Masern sind für Kinder und Erwachsene gefährlich

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(verpd) Nach Angaben des Robert-Koch-Instituts (RKI) erkrankten in den ersten zwei Monaten dieses Jahres rund 520 Personen an Masern.

Im ganzen letzten Jahr waren es insgesamt 513 Masernfälle. Das heißt, die Masernviren breiten sich hierzulande deutlich schneller aus als in den Jahren zuvor. Dabei kann eine Maserninfektion bei Kindern, aber auch bei Erwachsenen zu bleibenden Schäden bis hin zum Tod führen.

Viele glauben irrtümlicherweise immer noch, Masern sind eine harmlose Kinderkrankheit. Doch zum einen können auch Erwachsene daran erkranken. Nach den vorliegenden Daten des Robert-Koch-Instituts (RKI) waren letztes Jahr 45 Prozent der insgesamt 513 an Masern Erkrankten über 19 Jahre alt. Und auch in diesem Jahr sind von den bis Ende Februar gemeldeten über 520 Masernkranken mehr als 200 Personen (39 Prozent) 20 Jahre oder älter.

Zum anderen sind Masernviren hochansteckend und können laut Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA) zu erheblichen Komplikationen bis hin zum Tod führen.

Hohe Ansteckungsgefahr

Laut BZgA werden Masernviren ausschließlich von Mensch zu Mensch übertragen. Selbst wenn zwischen einem an Masern Erkrankten und einer Person, die nicht geimpft oder bereits an Masern erkrankt war, mehrere Meter Abstand sind, kommt es mit hoher Wahrscheinlichkeit zu einer Ansteckung. Denn die Erreger werden beim Husten, Niesen oder Sprechen in Form kleiner Speicheltröpfchen über die Luft übertragen.

Die ersten Symptome der Masernerkrankung wie Fieber, Bindehautentzündung, Schnupfen und Husten treten in der Regel acht bis zehn Tage nach einer entsprechenden Ansteckung auf. Nach rund 14 Tagen tritt meist der für Masern typische rote Hautausschlag auf.

Bereits fünf Tage vor und sechs Tage nach Beginn des Ausschlags und damit bereits mehrere Tage vor Auftreten der ersten Symptome ist die Krankheit ansteckend, was besonders tückisch ist.

Bleibende Gesundheitsschäden bis hin zum Tod

Bei jedem fünften Masernfall, insbesondere bei betroffenen Jugendlichen und Erwachsenen, kommt es nach Angaben von Gesundheitsexperten zu Komplikationen. Dazu zählen Infektionen des Kehlkopfes und der Luftröhre sowie Mittelohr- oder Lungenentzündungen. Bei einem von 1.000 Masernfällen kommt es aufgrund der Masernerkrankung zu einer Gehirnentzündung. Bei knapp 20 bis 30 Prozent der von einer Gehirnentzündung Betroffenen bleiben dauerhafte Schäden wie geistige Behinderungen oder Lähmungen zurück, zehn bis 20 Prozent sterben sogar daran.

Laut einer Studie der Universität Würzburg tritt bei einem von 3.300 Kindern, die bis zum fünften Lebensjahr an Masern erkrankten, mehrere Jahre danach eine sogenannte subakute sklerosierende Panenzephalitis (kurs SSPE) auf. Dabei handelt es sich um eine tödlich verlaufende fortschreitende Entzündung des Gehirns und des Nervensystems.

Wie das BZgA betont, gibt es keine ursächliche Therapie gegen Masern, die Impfung biete deshalb den wirksamsten Schutz dagegen. Ob der persönliche Impfschutz ausreicht, zeigt ein Blick in den Impfpass. Übrigens: In Amerika und in den skandinavischen Ländern konnten nach Angaben des RKI die Masern durch eine zweimalige Impfung von Kleinkindern mit einem Masern-Mumps-Röteln (MMR)-Kombinationsimpfstoff bereits erfolgreich eliminiert werden.

Fehlenden Impfschutz nachholen

Um Kinder frühzeitig vor einer Masernerkrankung zu schützen, rät der BZgA die Impfempfehlungen der Ständigen Impfkommission (STIKO) einzuhalten. Danach sollten alle Kinder zum ersten Mal zwischen dem elften und 14. Lebensmonat und zum zweiten Mal zwischen dem 15. und 23. Lebensmonat eine entsprechende Impfung erhalten. Ein optimaler Schutz ist erst nach der zweiten Impfung gewährleistet.

Da, wie das RKI meldet, in Deutschland vor allem in der Gruppe der älteren Kindern, Jugendlichen und jüngeren Erwachsenen, die nach 1970 geborenen wurden, Impflücken bestehen, sollten alle Personen dieser Altersgruppen fehlende Impfungen möglichst bald nachholen. Prinzipiell gilt: Wer nicht weiß, ob er überhaupt geimpft wurde und wie oft, sollte sich nach Rücksprache mit dem Arzt gegebenenfalls nochmals impfen lassen. Die RKI rät unter bestimmten Umständen auch Personen, die vor 1970 geboren sind, zu einer Masernimpfung.

Wörtlich heißt es im Webportal des Instituts: „Personen, die vor 1970 geboren wurden, haben mit hoher Wahrscheinlichkeit die Masern bereits durchgemacht. Das belegen seroepidemiologische Daten, nach denen in der Vorimpfära 95 bis 98 Prozent der Kinder bis zum zehnten Lebensjahr eine Immunität gegen Masern aufwies. Wenn vor 1970 geborene Erwachsene jedoch Kontakt zu Masernerkrankten hatten und nicht genau wissen, ob sie durch vorherige Erkrankung oder Impfung gegen eine Infektion geschützt sind, sollten auch sie sich gegen Masern impfen lassen.“

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