Masern sind kein Kinderkram

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(verpd) Wie das Robert-Koch-Institut (RKI), bei der die Ständige Impfkommission (STIKO) angesiedelt ist, jüngst mitteilte, stieg die Zahl der an Masern erkrankten von 165 Personen in 2012 auf 1.775 Personen in 2013. Da die Folgen einer Erkrankung dramatisch sein können, empfiehlt die Ständige Impfkommission, dass sich nicht nur Kinder, sondern auch Erwachsene dagegen impfen lassen.

Masern sind eine Viruserkrankung. Die Übertragung erfolgt von Mensch zu Mensch, zum Beispiel beim Niesen oder Sprechen, durch Tröpfcheninfektion. In der Regel erkranken nach Angaben der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BzgA) fast alle Personen, die Kontakt zu einem Erkrankten hatten, sofern sie nicht geimpft sind oder bereits an Masern erkrankt waren. Das Tückische bei Masern ist, dass die Krankheit bereits mehrere Tage vor Auftreten der ersten Symptome ansteckend ist.

Zu dem typischen Krankheitsbild zählen rund zehn bis zwölf Tage nach der Ansteckung typische Grippesymptome wie hohes Fieber, Husten und Schnupfen. Zudem zeigt sich oftmals der typische Masernausschlag in Form von roten Pünktchen im Gesicht, hinter den Ohren, an einzelnen Stellen oder am ganzen Körper. Schwerere Komplikationen sind eine Bindehautentzündung, eine Lungenentzündung oder eine Mittelohrentzündung. Doch auch eine Hirnentzündung, die in 20 bis 30 Prozent der Krankheitsfälle zu Folgeschäden des Gehirns oder sogar zum Tod führt, ist möglich.

Gefahr für Kinder und Erwachsene

Sehr selten, nämlich in ein bis zehn von 100.000 Masernfällen, kann auch Jahre danach eine sogenannte subakute sklerosierende Panenzephalitis (SSPE) auftreten – eine unheilbare und schleichende Zerstörung der Gehirnzellen, die nach zwei bis drei Jahren zum Tod führt. Besonders hoch ist die Gefahr für Babys, die noch kein Jahr alt waren, als sie an Masern erkrankten. Von 2003 bis 2009 gab es insgesamt 19 SSPE-Fälle bei Kindern unter 16 Jahren. Weltweit sterben rund 120.000 Menschen jährlich an den Folgen einer Masernerkrankung.

Die Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung weist auf der Internetseite www.impfen-info.de ausdrücklich darauf hin, dass es eine „ursächliche Therapie gegen Masern nicht gibt. Nur eine Behandlung der Krankheitszeichen, wie zum Beispiel Fieber, ist möglich. Antibiotika sind gegen Erkrankungen, die durch Viren ausgelöst werden, wirkungslos. Sie können in der Regel erst zum Einsatz kommen, wenn bakteriell verursachte Komplikationen auftreten. Auch deswegen bietet die Impfung den wirksamsten Schutz.“

Bei jedem fünften Masernfall, insbesondere bei betroffenen Jugendlichen und Erwachsenen, kommt es nach Angaben von Gesundheitsexperten zu Komplikationen. Die Ständige Impfkommission (STIKO) der Bundesrepublik Deutschland rät daher nicht nur bei Kindern, sondern auch bei Erwachsenen, die nicht wissen, wie oft oder ob sie überhaupt geimpft wurden, zu einer Impfung gegen Masern. Besonders Erwachsene, die nach 1970 geboren wurden, sind häufig noch nicht gegen Masern geimpft.

Weniger als ein Drittel der an Masern Erkrankten sind kleine Kinder

Letztes Jahr erkrankten jeweils über 500 Kinder im Alter von bis zu neun Jahren, 570 Kinder und Jugendliche zwischen zehn und 19 Jahren, knapp 520 Erwachsene zwischen 20 und 39 Jahren und mehr als 150 Personen, die über 40 Jahre alt waren, an Masern. Eine Impfung sollte nach Angaben der STIKO mit einem Kombinationsimpfstoff gegen Masern, Mumps und Röteln (MMR) erfolgen, denn zu allen drei Erkrankungen bestehen häufig Impflücken.

Kinder sollten auf Anraten der STIKO zum ersten Mal zwischen dem elften und 14. Lebensmonat und zum zweiten Mal zwischen dem 15. und 23. Lebensmonat geimpft werden. Zudem sollten diejenigen, die entweder noch gar nicht oder nur einmal gegen Masern geimpft wurden, eine Impfung erhalten.

Das Robert-Koch-Institut (RKI) hebt zudem die Notwendigkeit einer Impfung gegen Masern (beziehungsweise gegen Masern, Mumps und Röteln) für alle, die im Gesundheitsdienst, in der Betreuung von kranken Menschen oder in Gemeinschafts-Einrichtungen arbeiten, hervor.

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