Krebsvorsorge rettet Leben

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(verpd) Entsprechend den aktuellen Daten des Statistischen Bundesamtes (Destatis) war Krebs im Jahre 2011 bei 26 Prozent aller Sterbefälle die Todesursache. Bei den meisten Krebsarten sind die Überlebenschancen bei einer frühzeitigen Behandlung allerdings sehr hoch. Vorsorgeuntersuchungen helfen, eine mögliche Erkrankung im Anfangsstadium zu erkennen.

Nach Angaben des Statistischen Bundesamtes (Destatis) starben im Jahre 2011 über 221.500 Menschen durch ein Krebsleiden. Krebs ist damit nach den Herz-Kreislauf-Erkrankungen die zweithäufigste Todesursache.

Während der Anteil der Sterbefälle, die durch Herz-Kreislauf-Erkrankungen begründet waren, im Vergleich zu allen Todesfällen in den letzten 30 Jahren um 23 Prozent zurückgegangen ist, ist der Anteil der an Krebs Verstorbenen in diesem Zeitraum um fast 25 Prozent gestiegen.

Krebs ist nicht immer eine Frage des Alters

Laut Destatis starben in Deutschland im Jahr 2011 über 119.700 Männer und mehr als 101.800 Frauen an Krebs. Die häufigste Krebsart, die bei den Männern zum Tod führte, waren Krebserkrankungen der Verdauungsorgane. Hieran starben über 38.500 Männer. An zweiter Stelle lagen Lungen- und Bronchialkrebs mit fast 31.300 verstorbenen Männern. Verglichen mit allen Krebsarten, die in den letzten 30 Jahren zu Tode führten, ist der Anteil der Männer, die an Leberkrebs verstorben sind, mit einer Zunahme von 56 Prozent am höchsten.

Auch bei den Frauen waren die Krebserkrankungen der Verdauungsorgane die häufigste tödlich verlaufende Krebsart. 2011 starben knapp 31.700 Frauen daran. Platz zwei der tödlichsten Krebsarten belegte 2011 Brustkrebs mit über 17.800 Sterbefällen. Besonders auffällig: Frauen sterben heute mehr als doppelt so häufig (plus 124 Prozent) an einer Krebserkrankung am Lungen- und Bronchialsystem, am Kehlkopf und an der Luftröhre: alles Krebsarten, die unter anderem durch den Konsum von Tabakprodukten verursacht werden.

Krebs ist nicht unbedingt eine altersbedingte Erkrankung. Von den knapp 1,5 Millionen Menschen, die 2011 wegen eines Krebsleidens in einem Krankenhaus behandelt wurden, waren mehr als 35.000 Patienten unter 25 Jahre, rund 83.000 zwischen 25 und 44 Jahre und etwa 517.000 zwischen 45 und 64 Jahre alt. 866.000 Krebspatienten waren 65 Jahre und älter. Jede vierte Frau mit Brustkrebs ist nach Angaben der Deutschen Krebshilfe e.V. beispielsweise bei der Diagnosestellung jünger als 55 Jahre.

Früherkennung verbessert Heilungschancen

Wie auf den Webseiten der Deutschen Krebshilfe zu lesen ist, gilt für die meisten Krebsarten, insbesondere für Krebserkrankungen der Haut, der Brust, des Darms, des Gebärmutterhalses und der Prostata: „Je früher der Tumor erkannt wird, desto größer sind die Heilungschancen.“

Dementsprechend gibt es mittlerweile diverse Krebs-Früherkennungs-Untersuchungen.

Sie haben das Ziel, Tumore aufzuspüren, wenn sie noch sehr klein sind, denn dann ist der Krebs nach Aussagen von Experten oftmals gut heilbar und es können schonendere Behandlung durchgeführt werden, als wenn sich bereits Tochtergeschwülste gebildet haben.

Kostenlose Maßnahmen

Von den gesetzlichen Krankenkassen werden derzeit folgende Krebs-Früherkennungs-Maßnahmen kostenlos angeboten: Männer und Frauen können ab dem 35. Lebensjahr alle zwei Jahre an einem Hautkrebs-Screening teilnehmen. Im Alter zwischen 50 bis 55 Jahren ist ein jährlicher Stuhl-Bluttest möglich. Ab dem 55. Lebensjahr besteht ein Anspruch auf eine kostenlose Darmspiegelung, die nach zehn Jahren wiederholt wird. Wer die Darmspiegelung nicht durchführen lassen kann oder will, kann alternativ alle zwei Jahre einen Stuhl-Bluttest durchführen lassen.

Männern steht neben den genannten allgemeinen Früherkennungstests ab dem 45. Lebensjahr eine kostenlose Untersuchung der Prostata sowie des äußeren Genitals zu. Speziell für Frauen ab 20 Jahren ist zusätzlich eine jährliche Untersuchung der inneren und äußeren Geschlechtsorgane sowie ab 30 Jahren eine zusätzliche Tastuntersuchung der Brust möglich. Zwischen dem 50. bis 69. Lebensjahr haben Patientinnen zudem alle zwei Jahre Anspruch auf die Teilnahme an einem Mammographie-Screening.

Doch nicht nur die gesetzlich, auch die privat Krankenversicherten haben Anspruch auf die genannten Früherkennungs-Maßnahmen. Viele private Krankenversicherungen bieten darüber hinaus noch umfassendere Vorsorgeuntersuchungen als die gesetzlich vorgeschriebenen an.

Hilfe und weiteres Hintergrundwissen

Speziell zum Thema Vorsorge und Früherkennung sind bei der Deutschen Krebshilfe diverse Faltblätter und Ratgeber kostenlos als Download erhältlich oder als Printversion bestellbar. Zudem bietet die Organisation für Krebskranke und Angehörige zahlreiche Ratgeber sowie einen persönlichen Informations- und Beratungsdienst unter der Telefonnummer 0228 7299095, aber auch als E-Mail-Service (beratungsdienst@krebshilfe.de) an.

Umfangreiche Informationen zur Krebsvorbeugung, zur Früherkennung, aber auch für Krebskranke und deren Angehörige gibt es zudem im Webauftritt oder unter der kostenlosen Telefonnummer 0800 4203040 beim Krebsinformationsdienst des Deutschen Krebsforschungszentrums.

Detailliertes Hintergrundwissen steht auch im Internetauftritt der Deutschen Krebsgesellschaft e.V. zur Verfügung. Weitere Informationsquellen beispielsweise zu bestimmten Krebsarten sind im Informationsnetz für Krebspatienten und ihre Angehörigen (Inka) zu finden.

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