Längere Fehlzeiten je Krankmeldung

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(verpd) Nach aktuellen Angaben der DAK-Gesundheit, einer gesetzlichen Krankenkasse, sank bei den Arbeitnehmern der durchschnittliche Krankenstand von 4,1 Prozent in 2015 auf 3,9 Prozent in 2016. Erhöht hat sich dagegen die Fehlzeit je Krankenmeldung. Stark angestiegen ist zudem die Anzahl der Fehltage, die durch psychische Leiden verursacht wurden – in den letzten 20 Jahren hat sie sich mehr als verdreifacht.

Nach einer Auswertung der Iges Institut GmbH, der die Daten der rund 2,6 Millionen Erwerbstätigen, welche bei der gesetzlichen Krankenkasse DAK-Gesundheit versichert sind, zugrunde lagen, fehlten die Arbeitnehmer letztes Jahr im Vergleich zu 2015 seltener wegen Krankheit am Arbeitsplatz. Doch pro Krankmeldung fielen in 2016 durchschnittlich mehr Krankentage an als noch in 2015.

Konkret sank der durchschnittliche Krankenstand letztes Jahr auf 3,9 Prozent – 2015 waren es noch 4,1 Prozent. Das bedeutet, letztes Jahr waren von 1.000 Erwerbstätigen im Durchschnitt pro Tag 39 Beschäftigte und damit zwei Beschäftigte weniger als in 2015 krankgeschrieben. Insgesamt fielen jedoch 2016 pro Krankschreibung durchschnittlich 12,9 Krankheitstage an, das waren 0,8 Tage mehr als noch in 2015.

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Welche Krankheiten die meisten Fehltage verursachten

Nach der Datenanalyse der DAK-Gesundheit wurde die Hälfte aller Fehltage durch folgende drei Krankheitsarten verursacht: 22,2 Prozent und damit mehr als jeder fünfte Fehltag waren auf Muskel-Skelett-Erkrankungen zurückzuführen. 17,1 Prozent der Krankheitstage waren die Folge psychischer Erkrankungen und 14,7 Prozent aller krankheitsbedingten Fehlzeiten wurden durch Erkältungen und andere Krankheiten des Atmungssystems verursacht.

Die weiteren sieben häufigsten Diagnosen, die zu Fehlzeiten führten, waren: Verletzungen und Vergiftungen (11,9 Prozent aller Fehlzeiten), Krankheiten des Verdauungssystems (5,1 Prozent aller Fehlzeiten), Infektionen und Neubildungen/Krebs (je 4,6 Prozent aller Fehlzeiten), Kreislauferkrankungen (4,4 Prozent aller Fehlzeiten), Erkrankungen des Nervensystems sowie der Augen oder Ohren (4,3 Prozent aller Fehlzeiten) und unspezifische Symptome (3,9 Prozent aller Fehlzeiten).

Besonders auffällig ist der starke Anstieg an Krankheitstagen, die durch seelische Leiden verursacht wurden: 2016 waren es 246 Fehltage je 100 Versicherte. 1997 waren es noch 77 Fehltage, das heißt die Anzahl der Fehltage wegen psychischer Probleme hat sich mehr als verdreifacht. Pro Krankheitsfall war ein Betroffener im Durchschnitt 38 Tage krank, das sind drei Tage mehr als noch in 2015.

Einkommensschutz im Krankheitsfall

Übrigens: Gesetzlich Krankenversicherte müssen bei längeren Krankheitszeiten, also nach der sechswöchigen Lohnfortzahlung durch den Arbeitgeber, mit Einkommensausfällen rechnen. Denn das als Lohnersatzleistung von der Krankenkasse gezahlte gesetzliche Krankengeld ist geringer als das bisherige Nettogehalt. Insbesondere, wer ein hohes Gehalt hat, muss hier mit erheblichen Einkommenseinbußen rechnen.

Arbeitnehmer haben nämlich bei einer Arbeitsunfähigkeit, die nicht unter den Schutz der gesetzlichen Unfallversicherung fällt, maximal 78 Wochen Anspruch auf 70 Prozent des bisherigen Bruttolohns, aber höchstens 90 Prozent des Nettoeinkommens. Die gesetzliche Krankenversicherung berücksichtigt für die Höhe des Krankengeldes zudem maximal das Einkommen bis zur Beitragsbemessungs-Grenze – in 2017 sind das monatlich 4.350,00 Euro.

Das Gehalt oberhalb dieser Grenze wird bei der Berechnung des Krankengeldes nicht mitberücksichtigt. Das heißt, wer mehr als 4.350 Euro im Monat verdient, bekommt maximal 90 Prozent seines Nettoeinkommens, höchstens jedoch 3.045 Euro ausbezahlt. Selbstständige haben in der Regel keine gesetzliche Absicherung und somit im Krankheitsfall keinen Anspruch auf ein gesetzliches Krankengeld. Eine Absicherung der möglichen Einkommenslücke für Arbeitnehmer, aber auch für Selbstständige, ist jedoch über eine private Krankentagegeld-Versicherung möglich.

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