KVdR: Freiwillige Mitglieder zahlen höhere Beiträge

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Wer in der zweiten Hälfte seines Berufslebens nicht mindestens zu 90 Prozent Mitglied einer gesetzlichen Krankenkasse war, kann lediglich als freiwilliges Mitglied in der Krankenversicherung für Rentner (KVdR) versichert sein. Nachteil: Die Beitragsbelastung ist dann deutlich höher als für pflichtversicherte Mitglieder.

Die Beitragshöhe richtet sich wie auch in der KVdR nach der Rentenhöhe und nach dem allgemeinen Beitragssatz der gesetzlichen Krankenversicherung (GKV). Der beträgt auch 2014 einheitlich für alle Krankenkassen 15,5 %. Den müssen freiwillig Versicherte im Prinzip alleine tragen.

Die Art der Mitgliedschaft hat somit erhebliche Auswirkungen auf den Beitrag. Als freiwilliges Mitglied werden Sie mit dem vollen Beitragssatz und Ihrer gesamten wirtschaftlichen Leistungsfähigkeit zur Beitragszahlung herangezogen. Geregelt wird das in der Satzung Ihrer Krankenkasse. Das bedeutet konkret, dass bei freiwilligen Mitgliedern auch sonstige Einkünfte, z.B. Kapitaleinkünfte und Mieteinkünfte, mit Beiträgen belegt werden.

Die obere Grenze ist die Beitragsbemessungsgrenze in der Krankenversicherung. Die jährlichen Einkünfte werden mit einem Zwölftel des Jahreswerts angerechnet. Auf diese Einkünfte müssen Sie den vollen Beitragssatz alleine tragen. Allerdings wird nicht der allgemeine Beitragssatz erhoben (15,5 %), sondern der ermäßigte Beitragssatz (14,9 %) – weil kein Anspruch auf Krankengeld besteht.

Beispiel:

Herr F. hat eine gesetzliche Rente in Höhe von 1.000,00 €, eine Betriebsrente in Höhe von 300,00 € sowie Kapitaleinkünfte von monatlich 300,00 €. Außerdem verfügt er über 500,00 € Mieteinkünfte monatlich. Er erfüllt die Voraussetzungen für die KVdR. Sein Nachbar Herr G. hat identische Einkünfte, erfüllt aber nicht die Voraussetzungen für die KVdR:

Auf die gesetzliche Rente müssen beide rechnerisch 8,2 % Beitrag bezahlen und erhalten rechnerisch 7,3 % Zuschuss.

Auf die Betriebsrente müssen beide den vollen allgemeinen Beitragssatz von 15,5 % entrichten.

Herr G. muss auf seine zusätzlichen Einkünfte in Höhe von 800,00 € den vollen Beitragssatz von 15,5 % entrichten.

Herr G. muss also 124,00 € mehr für seinen Krankenversicherungsschutz aufwenden als Herr F.

Für freiwillig Versicherte regelt § 240 SGB V die Grundsätze der Beitragserhebung. Die konkrete Ausgestaltung der Beitragszahlung ist in der Satzung der jeweiligen Kasse geregelt. § 240 SGB V verlangt, dass die gesamte wirtschaftliche Leistungsfähigkeit des Mitglieds zu berücksichtigen ist. Im Kern bedeutet diese Regelung nichts anderes, als dass auch alle anderen Einkünfte bis zur Beitragsbemessungsgrenze herangezogen werden können.

Alle Ihre Einkünfte werden für die Höhe der Krankenversicherungsbeiträge berücksichtigt:

  • Rente der gesetzlichen Rentenversicherung,

  • Versorgungsbezüge,

  • Arbeitseinkommen,

  • Einkünfte aus Vermietung und Verpachtung,

  • Kapitalerträge,

  • Privatrente, Riester-Rente und Rürup-Rente,

  • private Lebensversicherungen,

  • seit dem 1.7.2011 auch ausländische Renten,

  • sonstige Einkünfte (z.B. Einnahmen des privat versicherten Ehepartners).

Die Einnahmen werden in der obigen Reihenfolge bis zur Beitragsbemessungsgrenze berücksichtigt.

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