlich sein. mehr

  • Damit Silvester nicht auf die Ohren geht

    [] Etwa 8.000 Menschen in Deutschland erleiden jährlich an Silvester ein Knalltrauma, weil ein Feuerwerkskörper zu dicht an ihren Ohren explodiert ist. Um Hörschäden zu vermeiden, ist Vorsicht angesagt. mehr

  • Digitaler Stress für die Augen

    [] (verpd) Das stundenlange Starren auf einem Bildschirm hat Folgen: Die Augen sind trocken, brennen oder tränen. Das Deutsche Grüne Kreuz (DGK) warnt in diesem Zusammenhang vor dem Büroaugen-Syndrom. Im Extremfall ist sogar das Sehvermögen gefährdet. mehr

Weitere News zum Thema

schließen

Link empfehlen

Mit der Inanspruchnahme des Services willigen Sie in folgende Vorgehensweise ein:

Ihre eigene E-Mail-Adresse und die des Empfängers werden nur zu Übertragungszwecken verwendet - um den Adressaten über den Absender zu informieren, bzw. bei einem Übertragungsfehler eine Benachrichtigung zu übermitteln. Um einen Missbrauch dieses Services zu vermeiden, wird Geldtipps.de die Identifikationsdaten (IP-Adresse) jedes Nutzers der versandten E-Mail in Form eines E-Mail-Header-Record (X-Sent-by-IP) beifügen und für einen Zeitraum von zwei Monaten speichern. Sofern Dritte glaubhaft machen, dass sie durch die Versendung eines Artikels im Rahmen dieses Services in ihren Rechten verletzt wurden, wird Geldtipps.de die Identifikationsdaten zur Rechtsverfolgung herausgeben.