Kürzere Wartezeit für private Krankenversicherung geplant

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Ab 2011 sollen gut verdienende Arbeitnehmer sich wieder schneller privat krankenversichern können. Das plant die christlich-liberale Koalition. Wichtig für Interessenten: Schon jetzt kann man sogenannte Optionstarife abschließen.

Mit einem Optionstarif wird z. B. garantiert, dass man Anfang 2011 in die gewünschte private Krankenversicherung wechseln kann, ohne eine erneute Gesundheitsprüfung über sich ergehen lassen zu müssen. Salopp formuliert: So wird vertragsmäßig der aktuelle Gesundheitszustand eingefroren.

Besser verdienende Arbeitnehmer können nicht von heute auf morgen in die private Krankenversicherung wechseln. Dafür müssen sie derzeit nicht nur aktuell, sondern über einen Zeitraum von drei Jahren ein Einkommen oberhalb der Jahresarbeitsentgeltggrenze nachweisen. 2009 liegt diese Grenze bei  48 600 Euro pro Jahr bzw.  4 050 Euro pro Monat; 2010 wird sie auf  49 950 Euro im Jahr bzw.  4 162,50 im Monat steigen. Laut Koalitionsvertrag soll die Wartefrist für einen Wechsel in die PKV von bisher drei Jahren auf ein Jahr abgekürzt werden.

Privat krankenversichern könnte sich dann also jemand, dessen Einkommen z. B. Ende 2009 und im Jahr 2010 über der Jahresarbeitsentgeltgrenze liegt. Die Neuregelung tritt wahrscheinlich 2011 in Kraft, im Jahr 2010 gilt noch das derzeitige Recht.

Wer sich schon jetzt ziemlich sicher ist, dass er demnächst in die PKV wechselt, muss dennoch nicht bis 2011 warten. Er kann vielmehr jetzt schon einen sogenannten Optionstarif abschließen. Solche Tarife bieten die privaten Versicherer z. B. für Arbeitslose an, die vorübergehend in die gesetzliche Krankenversicherung wechseln, sich aber die Möglichkeit offen halten möchten, später wieder in ihre alte private Krankenverscherung zurückzukehren. Es gibt sie aber genauso für gut verdienende Arbeitnehmer, die fest davon ausgehen, dass sie bald die private Lösung wählen.

"Dafür müssen sie an einen Versicherer ihrer Wahl herantreten und die kleine Anwartschaft vereinbaren", sagt Dorothee Hoffmeier von der Debeka. Bei dem Koblenzer Unternehmen kostet das einen Euro pro Monat, ist allerdings gekoppelt an den Abschluss eines Zusatztarifes (etwa für Chefarztbehandlung im Krankenhaus). Daneben gibt es auch die Möglichkeit einer "großen Anwartschaft".

Mit dieser großen Anwartschaft sichert man sich eine spätere Einstufung nach dem derzeitigen Lebensalter – es wird also das Eintrittsalter festgeschrieben. Diese Anwartschaft ist allerdings deutlich teurer, weil in den entsprechenden Tarifen bereits eine Altersrückstellung enthalten ist.

Tipp
Durch die Wahl eines Optionstarifs verpflichten Sie sich nicht dazu, später tatsächlich zur privaten Krankenversicherung zu wechseln. Wer in der Optionszeit z.B. ein Kind bekommt und die Vorteile der kostenfreien Familienversicherung der gesetzlichen Kassen zu schätzen lernt, kann natürlich seiner alten Kasse treu bleiben.

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